„Es fühlte sich an, als wäre ich mit Darts fertig“ – Noa-Lynn van Leuven spricht über die Folgen ihres Ausschlusses
PDCNoa-Lynn van Leuven hat offen darüber gesprochen, welche Auswirkungen ihr Ausschluss von Frauenturnieren auf ihre Darts-Karriere hatte. Nach eigenen Angaben wurde die niederländische Spielerin von der neuen Regelung völlig überrascht. In den ersten Wochen nach der Entscheidung hatte sie sogar das Gefühl, ihre Laufbahn im Dartsport sei vorbei.
Die Darts Regulation Authority (DRA) führte neue Regeln ein, nach denen Transfrauen nicht mehr an Frauenwettbewerben teilnehmen dürfen. Im Vorfeld hatte die Darts-Behörde eine Untersuchung der Entwicklungsbiologin Dr. Emma Hilton in Auftrag gegeben. Der Bericht kam zu dem Schluss, dass „mehrere kleine Geschlechtsunterschiede sich summieren und im Darts zu einem Vorteil von Männern gegenüber Frauen führen.“
„Ich habe es nicht erwartet – schon gar nicht mitten in einer Saison“
Für die 30-jährige van Leuven kam die Entscheidung unerwartet. Die Niederländerin hatte zuvor Darts-Geschichte geschrieben: Als erste Transgender-Spielerin überhaupt nahm sie an einer PDC-WM teil. Zudem gewann sie als erste Trans-Spielerin einen Titel auf der Challenge Tour. Durch die neue Regelung änderten sich ihre sportlichen Perspektiven jedoch von einem Moment auf den anderen grundlegend.

Noa-Lynn van Leuven feierte bei der PDC Darts WM 2025 ihr Ally-Pally-Debüt.
„Um ehrlich zu sein, kam es wirklich überraschend“, erzählte van Leuven im Weekly Dartscast. „Ich wusste nicht, dass so etwas im Raum stand. Ich habe es nicht erwartet, schon gar nicht mitten in einer Saison.“ Auch die Begründung für die Entscheidung kann van Leuven nur schwer nachvollziehen. „Wie ich schon zuvor gesagt habe: Ich verstehe die Gründe einfach nicht. Aber gut, es ist, wie es ist, denke ich.“
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„Es fühlte sich an, als wäre ich mit Darts fertig“
Van Leuven hatte zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Titel auf der PDC Women's Series gewonnen und zudem das Halbfinale des Women's World Matchplay erreicht. Aufgrund der geänderten Regeln darf „The Duchess“ nun jedoch nicht mehr an der Women's Series teilnehmen.
Damit musste sie ihre komplette Planung für den weiteren Saisonverlauf umstellen. Van Leuven konzentriert sich inzwischen unter anderem auf Turniere der WDF und die Challenge Tour, räumt allerdings ein, dass sie die Entscheidung zunächst besonders hart getroffen habe.
„Um ehrlich zu sein, fühlte es sich in den ersten paar Wochen wirklich so an, als wäre ich mit Darts fertig“, sagte sie. „Aber wie ich auch gesagt habe: Ich bin noch nicht bereit, mich vom Sport zu verabschieden. Ich will einfach weiter Darts spielen, und ich habe viel zu viel Freude daran.“
Gleichzeitig spürt van Leuven, dass es erheblich schwieriger geworden ist, ihre Karriere auf dem bisherigen Weg fortzusetzen. „Es wird für mich im Moment einfach ein gutes Stück schwerer, Darts zu spielen.“
Auch ihre Teilnahme an WDF-Turnieren hat für die Niederländerin derzeit einen anderen Stellenwert. Während die Qualifikation für die Lakeside-WM normalerweise ein klares sportliches Ziel darstellen würde, hält van Leuven dieses Vorhaben aufgrund des fortgeschrittenen Zeitpunkts der Saison nicht mehr für besonders realistisch.
„Wenn ich jetzt WDF-Turniere spiele, tue ich das nicht, weil ich Lakeside erreichen will. Ich glaube nicht, dass das noch geht, weil ich nur noch etwa zwei Monate habe und es nicht mehr so viele Turniere gibt.“
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Saison komplett durcheinandergewirbelt
Die Challenge Tour hatte ohnehin bereits auf van Leuvens Saisonplan gestanden. Dort wollte sie vor allem möglichst viele Matches bestreiten, um ihr Spiel weiterzuentwickeln. Durch die neue Regelung nahm die Tour jedoch schlagartig eine wesentlich größere Bedeutung in ihrer Saison ein.
„Ich wollte die Challenge Tour spielen, um mein Niveau zu verbessern. Dann kam die Nachricht heraus und ich dachte: Ja, ich kann diese Turniere spielen und versuchen, mein Spiel weiter zu verbessern.“
Die Unsicherheit darüber, wie sie ihr Darts-Jahr künftig gestalten sollte, verschwand dadurch allerdings nicht. „Meine ganze Saison wurde im Grunde gesprengt. Also wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ich wusste nicht, wie ich die Freude am Darts zurückfinden sollte.“
Hinzu kommen finanzielle Überlegungen. Für internationale Turniere muss van Leuven regelmäßig ins Vereinigte Königreich reisen, während gleichzeitig die Startgebühren steigen.
„Ich dachte: Werde ich das Geld ausgeben, um ins Vereinigte Königreich zu reisen? Die Startgebühren sind ziemlich hoch. Werde ich all das machen, um zu versuchen, die Freude am Darts wiederzufinden? Oder bleibe ich bei den Dingen, die ich schon kenne?“
Schließlich entschied sich van Leuven für einen anderen Ansatz. Statt sich ausschließlich auf die ihr bereits vertrauten Turniere zu konzentrieren, nutzte sie die veränderte Situation auch als Gelegenheit, andere Länder und Wettbewerbe kennenzulernen.
„Oder werde ich versuchen, etwas mehr von der Welt zu sehen? Genau das habe ich gemacht. Ich war in Schweden und der Schweiz. Ich hoffe, dieses Jahr noch ein oder zwei WDF-Turniere mitzunehmen.“
Der Kontrast zur Situation vor zwölf Monaten könnte für van Leuven entsprechend kaum größer sein. Während ihre Saison damals einer klaren Struktur folgte, muss sie ihren Weg im Darts-Sport nun neu finden. „Es ist alles ein bisschen anders als vor einem Jahr.“

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









