Die erste Session der
European Championship 2026 in der Dortmunder Westfalenhalle hat alles geliefert, was Darts-Fans lieben. Luke Woodhouse spielte einen 9-Darter, Stephen Bunting rettete sich mit einem 160er-Checkout ins Ziel, und James Wade schied trotz vier Matchdarts aus. Gerwyn Price, Titelverteidiger Gian van Veen und der
topgesetzte Ross Smith zogen in die zweite Runde ein.
Neben Wade verabschiedeten sich auch Rob Cross, Dirk van Duijvenbode, Danny Noppert, Niels Zonneveld, Karel Sedlacek, Ryan Searle und Andrew Gilding. Für Gesprächsstoff sorgte vor allem der Titelverteidiger: Van Veen beendete einen Fluch, der seit acht Jahren auf dem Turnier lag.
9-Darter von Woodhouse
Das Eröffnungsspiel des Abends gehörte Luke Woodhouse. Im zweiten Leg ließ er gegen Dirk van Duijvenbode noch mehrere Breakdarts bei 36 Rest liegen, und der Niederländer glich mit einem Checkout auf Doppel acht zum 1:1 aus. Davon ließ sich Woodhouse nicht beirren. Im vierten Leg warf er zwei 180er und checkte 141 Punkte über die Doppel zwölf. Damit holte er sich nicht nur das erste Break, sondern auch den perfekten Leg und die 3:1-Führung.
Van Duijvenbode kämpfte sich beim Stand von 2:5 mit einem 79er-Finish zum 3:5 heran, kam aber nicht mehr näher. Woodhouse beendete das Spiel mit einem 89er-Checkout über das Bullseye und gewann 6:3. Mit einem Average von 99,11 Punkten (Van Duijvenbode: 84,82) zeigte er sich in Dortmund hellwach.
Bunting mit Mega-Finish zum Sieg
Das wohl dramatischste Match des Abends lieferten sich Stephen Bunting und Danny Noppert. Bunting startete mit zwei gewonnenen Legs, doch Noppert drehte die Partie und führte zwischenzeitlich mit 3:2. Beide Spieler fanden lange nicht zu ihrem gewohnt starken Niveau. Bei 4:4 checkte „The Bullet“ 76 Rest in zwei Darts, brach den Anwurf und führte mit 5:4.
Im nächsten Leg vergab Bunting 87 Rest zum Matchgewinn, und Noppert antwortete mit einem Checkout auf Doppel sechs zum 5:5. Im Decider verpasste Noppert den Matchdart auf Doppel 20. Bunting bestrafte das sofort mit einem bemerkenswerten 160er-Finish und gewann 6:5. Der Engländer erreichte damit die nächste Runde, obwohl er nur auf einen Average von 89,81 Punkten kam (Noppert: 90,92).
Heta überlebt Matchdarts-Drama
Für James Wade endete die Europameisterschaft früh und bitter. Der Weltranglistensechste spielte lange stark. Nach einem 15-Darter zum 2:2 und einem 121er-Finish auf Bull führte er mit 5:3 und stand kurz vor dem Sieg. Auch ein 11-Darter mit einem 96er-Checkout über Triple 20 und Doppel 18 gehörte zu seinen starken Momenten.
Dann kippte das Spiel. Bei 44 Rest hatte Wade zwei Chancen auf Doppel 20, nutzte aber keine. Damon Heta checkte auf Doppel acht zum Rebreak und 4:5. Wade vergab im weiteren Verlauf insgesamt vier Matchdarts. Der Australier gewann drei Legs in Folge, bestätigte das Break mit einem 13-Darter auf Doppel 16 und setzte sich im Decider durch. Heta siegte mit 6:5 (Average: 91,48; Wade: 96,48) und trifft in Runde zwei auf Ross Smith.
Price zieht davon
Im Topspiel des Abends bewies Gerwyn Price seine Klasse. Der Waliser checkte gleich im ersten Leg 127 Rest sehenswert über Bull zum Break. Beide Spieler legten ein Mega-Niveau vor, in der Anfangsphase lagen sie jeweils über 110 Punkten im Schnitt. Nach drei Legs hatte noch keiner seinen Anwurf gehalten, und Price führte mit 2:1.
