„Dieses Leben, das er jetzt führt, das passt nicht zusammen“ – Michael van Gerwen wird für neuen Lebensstil kritisiert
PDC
Michael van Gerwen steht in der entscheidenden Phase der Premier League Darts erneut unter Druck. Über Jahre hinweg war der Niederländer ein nahezu sicherer Teilnehmer der Play-offs, doch in dieser Saison gerät seine Position einmal mehr ins Wanken. Drei Spieltage vor Schluss rücken die Verfolger näher – gleichzeitig stehen auch Form und Vorbereitung des Niederländers zunehmend im Fokus.
Beim Spielabend in Aberdeen bot sich van Gerwen die Chance, sich von seinen direkten Konkurrenten abzusetzen. Stattdessen musste er im Viertelfinale eine 3:6-Niederlage gegen Luke Humphries hinnehmen. Dadurch rückten sowohl Humphries als auch Gian van Veen bis auf zwei Punkte an ihn heran – das Rennen um die Play-off-Plätze ist damit völlig offen.
Unruhe vor Aberdeen – Kritik aus dem direkten Umfeld wird lauter
Auch abseits der Bühne verliefen die Tage vor dem Auftritt in Aberdeen alles andere als ruhig. Am Wochenende zuvor hatte van Gerwen den niederländischen Königstag gefeiert und war mehrere Tage unterwegs. Dabei kam es zu einem Zwischenfall. „Bei diesem Mann war offensichtlich zu viel Alkohol im Spiel, und für mein Gefühl kam seine Wut aus dem Nichts. Als er scheinbar auf dem Weg zum Ausgang war, holte er plötzlich aus“, erklärte van Gerwen gegenüber Sportnieuws.nl.

Michael van Gerwen steht im Endspurt der Premier League Darts unter wachsendem Druck – Kritik an Form und Vorbereitung nimmt zu
Der Niederländer betonte jedoch, dass der Vorfall nicht den gesamten Abend widerspiegele. „Es ist schade, dass diese Bilder ohne jeglichen Kontext veröffentlicht werden. Ansonsten war es ein ruhiger und gemütlicher Abend, an dem nichts Aufregendes passiert ist. Aber gut, es ist, wie es ist.“
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Kurz darauf stand bereits wieder der sportliche Alltag auf höchstem Niveau an – doch gegen Humphries blieb van Gerwen hinter den Erwartungen zurück. Experte und Ex-Profi Vincent van der Voort fand deutliche Worte.
„Es war einfach nicht gut“, stellte van der Voort bei Viaplay fest. Vor allem die mangelnde Präzision im Spiel seines langjährigen Freundes fiel ihm auf. „Van Gerwen ist ein Weltklasse-Talent, er hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Aber so, wie er es im Moment macht, kann es auch nicht konstant sein.“
Die Kritik beschränkt sich dabei nicht allein auf die Leistung am Oche. Van der Voort sieht auch im Umfeld und im aktuellen Lebensstil des Niederländers einen entscheidenden Faktor. „Aber dann umzuschalten und wieder auf höchstem Niveau zu spielen, das ist auch mental sehr schwierig. Denn man ist in Feierlaune, nur eitel Sonnenschein, und plötzlich muss man am Mittwoch ins Flugzeug und am Donnerstag eine Topleistung bringen.“
Aus seiner Sicht liegt genau darin das zentrale Problem. Die Balance zwischen Entspannung und Spitzensport sei auf diesem Niveau schwer aufrechtzuerhalten. „Dieses Leben, das er jetzt führt, das passt nicht zusammen. Wir schauen uns das jetzt seit vier, fünf Monaten an. In der einen Woche ist es gut, in der anderen Woche wirkt es einfach wirklich auf null zurückgesetzt.“
Entsprechend klar fällt seine Einschätzung aus. „Das wird nicht besser, wenn man es so angeht. Jeder, der an der Spitze mitmischen will, muss dafür leben. Wenn man das nicht aufbringen kann, wird es schwierig.“
Gleichzeitig zeigt van der Voort Verständnis für die Situation seines Landsmanns. Van Gerwen ist seit jungen Jahren im Spitzensport aktiv und absolvierte über Jahre hinweg ein extrem dichtes Turnierprogramm. Zudem erlebte er im vergangenen Jahr eine turbulente Phase im Privatleben, unter anderem die Trennung von Daphne Govers. „Am Spieltag macht er alles, was er tun muss, um gut zu sein, nur drumherum nicht“, erklärte van der Voort.
Mit nur noch wenigen Spieltagen verbleibt van Gerwen nun kaum Spielraum für weitere Rückschläge. In neun der bisherigen elf Premier-League-Ausgaben erreichte er die Play-offs – diesmal muss er absolute Top-Leistungen bringen, um diese Serie nicht reißen zu lassen.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









