European Championship 2026: Martin Schindler überragt gegen Jonny Clayton und steht im Halbfinale - Luke Littler scheidet aus

PDC
Martin Schindler (3)
Im Viertelfinale der European Championship 2026 traf Martin Schindler auf Jonny Clayton und „The Wall“ spielte gegen den Waliser groß auf. Selten zuvor hatte ein deutscher Spieler in einem Major-Viertelfinale so überragende Darts parat und ließ seinem Gegner nicht den Hauch einer Chance.
Auch die anderen Viertelfinalspiele mit Beteiligung von Ross Smith und Gerwyn Price gingen deutlich aus. Das letzte Viertelfinale sorgte aber noch einmal für eine große Überraschung.

Clayton hat gegen stark aufgelegten Schindler keine Chance

In seinem ersten Major-Viertelfinale im Jahr 2026 traf Martin Schindler nach seinen Siegen gegen Wessel Nijman und Jermaine Wattimena auf Jonny Clayton. Dieser hatte zuvor Niko Springer und Josh Rock ausgeschaltet. Relativ schnell merkte der Waliser, dass sein Gegner sich im Viertelfinale auch mit Hilfe der heimischen Fans im Rücken ordentlich etwas vorgenommen hatte.
Martin Schindler (3)
Martin Schindler steht im Halbfinale der Darts-EM.
Von Beginn an zeigte Schindler das Scoring, was ihm im restlichen Jahr auf Majorbühnen häufig abhandengekommen war. Und auch die Doppel saßen in der Anfangsphase. Vor allem der Check zum 4:1 Pausenstand elektrisierte die Westfalenhalle: 127 Punkte räumte der Straußberger über das Bullseye ab und vermied so, dass Clayton verkürzen konnte.
Dieser spielte im Average zwischenzeitlich sogar besser als sein Kontrahent, aber selbst mit einem zwischenzeitlichen Durchschnitt von 108 Punkten gelang es ihm nicht, die gute Phase Schindlers zu unterbrechen.
Aus der Pause kam die deutsche Nummer eins sofort mit einem Ausrufezeichen: 167 Punkte checkte Schindler zum 5:1 und ließ Clayton kopfschüttelnd einen Schluck aus dem Wasserglas nehmen. Auch der sechste Dart auf Doppel von Schindler sollte sitzen. Dem Deutschen gelang einfach alles und so waren die 74 Punkte ein Leg später ebenfalls schnell gelöscht.
Nachdem sich alle Fans nach der ersten Session darauf eingestellt hatten, dass es besser gar nicht hätte laufen können, belehrte Schindler sie eines Besseren. Nach der ersten Pause gab er in den nächsten fünf Legs nämlich kein einziges ab und führte beim erneuten Gang in die Katakomben mit 9:1.
Ein Leg später war es tatsächlich passiert. Über die Doppel-20 zog Schindler in das Halbfinale ein und gab völlig überraschend gegen die Nummer fünf der Welt nur ein Leg ab.

Smith überscored Woodhouse

Früher am Nachmittag standen sich Luke Woodhouse und Ross Smith gegenüber. Vor allem Smith erwischte wie schon in seinem Achtelfinale gegen Damon Heta einen phänomenalen Start.
Bereits im dritten Leg der Partie konnte der „Smudger“ mit einem 121er-Finish breaken und sich so einen Vorsprung erarbeiten. Aber auch Woodhouse war in der Lage, Checkouts über der 100-Punkte-Marke zu eliminieren und verkürzte nach seinem 108er-Finish auf 2:3.
Das Spiel fand auf hohem Niveau statt. Beide Kontrahenten spielten in der ersten Session einen Average von über 100.
Aus der Pause kam der „Smudger“ besser hinaus. Die Doppel-1 war es, die es Smith im Leg nach der Pause ermöglichte, seinen Anwurf zu halten. Beim Stand von 4:2 konnte er dann erneut breaken. Woodhouse spielte keine schlechte Partie, hatte aber Probleme, mit dem hohen Scoring von Smith mitzuhalten. Wenn er aber mal die Möglichkeiten im Finish-Bereich hatte, dann konnte er diese wie in Leg zehn bei seinem 87er-Finish zum 3:5 nutzen.
Gegen das Komplettpaket, das der Europameister von 2024 sowohl im Scoring als auch bei Checkouts in petto hatte, war er aber weitestgehend machtlos. Nach einem 145er-Check konnte Smith seine Führung sogar auf 7:3 ausbauen.
Diese gute Ausgangslage konnte der 38-Jährige trotz einiger Breaks in der Schlussphase des Matches über die Zeit retten und machte mit seinem 81er-Finish zum 10:6 seinen Halbfinaleinzug dingfest.

