Enttäuschung auf der Development Tour: Weber und Grüllich verpassen WM-Ticket

PDC
Leon Weber (3)
Die Entscheidung auf der Development Tour hat zwei niederländische Sieger hervorgebracht. Jamai van den Herik sicherte sich in Wigan nicht nur die Teilnahme an der WM, sondern auch eine Tour Card für 2027 und 2028. Jurjen van der Velde schnappte sich in letzter Minute ebenfalls ein Ticket für den Alexandra Palace. Aus deutscher Sicht verliefen die letzten beiden Turniere der Tour nicht wie geplant.
Besonders für van den Herik wurde es ein nervenaufreibendes Wochenende. Dank eines Titels beim vorherigen Development-Tour-Wochenende hatte er sich zurück ins Rennen gebracht und setzte seinen Aufschwung am Samstag fort. Zunächst erreichte er das Halbfinale, in dem Cole Davey mit 5:4 zu stark war. Später am Tag folgte nach Siegen unter anderem gegen Leon Weber und Liam Maendl-Lawrance noch ein Viertelfinale. Weil mehrere Konkurrenten früh ausschieden, kletterte van den Herik in der Rangliste stetig weiter nach oben.

Van den Herik muss bangen

Am Sonntag stand van den Herik erneut im Halbfinale. Dort verlor er gegen Owen Bates, doch das Ergebnis brachte ihn auf Rang drei. Beim letzten Turnier konnte er seine Position dann nicht mehr aus eigener Kraft absichern. Cam Crabtree besiegte den Niederländer mit 4:0, womit van den Herik von den Ergebnissen seiner Konkurrenten abhängig wurde.
Jamai van den Herik beim Walk-on
Jamai van den Herik debütierte im vergangenen Jahr bei der WM und ist nun erneut in Ally Pally dabei
Am Ende fiel die Entscheidung zu seinen Gunsten. Dominik Grüllich bekam gegen Duyane Wade Decena mehr als zehn Matchdarts, machte die Partie aber nicht zu. Auch Bates konnte Van den Herik nicht mehr überholen. Er verlor im Halbfinale nach einem entscheidenden Leg gegen Kaya Baysal.
Damit war das große Ziel erreicht. Van den Herik fährt wie im Vorjahr zur WM und verfügt zudem in den kommenden zwei Saisons über eine Tour Card.
Jack Drayton erlebte hingegen ein dramatisches Schlusswochenende. Der Engländer startete mit komfortablem Vorsprung auf Platz zwei, wurde jedoch mehrfach früh gestoppt. Im letzten Turnier verlor er bei den letzten 64 gegen Decena und fiel weiter zurück.

Van der Velde nutzt die letzte Chance

Auch bei van der Velde sah es lange nach einem WM-Verpassen aus. Der 23-jährige Niederländer hatte nach starkem Saisonstart an Boden verloren, bekam im letzten Turnier jedoch plötzlich wieder Sicht auf den Alexandra Palace.
Während Konkurrenten ausschieden, gewann van der Velde weiter. Im Halbfinale wusste er, dass ein weiterer Sieg für das WM-Ticket reichen würde. Decena, der zuvor mehrere wichtige Konkurrenten ausgeschaltet hatte, konnte ihn nicht stoppen.
Das Finale gegen Baysal ging anschließend verloren, änderte aber nichts am niederländischen Erfolg. Van der Velde kehrt zur WM zurück.
Baysal schloss die Development Tour schließlich mit dem Turniersieg ab. Trotz nur neun von 24 gespielten Events sicherte er sich damit die Teilnahme an der UK Open und den World Masters im kommenden Jahr.

Enttäuschung aus deutscher Sicht

Vor dem Development Tour Block am vergangenen Wochenende waren die deutschen Chancen auf eine WM-Teilnahme durchaus realistisch. Leon Weber stand auf einem provisorischen WM-Startplatz und hätte mit einem erfolgreichen Wochenende auch Chancen auf eine Tourcard gehabt. Da ihm bei Event 23 bereits unter den letzten 128 die Niederlage ereilte und einen Tag später sogar schon in seiner Auftaktpartie gegen Adam Dee Schluss war, ist Weber außerhalb der Qualifikations-Plätze positioniert.
Leon Weber jubelt.
Leon Weber hat seine WM-Chancen über die Development Tour am letzten Wochenende verspielt.
Einen besseren letzten Tag erwischte Dominik Grüllich: Der WM-Teilnehmer des vergangenen Jahres gewann seine ersten sechs Spiele und stand im Viertelfinale des Turniers. Da er dort gegen den Philippiner Decena verlor, war auch sein WM-Traum vorbei.
Eine kleine Restchance, zum Ally Pally zu fahren, besteht für beide deutsche Tourkarteninhaber aber noch: Wenn sich Jurjen van der Velde, Cam Crabtree oder Owen Bates über die Pro Tour für die WM qualifizieren, dann würde Weber den WM-Startplatz erhalten. Sollte einer der qualifizierten Spieler dann zusätzlich noch die World Youth Championship gewinnen, dann würde auch Dominik Grüllich ein WM-Ticket erhalten. Diese Szenarien sind allerdings unwahrscheinlich.

Endstand PDC Development Tour

Rang Name Preisgeld
1 Sebastian Bialecki 21900
2 Jurjen van der Velde 12350
3 Cam Crabtree 12350
4 Jamai van den Herik 12250
5 Owen Bates 12200
6 Jack Drayton 12200
7 Leon Weber 11350
8 Dominik Gruellich 11300
9 Archie Self 10550
10 James Beeton 10400
11 Henry Coates 9050
12 Dylan Slevin 9050
13 Adam Gawlas 8550
14 Charlie Manby 8500
15 Kaya Baysal 8350
16 Nathan Potter 8100
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