Dutch Darts Championship 2026: Schindler trotz Weltklasse-Leistung ausgeschieden – auch Price und Aspinall geschlagen

PDC
durch Nic Gayer
Martin Schindler
Bitteres Aus für Martin Schindler bei der Dutch Darts Championship 2026! Der deutsche Hoffnungsträger lieferte sich am Sonntagnachmittag in Maastricht ein hochklassiges Achtelfinale mit Damon Heta, musste sich dem Australier trotz eines überragenden Averages von 104,09 Punkten jedoch mit 4:6 geschlagen geben. Dabei hatte „The Wall“ mit einem spektakulären 10-Darter einen Traumstart erwischt und zwischenzeitlich bereits mit 2:0 geführt. Doch Heta kämpfte sich zurück und entschied die Partie mit einem entscheidenden 97er-Finish zu seinen Gunsten. Damit ist auch der letzte deutsche Teilnehmer beim European-Tour-Saisonfinale ausgeschieden.
Für Aufsehen sorgten zudem die überraschenden Niederlagen von Gerwyn Price und Nathan Aspinall. Während sich „The Iceman“ dem Niederländer Niels Zonneveld mit 4:6 geschlagen geben musste, kassierte Aspinall gegen Stephen Bunting eine deutliche 1:6-Pleite. Rekordmann Gian van Veen setzte seinen Erfolgslauf dagegen fort: Einen Tag nach seinem historischen European-Tour-Average von 120,24 Punkten ließ der amtierende Europameister Brendan Dolan beim 6:1 keine Chance. Insgesamt qualifizierten sich vier Niederländer für die Viertelfinals am Sonntagabend, in denen der letzte European-Tour-Titel des Jahres vergeben wird.

Schindler startet mit 10-Darter – Heta gewinnt hochklassigen Schlagabtausch

Martin Schindler hatte am Samstag auf den letzten Drücker sein Ticket für die European Darts Championship gelöst. Einen Tag später wollte der Deutsche in Maastricht den nächsten Erfolg feiern – und erwischte gegen Damon Heta einen geradezu sensationellen Start.
Martin Schindler im Einsatz.
Martin Schindler begeisterte in Maastricht mit einem 10-Darter und einem Average von 104,09 Punkten, musste sich Damon Heta im Achtelfinale aber mit 4:6 geschlagen geben.
Mit einem überragenden 10-Darter sicherte sich „The Wall“ das erste Leg. Anschließend gelang ihm auf der Doppel-10 das Break zur 2:0-Führung. Doch Heta ließ sich davon nicht beeindrucken. Der Australier antwortete mit einem 42er-Finish zum Re-Break und glich wenig später auf der Doppel-18 zum 2:2 aus.
Als „The Heat“ anschließend auch noch auf der Doppel-10 zum 3:2 breakte, hatte er die Partie mit drei gewonnenen Legs in Folge vollständig gedreht. Schindler bewies allerdings Kampfgeist: Auf der Doppel-16 gelang ihm das direkte Re-Break, ehe er mit einem schwierigen Treffer auf der Doppel-9 wieder mit 4:3 in Führung ging.
Die Entscheidung fiel in einer dramatischen Schlussphase. Heta stellte zunächst mit einem starken 81er-Finish auf 4:4. Im neunten Leg verpasste Schindler dann ein 117er-Checkout auf Tops – und sein Gegner schlug eiskalt zu. Mit einem 97er-Finish auf den letzten Dart gelang Heta das entscheidende Break zum 5:4. Anschließend brachte der Australier den 6:4-Erfolg über die Ziellinie.
Besonders bitter aus deutscher Sicht: Schindler spielte mit 104,09 Punkten den höheren Average, während Heta auf ebenfalls hervorragende 102,50 Punkte kam. Der Deutsche warf zudem sechs 180er, sein Gegner lediglich zwei. Letztlich gab jedoch die Chancenverwertung den Ausschlag: Heta traf 42,86 Prozent seiner Doppel, Schindler kam auf 28,57 Prozent.
Für „The Wall“ endet die Dutch Darts Championship damit im Achtelfinale. Seine zuvor gesicherte EM-Qualifikation bleibt jedoch ein wichtiger Erfolg dieses Wochenendes.

