Am ersten Abend der
Swiss Darts Trophy in Basel standen die letzten Erstrundenpartien auf dem Programm. Dabei gab es einige Überraschungen: Stefan Bellmont drehte seine Partie,
Raymond van Barneveld musste eine deutliche Niederlage hinnehmen und Ex-Weltmeister
Michael Smith machte den Einzug in die zweite Runde perfekt.
Bellmont gelingt Comeback gegen Andrew Gilding
Bereits der Walk-On ließ erahnen, dass die Schweizer Fans
voll auf der Seite ihres Lokalmatadoren Stefan Bellmont sein würden. Der Beginn
verlief aber in Richtung Gilding. „Goldfinger“ breakte direkt im ersten Leg
über die Doppel-10 und sicherte sich auch das zweite Leg. Bellmonts Schwäche
der Anfangsphase waren zu niedrige Scores. Wenn er aber Gelegenheiten hatte,
dann nutzte er diese: In Leg drei sicherte sich Bellmont nach einem verpassten
157er-Highfinish seines Gegners, über die Doppel-18 sein erstes LeB
Stefan Bellmont konnte sich in seinem Heimatland gegen Andrew Gilding durchsetzen.
Vorerst ließ sich Gilding davon aber nicht beirren und
brachte im Folgenden seinen Anwurf über die Doppel-20 durch. Es sollte sein
letztes gewonnenes Leg bleiben.
Denn in Leg fünf herrschte großer Double-Trouble. Beide
Spieler verpassen mehrere Darts auf Doppel: Am Ende hat Bellmont das
glücklichere Händchen und trifft die Doppel-5 zum 3:2. Dieses Leg ließ ihn
sichtlich an den Sieg glauben. Im Anschlussleg kann Bellmont sogar breaken:
Dies gelingt ihm über seine erste geworfene 180 und ein Finish von 52 Punkten. Gilding
brach im weiteren Verlauf des Matches ein und konnte den guten Aufnahmen des
Schweizers und dessen lautstarken Anhängern nichts weiter entgegensetzen und unterlag
mit 3:6.
Sietse Lap verpasst Überraschung
Im zweiten Match der Partie zeigte Jeffrey De Graaf schnell
seine Siegesabsichten: „The Rebell“ ging schnell mit 3:0 in Führung, vor allem
weil sein niederländischer Kontrahent in den entscheidenden Momenten auf die
Doppel ausließ. So auch in Leg drei, wo Sietse Lap zwar die erste 180 der Partie
warf, dann aber zwei Darts auf die Doppel verpasste und De Graaf mit einem
Check über die Doppel-18 davon profitieren konnte. Ähnlich wie im Match zuvor
deutete sich jedoch ein Comeback an. De Graaf schien sichtliche Probleme mit
dem langsamen Wurfrhythmus des Niederländers zu haben und musste mitansehen,
wie sein Kontrahent 100 Punkte mit zwei Darts zum 3:3 ausmachte.
Ein Leg später drehte Lap das Match sogar: Sein 115er Finish brachte ihn 4:3 in Führung.
Erst danach bekam De
Graaf wieder einen Fuß in die Partie, warf höhere Aufnahmen als sein Gegner und
beendete das achte Leg auf der Doppel-4 zum 4:4 Ausgleich. Wenig später hat der
Schwede Glück, dass Lap wichtige Darts auf Doppel ausließ und leitete auf der
Doppel-4 seinen Matchgewinn ein.
Beim Stand von 5:4 saß gleich der erste Matchdart: Mit einem
121-er-Highfinish manövrierte sich De Graaf in Runde zwei.
Soutar verliert gegen Chisnall und die Doppel
Über sein Erstrundenmatch in Basel wird sich Alan Soutar
vermutlich noch einige Tage ärgern. Der Schotte war klar besser in der Partie
und spielte über das gesamte Match hinweg einen besseren Average als sein Gegner.
Zwischenzeitlich unterschieden sich die Werte von ihm und seinem Kontrahenten
Dave Chisnall um mehr als zehn Punkte. Nur auf die Doppel wollte es nicht
wirklich:
Dave Chisnall steht in Runde zwei der Swiss Darts Trophy 2026.
Mehrmals hatte Soutar die Möglichkeit das Match entscheidender in
seine Richtung zu lenken, verpasste dann aber immer wieder Darts auf die
Doppelsegmente. Die gesamte Partie war äußerst knapp: Kein Spieler konnte einen
Legvorsprung von zwei Legs oder mehr herausspielen.
Chisnall, der große
Probleme im Scoring hatte, bestrafte mehrmals die Doppelfehler von Soutar, ließ
aber selbst 14 Darts auf die Doppel aus. Am Ende gewinnt „Chizzy“ die Partie in
einem fehlerhaften Decider: Erst verpasste der Engländer zwei Matchdarts,
nachdem er bei 71 Punkten Rest und einer getroffenen Triple-13 absetzte und das
Publikum laut werden ließ.
Aber nachdem Soutar 98 Punkte nicht checken konnte,
weil er sich nach der getroffenen Triple-20 entschied, umzubauen und seinen
Dart auf die Doppel-16 nicht nutzen konnte, verwandelte Chisnall seinen vierten
Matchdart auf jenem Doppel und stand somit in Runde 2.
Van Barneveld scheitert deutlich gegen Kuivenhoven
Zu keinem Zeitpunkt der Partie wirkte es so, als bestünde
die Möglichkeit für den fünffachen Weltmeister, seinen niederländischen Landsmann
Maik Kuivenhoven zu schlagen. „Barney“ war im Scoring häufig zu schwach und konnte
den hohen Aufnahmen von Kuivenhoven so nichts entgegensetzen.
