Die Hungarian
Darts Trophy 2026 ist bereits gespielt, doch das Turnier vom 28. bis 30. August
im MVM Dome wirkt über Budapest hinaus. Beim elften Event der diesjährigen PDC
European Tour setzte sich Ross Smith im Finale mit 8:2 gegen Gary Anderson
durch. Damit lieferte das Wochenende nicht nur einen klaren Sieger, sondern
verschob auch die Kräfteverhältnisse im Rennen um die European Championship.
Knapp 24.000 Zuschauer kamen nach Angaben von PDC Europe über die drei
Turniertage in die Arena.
Ross Smith setzt ein deutliches
Signal für die Saison
Smiths Lauf war
bemerkenswert konstant. Nach dem 6:2 gegen William O'Connor folgten Siege über
Jonny Clayton, Dave Chisnall und Danny Noppert, ehe Anderson im Finale kaum
Zugriff bekam. Dort spielte Smith im Schnitt 101,01 Punkte pro Aufnahme und
gewann 8:2. Wichtiger als ein einzelner hoher Durchschnitt ist die Folge für
die Saison: Nach Budapest übernahm er die Führung in der European Tour Order of
Merit und gewann mit 35.000 Pfund Preisgeld.
Das ist relevant,
weil die besten 32 dieser Rangliste einen Startplatz bei der European
Championship in Dortmund erhalten. Budapest war damit kein isoliertes
Wochenende, sondern ein Turnier mit direkter Wirkung auf den weiteren
Saisonverlauf.
Auch Wettmärkte
reagieren auf Formkurven, Auslosungen und kurzfristige Änderungen im
Teilnehmerfeld. Wer Quoten lediglich als zusätzlichen Marktindikator einordnet,
findet
aktuelle Wettquoten bei Betway. Sie sind zwar keine verlässliche
Vorhersage für einen Spielausgang, aber werden von Analysten sorgfältig anhand
der Wahrscheinlichkeit berechnet. Sportwetten bleiben Glücksspiel und können zu
Verlusten führen.
Für die
sportliche Bewertung sind ohnehin andere Faktoren aussagekräftiger:
Checkout-Quote, Scoring unter Druck, der konkrete Weg durch den Turnierbaum und
die Frage, wie ein Spieler kurze Best-of-11-Partien kontrolliert. Genau dort
war Smith in Budapest stabiler als viele höher gesetzte Namen.
Gary Anderson bleibt im
K.-o.-Format gefährlich
Anderson
erreichte das Finale über Krzysztof Ratajski, Stephen Bunting, Gian van Veen
und Nathan Aspinall. Gegen Bunting und van Veen fiel die Entscheidung jeweils
im elften Leg, das Halbfinale gegen Aspinall ging über die volle Distanz von 13
Legs. Der Schotte zeigte damit erneut, wie lange er auch in engen Partien
konkurrenzfähig bleiben kann.
Im Finale fehlte
diese Reserve. Smith setzte sich früh ab, Anderson kam nur auf zwei Legs.
Trotzdem war der Finaleinzug ein deutlicher Hinweis darauf, dass Anderson auf
der European Tour weiterhin tief in Turniere vorstoßen kann, auch wenn andere
Namen in den Ranglisten stärker im Vordergrund stehen. Den aktuellen Stand im
Qualifikationsrennen dokumentiert PDC Europe im „
Road to Dortmund“.
Niko Springer: Die
Titelverteidigung endet früh
Aus deutscher
Sicht lag ein Schwerpunkt auf Niko Springer. Der Sieger von 2025 begann mit
einem klaren 6:1 gegen Maik Kuivenhoven, scheiterte in Runde 2 aber mit 4:6 an
Ryan Searle. Eine erfolgreiche Titelverteidigung war damit früh ausgeschlossen.
Gerade dieser
Verlauf zeigt, wie wenig sich auf der European Tour aus einem starken Vorjahr
ableiten lässt. Die kurzen Distanzen bestrafen schwächere Phasen unmittelbar;
viel Zeit für eine grundlegende Korrektur bleibt nicht. Martin Schindler
erlebte das ebenfalls und verlor sein Auftaktspiel 2:6 gegen Keane Barry.
Zwei ungarische Erstrundensiege
Für das Publikum
im MVM Dome gab es am Freitag zwei bemerkenswerte Resultate aus ungarischer
Sicht. Laszlo Kadar schlug Daryl Gurney 6:5, Nándor Major setzte sich ebenfalls
6:5 gegen Niels Zonneveld durch. Beide erreichten die zweite Runde; dort
endeten ihre Läufe gegen Jonny Clayton beziehungsweise Gian van Veen. Milan
Biro und Andras Borbely schieden dagegen in Runde 1 aus.
Die Ergebnisse
zeigen zugleich den sportlichen Zweck der Host-Nation-Qualifikation: Sie
eröffnet lokalen Spielern einen regulären Qualifikationsweg auf die
European-Tour-Bühne, ohne einen tiefen Turnierlauf zu garantieren.
Große Namen scheitern früh
Luke Humphries,
an Position eins gesetzt, verlor sein erstes Match 3:6 gegen Dirk van
Duijvenbode. Michael van Gerwen kam zunächst an James Hurrell vorbei, unterlag
dann im Achtelfinale Nathan Aspinall mit 4:6. Auch Springer und Josh Rock waren
vor der entscheidenden Sonntagabend-Session ausgeschieden.
Eine weitere
Geschichte begann in Budapest und setzte sich eine Woche später fort. Beau
Greaves verlor bei ihrem European-Tour-Debüt trotz eines Averages von 104,88
nur 5:6 gegen Rob Cross. In Prag
gewann sie anschließend gegen Daryl Gurney als erste Frau überhaupt ein Match auf
der PDC European Tour. Dadurch erhält ihr knapper Budapester Auftritt
rückblickend zusätzliches sporthistorisches Gewicht.
Was von Budapest bleibt
Die Hungarian
Darts Trophy 2026 hat die Rangliste verändert, Ross Smiths starke Saison
bestätigt und mehrere gesetzte Spieler früh aussortiert. Zwei ungarische
Erstrundensiege und Greaves' historisches Debüt erweiterten die Geschichte des
Wochenendes über das Finale hinaus. Budapest zeigte damit sehr konkret, wie eng
die European Tour 2026 besetzt ist und wie schnell ein einziges Wochenende
Ranglisten, Formbilder und Erwartungen neu ordnen kann.