Price verspielt Führung – Zonneveld sorgt für niederländischen Jubel

Eine der größten Überraschungen des Nachmittags gelang Niels Zonneveld. Der Niederländer setzte sich vor heimischem Publikum mit 6:4 gegen Gerwyn Price durch und erreichte damit das Viertelfinale.
Zonneveld erwischte den besseren Start und ging unter anderem durch ein sehenswertes 92er-Finish mit 3:1 in Führung. Price kämpfte sich jedoch eindrucksvoll zurück. Mit einem 109er-Highfinish gelang dem Waliser das Break zum 2:3, ehe er zunächst ausglich und anschließend selbst mit 4:3 in Führung ging.
Doch ausgerechnet in dieser Phase ließ „The Iceman“ seine Möglichkeiten liegen. Zwei verpasste Doppelchancen auf das 5:3 ermöglichten Zonneveld den Ausgleich. Wenig später verfehlte Price auch ein mögliches 100er-Checkout über zweimal Tops. Der Niederländer nutzte seine Chance, übernahm mit 5:4 die Führung und verwandelte schließlich seinen ersten Matchdart auf der Doppel-12.
Mit einem Average von 95,59 Punkten lag Zonneveld knapp vor Price, der auf 94,87 kam. Für den Niederländer war es ein umjubelter Erfolg gegen einen der prominentesten Titelanwärter.

Bunting überrollt Aspinall und komplettiert das Viertelfinale

Auch Nathan Aspinall musste seine Titelhoffnungen überraschend deutlich begraben. Im letzten Achtelfinale des Nachmittags unterlag „The Asp“ seinem englischen Landsmann Stephen Bunting mit 1:6.
Bunting übernahm von Beginn an die Kontrolle. Nach dem 1:1-Ausgleich durch Aspinall entschied „The Bullet“ die nächsten fünf Legs für sich. Dabei profitierte er auch von den zahlreichen vergebenen Doppelchancen seines Gegners.
Ein 70er-Finish in zwei Darts brachte Bunting das 3:1, anschließend stellte er nach einer 180 bei 220 Restpunkten mit einem 40er-Checkout auf 4:1. Über die Doppel-12 erhöhte er auf 5:1, ehe er auf der Doppel-6 seinen deutlichen Sieg perfekt machte.
Der Unterschied lag vor allem auf den Doppelfeldern: Während Bunting 60 Prozent seiner Chancen verwertete, kam Aspinall lediglich auf 8,33 Prozent. Die Averages von 92,30 beziehungsweise 90,98 Punkten lagen dagegen vergleichsweise nah beieinander.

Van Veen nach historischem Rekord weiter auf Titelkurs

Nach seinem historischen Auftritt am Samstag richteten sich zum Auftakt der Nachmittagssession alle Augen auf Gian van Veen. Der Niederländer hatte am Vortag mit einem unglaublichen Average von 120,24 Punkten einen neuen European-Tour-Rekord aufgestellt. Gegen Brendan Dolan knüpfte er zwar nicht an diese außergewöhnliche Bestmarke an, überzeugte aber mit einem souveränen 6:1-Erfolg.
Dabei hatte die Partie zunächst mit einem Break für Dolan begonnen. Der Nordire checkte 61 Punkte zur 1:0-Führung, doch van Veen antwortete umgehend. Zweimal traf der amtierende Europameister die Doppel-8 und drehte den Rückstand in eine 2:1-Führung.
Mit einem 15-Darter gelang dem Niederländer anschließend das nächste Break, das er auf der Doppel-16 zum 4:1 bestätigte. Für das Highlight sorgte van Veen im sechsten Leg: Mit zwei Treffern in die Triple-20 und einem abschließenden Dart auf Doppel-13 räumte er spektakuläre 146 Punkte aus dem Board.
Ein 65er-Checkout besiegelte wenig später den ungefährdeten Sieg. Van Veen beendete die Partie mit einem Average von 96,72 Punkten und bleibt damit im Rennen um seinen ersten Titel auf der European Tour.

