Die angekündigte Rückkehr von
Phil Taylor sorgt bei
Vincent van der Voort für gemischte Gefühle. Der 16-fache Weltmeister wird im November wieder ans Oche treten und bildet bei der
MODUS Super Series ein Doppel mit
Adrian Lewis. Van der Voort freut sich, die beiden englischen Dart-Ikonen wieder zusammen zu sehen, befürchtet jedoch zugleich, dass Taylor seinem eigenen Ruf schaden könnte.
Taylor ist inzwischen 66 Jahre alt und stand zuletzt kaum noch im Wettkampfmodus am Board. Zudem hat sich der Engländer einer Hüftoperation unterzogen. Gerade das macht van der Voort gespannt, welches Niveau „The Power“ bei seinem Comeback erreichen kann.
„Er hat eine Hüftoperation hinter sich, also wird er ganz anders stehen. Dann musst du dir den Hintern aufreißen, um ein vernünftiges Niveau zu erreichen. Der Mann darf natürlich machen, was er will, es ist seine Karriere und sein Leben“, sagte van der Voort
im Podcast Darts Draait Door. „Aber ich fände es schade, wenn er da wieder mit einem Average von 74 oder 78 wirft, so wie auf der Seniors Tour. Dass man denkt: Was machst du da, Mann?“
Hartes Programm für Taylor
Van der Voort verweist vor allem auf den Unterschied zwischen Taylor und Spielern, die noch jede Woche im Wettkampf stehen. Der Niederländer befürchtet, dass der legendäre Engländer gegen diese Dartspieler deutlich in Schwierigkeiten geraten kann.
„Das ist schädlich für Taylors Image, und ich fände es bedauerlich, wenn das passiert. Aber vielleicht spielt er ja richtig stark. Er muss jedoch fünf oder sechs Tage am Stück ran, das ist schon eine Hausnummer. Wir werden sehen, ich hoffe einfach, dass er gut spielt.“
Phil Taylor und Adrian Lewis treten gemeinsam bei einem Doppelturnier der MODUS Super Series an
Taylors Rückkehr erhält zusätzliche Strahlkraft, weil er an der Seite von Lewis antritt. Die beiden kennen sich seit vielen Jahren und bildeten in der Vergangenheit gemeinsam das englische Team beim World Cup of Darts. Lewis selbst ist bereits zuvor ans Board zurückgekehrt.
Für van der Voort steht außer Frage, dass Taylor selbst entscheidet, wie er seine Karriere gestaltet. Seine Vorbehalte betreffen vor allem die Frage, ob ein Comeback im fortgeschrittenen Alter dem eindrucksvollen Status gerecht wird, den Taylor im Laufe seiner Karriere aufgebaut hat.
Van der Voort mit van Barneveld?
Van der Voort hat seine eigene Profikarriere beendet, schließt aber einen ähnlichen Ausflug in Zukunft nicht völlig aus. Dafür müsste jedoch der richtige Anlass kommen. Eine Doppelwoche mit
Raymond van Barneveld könnte ihn reizen, allerdings müsste der fünffache Weltmeister bis dahin erst seine eigene Laufbahn beendet haben.
„Mit Raymond van Barneveld würde ich es in Erwägung ziehen, wenn er einmal aufgehört hat. Aber dann müsste ich erst schauen, wo mein Niveau liegt, denn ich fahre da nicht hin, um gegen jeden zu verlieren. Mit Raymond wäre das aber auch wieder eine schöne Woche, wir kennen uns nach all den Jahren so gut. Gemütlich zusammen Jiskefet [niederländische Comedyserie (Anm. d. Red.)] schauen, dann kommen wir gut durch die Woche.“