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Michael van Gerwen setzt sich die Serie enttäuschender Ergebnisse fort. Der dreimalige Weltmeister musste sich am Freitagabend zum Auftakt der
European Darts Championship 2026 in Dortmund seinem niederländischen Landsmann
Kevin Doets mit 3:6 geschlagen geben. Damit endete das Turnier für „Mighty Mike“ bereits in der ersten Runde – ein weiterer empfindlicher Rückschlag für den einstigen Dominator der Darts-Welt.
Im anschließenden Interview mit Viaplay machte van Gerwen aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Sichtlich frustriert räumte der Niederländer ein, dass die anhaltenden Niederlagen zunehmend an ihm zehren. Aufgeben kommt für den ehemaligen Weltranglistenersten dennoch nicht infrage. Vielmehr will er sich gegen die Rückschläge stemmen und weiter an seiner Rückkehr zu alter Stärke arbeiten.
Van Gerwen hadert mit entscheidenden Checkouts: „Das ist bitter“
„Ja, definitiv. Man bekommt einfach ständig einen Dämpfer. Dagegen muss man versuchen, sich zu wappnen“, erklärte van Gerwen auf die Frage, ob ihn die jüngsten Enttäuschungen mittlerweile entmutigen würden.
Michael van Gerwen erlebt bei der European Darts Championship in Dortmund den nächsten Rückschlag. Nach der 3:6-Niederlage gegen Kevin Doets zeigt sich der dreimalige Weltmeister sichtlich frustriert.
Als einen entscheidenden Faktor für seine Niederlage machte der Niederländer die starken Finishes seines Gegners aus. Insbesondere zwei hohe Checkouts von Doets hätten der Begegnung in wichtigen Phasen eine andere Richtung gegeben. Die 106 und 132 Punkte, die sein Landsmann jeweils zum Leggewinn aus dem Board nahm, trafen van Gerwen zu denkbar ungünstigen Zeitpunkten.
„Ich glaube, dass er zu Beginn der Partie zunächst nicht richtig ins Spiel gefunden hat. Dann checkt er plötzlich 106 Punkte. Anschließend nimmt er in einem enorm wichtigen Moment auch noch die 132 heraus. Das ist natürlich bitter. Aber danach hätte ich selbst ebenfalls noch eine Schippe drauflegen müssen.“
Genau das gelang dem dreimaligen Weltmeister allerdings nicht. Immer wieder ließ er auf vielversprechende Phasen schwächere Aufnahmen folgen, anstatt den Druck auf Doets konstant hochzuhalten. „Ich konnte einfach nicht nachlegen. Das ist manchmal wirklich frustrierend.“
„Ich weiß, dass ich viel besser spielen kann“ – Van Gerwen glaubt weiter an sich
Trotz der anhaltenden Rückschläge ist van Gerwens Überzeugung, wieder an seine früheren Leistungen anknüpfen zu können, ungebrochen. Der Niederländer betonte, dass sein aktuelles Niveau keineswegs durchgehend schlecht sei. Gemessen an seinen eigenen Ansprüchen reiche es jedoch längst nicht aus. Gerade weil er wisse, welches Potenzial weiterhin in ihm stecke, wolle er sich mit seinen derzeitigen Ergebnissen nicht zufriedengeben.
„Ich weiß, dass Michael van Gerwen momentan nicht in Form ist. Und trotzdem spiele ich noch einen Average von 95 oder 96 Punkten. Das ist nicht einmal besonders schlecht, vor allem nicht in einer ersten Runde. Aber ich weiß eben auch, dass ich viel besser spielen kann. Und genau danach muss man immer weiter streben.“
Dass der Weg zurück an die Spitze kein einfacher wird, ist dem ehemaligen Weltranglistenersten bewusst. Für van Gerwen gibt es deshalb nur eine Antwort auf die sportlich schwierige Situation: konsequent weiterarbeiten. „Im Moment ist einfach harte Arbeit gefragt. Gegen mich legen derzeit alle noch eine Schippe drauf. Aber ich muss weiter hart an mir arbeiten. So einfach ist das.“
„Ich muss mich selbst hinterfragen“ – Van Gerwen sucht nach Antworten
Im weiteren Verlauf des Interviews wurde van Gerwen darauf angesprochen, ob er inzwischen das Gefühl habe, aufgrund seiner jüngsten Ergebnisse bereits mit einem mentalen Rückstand in seine Partien zu gehen. Der Niederländer wollte diesen Gedanken allerdings nicht überbewerten. Vielmehr verwies er darauf, dass seine Gegner in den entscheidenden Momenten häufig besonders starke Leistungen abrufen.
„Ja, mental. Aber damit beschäftige ich mich eigentlich gar nicht so sehr. Die anderen legen eben noch etwas drauf, und dafür muss man ihnen in diesem Moment auch Respekt zollen. Natürlich muss ich mich aber immer wieder selbst hinterfragen und mich vor allem auf mein eigenes Spiel konzentrieren.“
Genau das habe er auch gegen Doets versucht. Allerdings sei es ihm nicht gelungen, seine Möglichkeiten konsequent genug auszuschöpfen. Vor allem beim Scoring habe er in wichtigen Situationen entscheidende Chancen liegen lassen. „Das habe ich auch in diesem Match getan, aber eben nicht gut genug. Ich glaube, dass ich hier und da wichtige Triple verfehlt habe.“
Abschließend ging van Gerwen noch einmal auf die besondere Herausforderung ein, die das Spiel seines Landsmanns mit sich bringt. Doets sei ein Gegner, dessen Leistungen innerhalb einer Partie stark schwanken könnten, der in seinen besten Momenten aber äußerst gefährlich sei. Umso wichtiger sei es, gerade in diesen Phasen selbst dagegenzuhalten.
„Man weiß, worauf man sich gegen Kevin Doets einstellen muss. Manchmal spielt er ein richtig starkes Leg, dann folgt wieder ein schwächeres, bevor er anschließend erneut ein sehr gutes Leg zeigt. Gerade in den Legs, in denen er besonders stark spielt, muss man selbst etwas entgegensetzen. Und genau das habe ich heute zu selten geschafft.“