Noppert und Nijman setzen niederländischen Erfolgslauf fort

Neben van Veen und Zonneveld erreichten auch Danny Noppert und Wessel Nijman die Runde der letzten Acht. Damit stehen gleich vier Niederländer in der Finalsession ihres Heimturniers.
Noppert setzte sich in einem hochklassigen rein niederländischen Duell mit 6:3 gegen Jermaine Wattimena durch. „The Freeze“ spielte einen Average von 100,44 Punkten, Wattimena überzeugte mit ebenfalls starken 99,18 Punkten.
Danny Noppert jubelt.
Danny Noppert überzeugte beim 6:3-Erfolg über Jermaine Wattimena mit einem Average von 100,44 Punkten und einem spektakulären 145er-Highfinish.
Nach ausgeglichenem Beginn übernahm Noppert mit einem 67er-Finish zum 2:1 die Führung und baute seinen Vorsprung durch ein Break auf 3:1 aus. Das Highlight folgte unmittelbar danach: Mit einem sehenswerten 145er-Highfinish erhöhte er auf 4:1. Wattimena verkürzte zwar noch einmal, doch Noppert behielt die Kontrolle und besiegelte seinen Erfolg mit einem 81er-Checkout.
Auch Wessel Nijman präsentierte sich in guter Verfassung. Der Niederländer bezwang den Spanier Cristo Reyes mit 6:3 und spielte dabei einen Average von 97,04 Punkten.
Nach zwei Breaks zum Auftakt setzte sich Nijman durch einen gehaltenen Anwurf und ein weiteres Break auf 3:1 ab. Mit einem 36er-Finish baute er die Führung auf 4:1 aus. Reyes kämpfte sich zwischenzeitlich auf 2:4 heran, doch Nijman ließ nichts mehr anbrennen. Auf der Doppel-16 machte er seinen Viertelfinaleinzug perfekt. Insgesamt gelangen ihm sechs 180er.

Searle dreht Partie gegen Smith mit spektakulärem Schlussspurt

Für eines der spannendsten Duelle des Nachmittags sorgten Ryan Searle und Ross Smith. In einem umkämpften englischen Derby setzte sich „Heavy Metal“ mit 6:4 durch, nachdem Smith zwischenzeitlich bereits mit 4:3 geführt hatte.
Zunächst hielten beide Spieler konsequent ihre Anwurflegs. Smith setzte mit einem 104er-Highfinish zum 3:3 ein Ausrufezeichen, ehe ihm im siebten Leg das erste Break der Partie gelang.
Doch Searle reagierte mit einem spektakulären Schlussspurt. Ein herausragendes 150er-Checkout brachte das sofortige Re-Break zum 4:4. Im anschließenden Leg startete der Engländer mit sieben perfekten Darts und brachte einen überragenden 12-Darter zum 5:4 ins Ziel.
Mit einem abschließenden 98er-Finish machte Searle schließlich den dritten Leggewinn in Folge und damit seinen 6:4-Sieg perfekt. Sein Average lag bei 92,70 Punkten, Smith kam auf 91,14.

Woodhouse übersteht Doppelprobleme und bezwingt O'Connor

Ebenfalls im Viertelfinale steht Luke Woodhouse. Der Engländer bezwang William O'Connor in einem umkämpften Duell mit 6:4 und übersprang dabei die Marke von 100 Punkten im Average.
„Woody“ erwischte einen furiosen Start mit sechs perfekten Darts im ersten Leg und ging früh mit 2:0 in Führung. Anschließend offenbarten sich allerdings Probleme auf den Doppelfeldern: Im dritten Leg verpasste Woodhouse gleich sieben Darts auf Doppel-16 und ermöglichte O'Connor den Anschluss.
Davon erholte sich der Engländer zunächst eindrucksvoll. Mit einem 109er-Highfinish stellte er auf 3:1, ehe der Ire seinerseits mit einem spektakulären 134er-Checkout antwortete. Woodhouse verteidigte seinen Vorsprung und führte zwischenzeitlich mit 4:2.
O'Connor gab sich jedoch nicht geschlagen. Mit einem Break zum 4:4 stellte er die Partie wieder auf Anfang, doch Woodhouse antwortete sofort mit einem starken 13-Darter zum 5:4. Im zehnten Leg benötigte der Engländer erneut mehrere Anläufe auf Doppel-16, brachte den Sieg schließlich aber ins Ziel.
Mit einem Average von 100,04 Punkten gehörte Woodhouse zu den stärksten Spielern der Session. O'Connor kam auf ebenfalls gute 95,06 Punkte.

Acht Viertelfinalisten stehen fest – Entscheidung am Abend

Damit sind alle acht Achtelfinals der Dutch Darts Championship 2026 gespielt. Gian van Veen, Ryan Searle, Luke Woodhouse, Danny Noppert, Niels Zonneveld, Wessel Nijman, Damon Heta und Stephen Bunting haben sich für die Finalsession qualifiziert.
Während die niederländischen Fans gleich vier ihrer Landsleute im Viertelfinale anfeuern dürfen, ist das Turnier für Martin Schindler nach einer starken Leistung beendet. Am Sonntagabend folgen die Viertelfinals, Halbfinals und schließlich das Endspiel, in dem der letzte European-Tour-Champion des Jahres gekürt wird.
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