Dennis Priestley erwartet, dass
Luke Littler in den kommenden Jahren nicht nur sportlich, sondern auch finanziell neue Höhen erreichen kann.
Der zweimalige Weltmeister glaubt sogar, dass der 19-jährige Engländer letztlich ein größeres Vermögen aufbauen könnte als der frühere Spitzenfußballer David Beckham. Auch
Phil Taylor traut „The Nuke“ eine außergewöhnliche Zukunft zu. Der 16-malige Weltmeister warnt jedoch, dass Littler dafür die nötigen Opfer bringen muss.
Priestley bewundert Littler und co.
Priestley, der 1994 den ersten Weltmeistertitel der PDC-Ära gewann, als er Taylor mit 6:1 besiegte, sieht, wie sehr sich der Dartsport seit seiner eigenen Karriere verändert hat. Damals erhielt der Weltmeister 16.000 Pfund. Littler verdiente mit der Titelverteidigung im vergangenen Januar dagegen eine Million Pfund.
In kurzer Zeit hat Luke Littler bereits viele Millionen eingespielt
Im Buch "Champions: The Golden Age of Darts From Priestley to Littler" bringt Priestley seine Bewunderung für die aktuelle Generation von Dartspielern zum Ausdruck. „Wenn ich noch einmal von vorn anfangen könnte, würde ich gern so werfen wie Luke Littler, Luke Humphries oder Adrian Lewis. Lewis war vielleicht der erste Spieler, bei dem alles so einfach und mühelos aussah.“
„Er hat noch zwanzig oder dreißig Jahre vor sich“
Laut Priestley lässt sich kaum vorhersagen, welche Rekorde Littler am Ende aufstellen kann. Der Engländer hat mit 19 Jahren bereits zwei Weltmeistertitel gewonnen und könnte noch jahrzehntelang an der Spitze spielen, wenn er das möchte.
„Wir wissen noch überhaupt nicht, was Littler erreichen und wie gut er letztlich werden kann. Wenn er selbst es will, hat er noch zwanzig oder dreißig Jahre vor sich.“
Der frühere Weltmeister glaubt, dass Littler mit genügend Disziplin auch abseits des Sports ein enormes Vermögen aufbauen kann. „Wenn er mit 40 noch spielt und auch nur halb so viel trainiert wie Phil Taylor, kann man sich kaum vorstellen, was möglich ist.“
Priestley hatte bereits früher eine bemerkenswerte Prognose zu den finanziellen Aussichten des jungen Engländers abgegeben. „Ich habe einmal gesagt: Wenn er bodenständig bleibt und zehn Jahre lang der Beste sein kann, könnte er am Ende mehr wert sein als David Beckham.“
Taylor: „Wenn er wie ein Mönch lebt, kann er alle Rekorde brechen“
Auch Phil Taylor ist überzeugt, dass Littler Geschichte schreiben kann. „The Power“ gewann im Laufe seiner Karriere 16 Weltmeistertitel – ein Rekord, der jahrelang nahezu unerreichbar schien.
Taylor schließt dennoch nicht aus, dass Littler ihn eines Tages übertrifft. „Kann er meinen Rekord von 16 Weltmeistertiteln brechen? Das ist möglich. Er ist wirklich fantastisch.“
Die englische Dartslegende hätte damit außerdem kein Problem. „Würde mich das stören? Überhaupt nicht. Rekorde sind dazu da, gebrochen zu werden. Seit seinem Durchbruch habe ich sogar mehr Aufmerksamkeit bekommen als damals, als ich selbst alles gewonnen habe.“
Taylor betont, dass Littler fast alle Voraussetzungen für anhaltenden Erfolg mitbringt. „Er hat sein Alter auf seiner Seite, besitzt das Talent und eine großartige Familie im Rücken. Er ist sehr bodenständig und ein ausgesprochen netter Kerl.“
Gleichzeitig findet Taylor, dass der junge Weltmeister klug mit seiner Karriere umgehen muss. „Wenn er bereit ist, in den kommenden zwanzig Jahren ein langweiliges Leben zu führen, Nachtclubs, Alkohol, schnelle Autos und all die üblichen Versuchungen für junge Männer zu meiden, sind die Möglichkeiten unbegrenzt. Wenn er diese Opfer bringen und wie ein Mönch leben will, kann er alle möglichen Rekorde brechen.“
Littler will noch viele Jahre weiterspielen
Taylor erwartet außerdem, dass der Dartsport weiter professionalisiert wird. Seiner Ansicht nach werden Spitzenspieler künftig zunehmend wie Profitennisspieler leben – mit eigenen Trainern, Ernährungsberatern, Masseuren und Fahrern.
Zugleich warnt er, dass Erfolg auch eine Kehrseite hat. Je mehr Littler gewinnt, desto schwieriger könnte es laut Taylor für ihn werden, mit Niederlagen umzugehen.
Littler selbst hat vorerst offenbar nicht vor, kürzerzutreten. Im selben Buch macht der zweimalige Weltmeister deutlich, dass er noch viele Jahre Darts spielen will. „Ich habe noch viele Jahre vor mir. Und solange ich gut spiele, möchte ich natürlich weitermachen.“