Price hat auch im Viertelfinale keine Probleme

Gerwyn Price machte in seinem Viertelfinale gegen Stephen Bunting von Beginn an klar, wer dieses Match am Ende gewinnen sollte. Nach einem 104er-Check in Leg eins schickte sich Price an, eine nahezu perfekte Session zu spielen. Lediglich der verpasste Dart auf der Doppel-12 in Leg vier verhinderte die absolute Perfektion. Nach acht perfekten Darts schlug der Pfeil knapp unter dem gewünschten Doppelfeld ein und verfehlte so den zweiten Neundarter des Turniers.
Gerwyn Price (2)
Gerwyn Price hatte mit Stephen Bunting keine Probleme.
Stephen Bunting erwischte einen kategorisierten Fehlstart. Neben seinen sechs verpassten Darts auf Doppel gelang es ihm nicht im Ansatz, Price gefährlich zu werden und verabschiedete sich ohne Leggewinn mit 0:5 in die erste Pause.
An seiner Chancenlosigkeit änderte auch sein erster Leggewinn in Leg Nummer sechs nichts. Zumindest an der Ergebniskosmetik konnte der Engländer feilen und verkürzte wenig später nach einem 110er-Check auf 3:7.
Mehr Legs waren ihm nicht gegönnt. Price beendete das Match nach einem 87er-Finish auf der Doppel-18 und siegte schlussendlich mit 10:3.

Ratajski trifft im Halbfinale auf Schindler

Im letzten Viertelfinale wurde der Halbfinalgegner von Martin Schindler auserkoren. In diesem traf der amtierende Weltmeister Luke Littler auf die polnische Nummer eins Krzysztof Ratajski.
Der „Polish Eagle“ überzeugte in der Anfangsphase und sicherte sich in Leg drei nicht nur das erste Break der Partie, sondern konnte auch in Leg fünf Littlers Anwurf abnehmen. Der Doppelweltmeister hatte zweimal je eine Möglichkeit, ein Leg auf der Doppel-20 zu beenden, patzte aber doppelt und ging so mit einem 1:4-Rückstand in die Werbeunterbrechung.
Ratajski nahm auf Littlers Scoringschwäche keine Rücksicht und sicherte sich nach der Pause drei Legs in Folge.
Luke Littler (2)
Littler bleibt der Europameister-Titel verwehrt.
Littler reagierte auf seine schwachen Würfe mit Kopfschütteln oder anderen negativen Emotionen. Er war sichtlich frustriert.
Der Ärger ebbte auch nach Leg zehn nicht ab: Littler hatte vier Darts Zeit mit einem Treffer auf der Doppel-4 auf 3:7 zu stellen, aber verpasste. Dankbar nahm der Pole das Geschenk über sein Lieblingsdoppel an und holte sich sein achtes Leg.
Nach der zweiten Pause versuchte Littler zwar noch einmal mit dem Wechsel seiner Flight-Farbe einen mentalen Impuls zu setzen, aber gegen diesen stark aufspielenden Ratajski war ein Comeback dieses Ausmaßes nicht mehr möglich.
Zwischenzeitlich kam aber noch einmal Spannung auf: Ausschlaggebend waren zwei verpasste Darts von Ratajski auf der Doppel-16. Nachdem Littler diese Fehler bestrafen konnte, startete er eine kleine Serie. Bis auf 6:8 konnte er sich heranarbeiten. Dann verpasste die Nummer eins der Welt aber das Bullseye und ließ sich von seinem Gegner breaken. In Leg Nummer 16 war es dann so weit: Der zweite Matchdart traf in der Doppel-20 ein und machte die Überraschung perfekt. Ratajski schlug Littler mit 10:6.
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