Dieser startete
gut in die Partie und gewann die ersten beiden Legs über die Doppel-20. Auch
das dritte Leg sollte sich der Niederländer sichern, bevor van Barneveld über
die Doppel-8 sein erstes Leg für sich entscheiden konnte. Diesen Leggewinn
tangierte Kuivenhoven jedoch wenig und spielte ein überzeugendes Anwurfleg zur
4:1 Führung.
Van Barnveld ist noch nicht sicher für die WM qualifiziert.
Im eigenen Anwurf musste van Barneveld dann mitansehen, wie
Kuivenhoven nach fünf perfekten Darts über die Doppel-20 zum 5:1 breaken konnte.
Über die Doppel-10 und ein 76-er Finish ließ Barneveld seine Anhänger zwar noch
einmal hoffen und kam auf 3:5 heran. Kuivenhoven vermied dann aber weiter
aufkommende Spannung und checkte mit seinem sechsten Matchdart über die
Doppel-20 zum 6:3 Matchgewinn.
Stöckli kann starke Leistung nicht belohnen
Der zweite Schweizer des Abends hieß Bruno Stöckli. „The
Beast“ trat gegen Dirk van Duijvenbode an, der direkt zu Beginn der Partie über
die Doppel-10 mit 1:0 in Führung gehen konnte. Wer aber glaubte, dass diese
Partie eine einseitige Sache werden würde, wurde eines Besseren belehrt. Stöckli
kämpfte sich in die Partie hinein und checkte nicht nur 68 Punkte zum Break in
Leg zwei, sondern gewann auch das anschließende Leg mit einem spektakulären
148er-Finish über die Doppel-14.
Es entwickelte sich eine mitreißende Partie, auch weil Dirk
van Duijvenbode zwischenzeitlich auf Neundarter-Kurs war. Doch auch wenn der sechste
Dart des „Auberginius“ nicht seinen Weg in das Triple-Feld fand, beendete der
Niederländer das vierte Leg zu seinen Gunsten auf der Doppel-20. Direkt im
Anschluss legte er mit einem weiteren 11-Darter nach.
Nachdem van Duijvenbode zum 4:2 checken konnte, fand Stöckli
über die Doppel-20 zwar noch einmal kurz in die Partie hinein und warf auch im
Anschlussleg zwei 180er, aber Dirk van Duijvenbode brachte ein Leg später 90
Punkte über Single 18, Doppel-18, Doppel-18 auf Null und ließ die aufkeimende Spannung
mit einem Treffer auf der Doppel-10 zum 6:3 Endstand in der St. Jakobshalle endgültig
erlöschen.
Michael Smith profitiert von Robert Owens Nachlässigkeit
In der sechsten Partie des Abends traf der ehemalige
Weltmeister Michael Smith auf Robert Owen. Das Match startete ausgeglichen, bis
Robert Owen im dritten Leg mit einem 60er-Finish breaken konnte.
Auch das
anschließende Anwurfleg entschied er mit einem 100er-Check über Tops-Tops für
sich. Beim Stand von 3:1 hatte Owen dann die Möglichkeit, für die
Vorentscheidung zu sorgen, aber verpasste mehrere Darts auf Doppel.
Michael Smith trifft in Runde zwei auf Jermaine Wattimena.
Das schwächste
Leg der Partie nahm der „Bullyboy“ über die Doppel-20 dann dankend an und spielte
sich so wieder in die Partie zurück. Er gewann sowohl Leg sechs als auch Leg
sieben und führte 4:3, ehe Owen 81 Punkte in zwei Darts zum Ausgleich checken konnte.
Beim Stand von 4:4 konnte Owen dann breaken, verpasste aber seine zwei Darts
auf Doppel und so profitierte Smith erneut. Im zehnten Leg der Partie spielte
der „Bullyboy“ dann ein gutes letztes
Leg und machte mit dem Auschecken von 80 Punkten seinen Zweitrundeneinzug klar.
Heta siegt komfortabel gegen Fehlmann
Der letzte Schweizer Host-Nation-Qualifikant, Alex Fehlmann,
hatte große Probleme gegen Damon Heta.
Der Beginn der Partie war geprägt von
einigen Breaks: Erst im vierten Leg schaffte es Heta, erstmals seinen Anwurf zum
zwischenzeitlichen 3:1 zu gewinnen. Im weiteren Spielverlauf überzeugte Heta
mit den besseren Scores und profitierte von Fehlmanns Nachlässigkeit im Scoring.
Auch wenn der Schweizer das siebte Leg zum 2:5 noch für sich entscheiden konnte,
war Hetas Matchgewinn zu keinem Zeitpunkt des Spiels gefährdet. Über die
Doppel-20 beendete der Australier seine Auftaktpartie und trifft damit am
Samstag auf Danny Noppert.
Doets macht es spannender als nötig
Die letzte Partie des Abends ging von Beginn an nur in eine
Richtung: Da Kevin Doets aber ausschließlich hohe Scores warf und in Leg eins gleich
sechs Darts auf Doppel nicht traf, nutzte Nick Kenny das aus und hielt sich
trotz des schwächeren Averages im Spiel. Sowohl in Leg vier als auch in Leg sechs
hatte Doets Darts auf Doppel, die er nicht ausmachte und die dafür sorgten, dass
Kenny auf 2:2 beziehungsweise 3:3 stellen konnte. Erst das 146er-Highfinish im
siebten Leg ebnete den Weg für Kevin Doets Erfolg. Nach Doets Check zum 4:3 konnte
Kenny keine Gegenwehr mehr leisten und so beendete Doets den Abend auf der
Doppel-16 zum 6:3-Erstrundenerfolg.