Martin Schindler feierte am Samstagnachmittag bei der
Dutch Darts Championship in Maastricht einen wichtigen Sieg. Der 30-jährige Deutsche bezwang
Karel Sedlacek mit 6:4 und machte damit einen großen Schritt in Richtung Teilnahme an der Darts-Europameisterschaft in Dortmund.
Nach dem Spiel konnte Schindler seine Gefühle kaum verbergen. Die vergangenen Monate waren für „The Wall“ besonders schwierig. Er stand unter großem Druck, sich doch noch für die Europameisterschaft im eigenen Land zu qualifizieren.
Qualifikation für die EM war lange unklar
Normalerweise gehört Schindler zum festen Teilnehmerkreis der großen TV-Turniere. Seine enttäuschenden Ergebnisse auf der European Tour brachten seine Teilnahme an der Europameisterschaft jedoch in Gefahr. Nur die besten 32 Spieler der European Tour Order of Merit qualifizieren sich für das Turnier in Dortmund.
Martin Schindler konnte auf der Major-Bühne in diesem Jahr nicht überzeugen.
Dem Deutschen war deshalb klar, dass er in Maastricht ein gutes Ergebnis brauchte. Gegen Sedlacek gelang ihm ein wichtiger Sieg, durch den sich seine Chancen auf die Qualifikation deutlich verbesserten.
„Für jeden Sieg musste ich kämpfen“
Nach dem Spiel sprach Schindler offen über die schwierige Zeit, die hinter ihm liegt. Der Deutsche räumte ein, dass er derzeit nicht sein bestes Darts spielt. „Die Situation rund um die Darts-Europameisterschaft ist nun einmal, wie sie ist. Ich bin momentan nicht in meiner besten Form und muss deshalb für jeden Sieg kämpfen“, sagte Schindler.
Vor allem auf der European Tour wollte es in den vergangenen Wochen einfach nicht laufen. „In den letzten Wochen, eigentlich sogar Monaten, waren die Ergebnisse auf der European Tour enttäuschend. Es ist mir einfach nicht gelungen, Spiele zu gewinnen.“
Dennoch betonte der Deutsche, dass er das Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten nie ganz verloren habe. „Ich habe nie an mir gezweifelt oder mein Vertrauen in mich selbst verloren. Ich habe weiter daran geglaubt, aber es wollte einfach nicht klappen.“
Vor seinem Spiel gegen Sedlacek war Schindler genau bewusst, wie wichtig ein Sieg wäre. „Natürlich wusste ich, dass ich gewinnen musste, und habe mich so gut wie möglich darauf vorbereitet.“
„Ich habe meiner Angst direkt ins Auge geblickt“
Der Druck machte Schindlers Sieg besonders bedeutend. Der Deutsche war sichtlich erleichtert, als sein Einzug in die dritte Runde feststand. „Ich habe meiner Angst direkt ins Auge geblickt und diesen Kampf gewonnen. Darüber bin ich wirklich sehr froh“, erklärte Schindler.
Nach dem Spiel kamen seine Gefühle deutlich zum Vorschein. „Ich bin emotional. Das war ein unglaublich wichtiger Sieg für mich, und ich bin sehr glücklich.“
Nach eigenen Angaben setzte Schindler während des Spiels alles daran, sich nicht von der Bedeutung der Partie ablenken zu lassen. „Ich habe wirklich versucht, mich voll und ganz zu konzentrieren. Im Moment bin ich überglücklich.“
Spektakuläre Finishes und verpasste Chancen
Das Duell zwischen Schindler und Sedlacek nahm einen besonderen Verlauf. Beide Spieler zeigten starke Finishes, hatten aber auch Phasen, in denen sie die Doppelfelder kaum trafen.
Schindler warf unter anderem Finishes von 164 und 120 Punkten. In der zweiten Leg kam es jedoch auch zu einem bemerkenswerten Moment: Bei einem Rest von 59 Punkten verfehlte er mit seinem ersten Dart das Board völlig, obwohl er auf die einfache 19 zielte.
Der Deutsche fing sich jedoch sofort und checkte die verbleibenden 59 Punkte mit seinen nächsten beiden Darts. Der entscheidende Moment der Partie folgte in der siebten Leg. Sedlacek hatte mehrere Chancen, sein eigenes Anwurfleg zu halten und mit 4:3 in Führung zu gehen.
Der Tscheche verfehlte jedoch zehn Darts auf die Doppelfelder, woraufhin Schindler doch noch zuschlug. Dieses Break erwies sich letztlich als entscheidend für den weiteren Spielverlauf. „Diese Leg war von uns beiden schlecht. Wir trafen die Doppelfelder nicht, und am Ende ging es glücklicherweise für mich besser aus“, räumte Schindler ein.
Der Deutsche wollte die gesamte Partie jedoch nicht auf diesen einen Moment reduzieren. „Dazu muss ich aber sagen, dass ein Spiel aus elf Legs besteht und nicht nur aus einer einzigen Leg.“
Sedlacek blieb während der gesamten Partie gefährlich und hatte auch zu anderen Zeitpunkten Möglichkeiten, Schindler unter Druck zu setzen. Dennoch brachte der Deutsche das Spiel mit 6:4 über die Ziellinie.
Dortmund rückt für Schindler näher
Mit seinem Sieg gegen Sedlacek hat Schindler seine Position im Kampf um die Tickets für die Europameisterschaft deutlich verbessert. Die Teilnahme am Turnier in Dortmund, das nächste Woche stattfindet, ist gesichert.
Für den Deutschen istdie Qualifikation besonders bedeutend, da die Europameisterschaft in seinem Heimatland ausgetragen wird. Genau deshalb war der Druck in Maastricht so groß.
Am Sonntag tritt Schindler beim Finaltag der
Dutch Darts Championship erneut an. Nach seinen schwierigen Monaten auf der European Tour hat er nun zumindest wieder einen wichtigen Sieg auf dem Konto.