Danach setzte sich der 135er-Checkout-Spezialist ab. Price hielt in Leg vier erstmals seinen Anwurf, Rob Cross schaffte das im nächsten Leg erneut nicht, und es stand 4:1. Mit einem 135er-Finish auf Doppel zwölf besiegelte Price den 6:2-Sieg. Am Ende stand ein Average von 99,26 Punkten (Cross: 90,90). Das ist ein klares Signal an die Konkurrenz, zumal Price in diesem Jahr bereits drei Major-Finals bestritt. In der zweiten Runde wartet Cameron Menzies.
Der Fluch ist gebrochen
Zum ersten Mal seit acht Jahren gewann ein Titelverteidiger der
European Championship sein Auftaktmatch. Gian van Veen, der im Vorjahr mit einem 11:10 im Finale gegen Luke Humphries seinen ersten Major-Titel geholt hatte, setzte sich mit 6:4 gegen Andrew Gilding durch.
Der Start verlief verheißungsvoll: Van Veen führte schnell mit 2:0. Dann reagierte „Goldfinger“ Gilding stark. Mit zwei 14-Dartern in Folge, darunter ein 85er-Checkout, glich er aus und zog beim Stand von 3:2 vorbei. Van Veen konterte mit dem Break und hielt anschließend seinen Anwurf zum 4:4. In dieser Phase stand der Weltranglistendritte unter Druck, blieb aber cool. Er checkte 13-Darter über die Doppel 16 zum 5:4 und beendete die Partie mit einem 70er-Finish über Triple 18 und Doppel acht. Beide Spieler zeigten mit Averages von 95,21 (Van Veen) und 93,62 (Gilding) ein solides Niveau. In Runde zwei trifft der Titelverteidiger auf Neun-Dart-Held Luke Woodhouse.
Schwieriges Match für den Topgesetzten
Ross Smith erwischte keinen guten Abend. Nach Startschwierigkeiten auf beiden Seiten ging er gegen den Tschechen Karel Sedlacek mit einem Treffer auf Doppel acht 3:2 in Führung. Danach folgten vier Breaks in Folge, denn die letzten Legs gingen stets an den Spieler, der als Zweiter warf. Beim Stand von 3:3 war wieder alles offen, und eine Überraschung lag in der Luft.
Beim 4:3 vergab der „Smudger“ bei 76 Rest die Chance auf seinen ersten Hold seit Leg zwei. Sedlacek blieb bei 25 Rest auf Doppel acht eiskalt und glich zum 4:4 aus. Smith zitterte sich dennoch ins Ziel. Er benötigte sechs Matchdarts, und Sedlacek ließ im zehnten Leg fünf Breakdarts auf Doppel acht und Doppel vier liegen. So hielt Smith erstmals seit Leg zwei wieder seinen Anwurf und gewann 6:4 (Average: 91,83; Sedlacek: 89,81).
Menzies und Huybrechts lassen nichts anbrennen
Cameron Menzies schaltete den als Nummer vier gesetzten Niels Zonneveld aus, der noch am Wochenende zuvor die Dutch Darts Championship in Maastricht gewonnen hatte. Der Niederländer brach Menzies zwar zunächst mit einem 109er-Checkout, doch der Schotte antwortete sofort. Auf Doppel vier baute er seine Führung auf 3:1 aus, später folgte ein 101er-Finish zum 5:2. Zonneveld fand nie richtig ins Spiel und lag zwischenzeitlich bei einem Average von nur 89 Punkten, zeigte aber Moral: Beim 2:5 hielt er mit einem 11-Darter auf Doppel 20 seinen Anwurf. Menzies beendete die Partie mit einem 87er-Checkout über das Bullseye zum 6:3.
Den stärksten Auftritt des Abends legte Kim Huybrechts hin. Der Belgier war als Nachrücker für den kranken Luke Humphries ins Turnier gerutscht und fertigte Ryan Searle mit 6:1 ab. „Hurricane“ spielte einen Average von 103,81 Punkten und traf 66 Prozent seiner Doppel. Nach nur zehn Minuten stand sein Einzug in die zweite Runde fest.
Das sind die Duelle der zweiten Runde
Mit Price gegen Menzies, Smith gegen Heta und Van Veen gegen Woodhouse stehen bereits drei spannende Duelle fest. Die erste Session hat gezeigt, wie eng es in Dortmund zugeht: Fünf der acht Partien endeten mit nur zwei oder drei Legs Unterschied, und gleich dreimal rettete sich ein Favorit mit Mühe über die Ziellinie.