Darts-EM 2026: Martin Schindler verliert bitteres Finale gegen Ross Smith – und liefert dennoch ein sensationelles Turnier

PDC
Martin Schindler (1)
Ross Smith ist zum zweiten Mal Europameister. Im Finale der Darts-EM 2026 in der Dortmunder Westfalenhalle setzt sich der Engländer mit 11:8 gegen Martin Schindler durch. Vier Jahre nach seinem ersten Titel in Dortmund holt sich “Smudger” erneut die Trophäe und kassiert 150.000 Pfund Preisgeld. Mit dem fünften Matchdart macht er den Sieg perfekt.
Für Schindler endet damit ein außergewöhnliches Wochenende mit einer bitteren Niederlage. Der Strausberger verpasst seinen ersten Einzeltitel bei einem TV-Major der PDC. Dennoch spielt die deutsche Nummer eins ein unfassbar starkes Turnier. Nach schwierigen Monaten meldet sie sich eindrucksvoll auf der großen Bühne zurück und sichert sich zugleich die Teilnahme am Grand Slam of Darts.

Smith zieht auf 9:3 davon

Die Fans empfangen Schindler vor dem Finale mit einem außergewöhnlichen Applaus. Auf der Bühne beginnt zunächst Smith stärker. Beide Spieler halten ihre ersten Anwürfe, sodass die Partie nach fünf Legs mit 3:2 für den Engländer in die Pause geht. Schindler verpasst dabei die 170 am Bullseye nur hauchdünn. Außerdem lässt er im dritten Leg vier Breakchancen liegen.
Ross Smith jubelt
Ross Smith gewinnt nach 2022 zum zweiten Mal in seiner Karriere die Darts-EM
Nach der Pause nimmt das Finale seinen Lauf. Smith checkt 86 Punkte auf Doppel acht und holt sich in nur zwölf Darts das erste Break. Anschließend gewinnt er sechs Legs in Folge. Eine 180 bringt ihn auf 67 Rest, die er zum Doppelbreak checkt. Ein 91er-Finish über Doppel 16 stellt die Führung schließlich auf 8:2. Schindler schüttelt in diesen Minuten immer wieder den Kopf, obwohl sein Average auf Augenhöhe liegt. In den entscheidenden Momenten war Smith in der Phase schlichtweg konsequenter auf die Doppelfelder.
Nach dem 3:8 holt Schindler endlich sein erstes Break des Finales. Smith antwortet jedoch sofort und führt mit 9:3. Das Finale scheint entschieden.

Schindler dreht auf: 116er und 127er Highfinish

Doch der Deutsche gibt nicht auf. Er checkt 60 Rest zum 5:9 und gewinnt damit erstmals im Finale zwei Legs in Folge. Dann folgt der große Moment: Bei 116 Rest trifft er die Doppel 18 und verkürzt auf 6:9. Die Halle steht Kopf. Nach der Pause setzt Schindler noch einen drauf. Er checkt 127 Punkte über das Bullseye und kommt auf 7:9 heran. Vier Legs in Folge sind es nun für “The Wall”.
Smith bleibt allerdings cool. Mit einem 16-Darter auf Doppel fünf holt er sich sein Anwurfleg zum 10:7. Schindler antwortet mit einem starken 13-Darter und seiner fünften 180 des Finals, doch Smith wirft im nächsten Leg zum Titel an. Er vergibt vier Matchdarts, trifft schließlich Doppel fünf und jubelt. Am Ende steht Smith mit einem Average von 92,92 Punkten vor Schindlers 91,49. Der Engländer wirft zehn Maximums, die in der entscheidenden Phase den Unterschied machten.

Schindlers Weg ins Finale

Schindlers Turnier verdient trotz der Niederlage großen Respekt. In Runde eins besiegt er Wessel Nijman knapp mit 6:5. Danach schlägt er Jermaine Wattimena mit 10:4. Im Viertelfinale gelingt ihm gegen Jonny Clayton ein 10:1 bei einem Average von 103,16 Punkten, inklusive eines 167er-Checkouts. Im Halbfinale schaltet er den Polen Krzysztof Ratajski, der zuvor Luke Littler ausgeschaltet hat, mit 11:6 aus. Mit einem Average von 98,88 Punkten übernimmt er früh die Kontrolle. Ein 80er-Check auf Doppel fünf besiegelt den Finaleinzug, und die Fans feiern ihren Favoriten mit “Martin Schindler Olé”-Rufen.

Smith bleibt der Mann der Stunde

Auch Smith nimmt in Dortmund einen langen Weg. Er übersteht die erste Runde gegen Karel Sedlacek mit 6:4 trotz mehrerer vergebener Matchdarts. Gegen Damon Heta gewinnt er 10:7, gegen Luke Woodhouse 10:6. Im Halbfinale dreht er gegen Gerwyn Price einen 1:4-Rückstand und siegt mit 11:7. Der Engländer schließt damit ein starkes Jahr ab: Er gewinnt die World Series of Darts Finals in Amsterdam und gilt als bester Spieler der diesjährigen European Tour.
Für Schindler bleibt die Erkenntnis, dass er auf höchstem Niveau mithalten kann. Nimmt er diese Form mit in die entscheidende Phase des Jahres, muss sich die Konkurrenz beim Grand Slam of Darts auf ihn einstellen.
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