„Ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Match gewinnen würde“ – Jimmy van Schie übersteht vier Matchdarts und feiert Darts-Drama in Maastricht

PDC
durch Nic Gayer
Jimmy van Schie (2)
Jimmy van Schie hat bei der Dutch Darts Championship 2026 in Maastricht einen kaum noch für möglich gehaltenen Sieg gefeiert. Der Niederländer wehrte in seinem Auftaktmatch gegen Kim Huybrechts gleich vier Matchdarts ab und setzte sich schließlich mit 6:5 durch. Ein spektakuläres 116er-Finish besiegelte den dramatischen Erfolg vor heimischem Publikum. Im anschließenden Interview mit Viaplay gestand van Schie, dass er zwischenzeitlich selbst kaum noch an sein Weiterkommen geglaubt hatte.
„Ja, das ist unglaublich“, reagierte van Schie auf die Frage nach seinen Gefühlen unmittelbar nach dem Triumph. Dabei wusste er genau, dass er spielerisch keineswegs seine beste Leistung abgerufen hatte. „Es war nicht überragend, aber ich habe jedes Mal gerade genug getan. Ich musste ihn nur einmal breaken. In seinen eigenen Legs war er fantastisch. Ich konnte nichts machen. Aber das war meine einzige Chance, das Match zu gewinnen. Super, fantastisch.“

„Ich war einfach der schwächere Spieler“ – Van Schie profitiert von Huybrechts' vergebenen Chancen

Bemerkenswert offen analysierte der Niederländer anschließend die Kräfteverhältnisse auf der Bühne. Für ihn bestand kein Zweifel daran, dass Huybrechts über weite Strecken die bessere Leistung gezeigt hatte. Doch ausgerechnet auf die entscheidenden Doppel ließ der Belgier mehrfach Chancen liegen und hielt seinen Gegner damit im Rennen. „Zu hundert Prozent. Ich war einfach der schwächere Spieler von uns beiden“, räumte van Schie unumwunden ein. Aufgeben kam für ihn dennoch nicht infrage. „Aber solche Partien muss man trotzdem versuchen, zu gewinnen. Und wenn es auf diese Weise sein muss, dann gern.“
Jimmy van Schie jubelt.
Jimmy van Schie sorgte bei der Dutch Darts Championship in Maastricht für einen dramatischen Auftaktsieg: Gegen Kim Huybrechts wehrte er vier Matchdarts ab und gewann mit 6:5.
Insbesondere in der Schlussphase stand van Schie wiederholt unmittelbar vor dem Ausscheiden. Gleich viermal hatte Huybrechts die Möglichkeit, mit einem Treffer auf die Doppel den Sieg perfekt zu machen. Doch sämtliche Matchdarts des Belgiers verfehlten ihr Ziel und eröffneten dem Niederländer immer wieder eine neue Gelegenheit.
Dass van Schie diese dramatische Schlussphase schließlich für sich entscheiden konnte, war angesichts seines eigenen Spielgefühls keineswegs selbstverständlich. „Ich hatte überhaupt kein gutes Gefühl. Ich wurde zwar besser, aber er auch“, schilderte er seine Schwierigkeiten. Besonders bei Anwurf seines Gegners fand er lange kaum einen Zugriff auf die Partie. „In seinen eigenen Legs kam ich einfach nicht dazwischen. Als er dann weiter verfehlte, schöpft man doch ein wenig Hoffnung. Dann sitzt dieses eine Finish – und danach das letzte.“
Den krönenden Abschluss seiner Aufholjagd lieferte van Schie mit einem Checkout von 116 Punkten. Mit diesem spektakulären Finish entschied er das letzte Leg für sich, machte den 6:5-Erfolg perfekt und sorgte vor den begeisterten Zuschauern in Maastricht für einen denkwürdigen Schlusspunkt.

„Das war wirklich eine Hürde“ – Van Schie überwindet seine Serie bitterer Niederlagen

Wie viel ihm dieser Erfolg bedeutete, wurde nach dem Match besonders deutlich. Van Schie zeigte sich sichtlich emotional. Dabei war es nicht allein der dramatische Spielverlauf, der ihn bewegte. Vielmehr hatte der Niederländer in der jüngeren Vergangenheit immer wieder schmerzhafte Niederlagen in engen Begegnungen hinnehmen müssen.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Match gewinnen würde. Wirklich nicht“, gestand van Schie. Vor allem seine jüngsten Ergebnisse hatten zunehmend an ihm genagt. „Wenn man alles zusammenzählt, habe ich zuletzt etwa sechs Partien im Achtelfinale verloren. Das war wirklich eine Hürde, die ich überwinden musste.“
Die Erinnerung an diese Rückschläge begleitete ihn sogar noch am Tag seines Duells mit Huybrechts. Immer wieder kreisten seine Gedanken um die Frage, wann er eine solche Partie endlich wieder für sich entscheiden würde. „Den ganzen Tag ging mir das durch den Kopf. Ich dachte: Komm schon, irgendwann muss ich ihn doch schlagen.“
Dass ihm der erlösende Erfolg letztlich nicht mit einer spielerischen Glanzleistung, sondern dank großer Nervenstärke und der vergebenen Chancen seines Gegners gelang, spielte für van Schie keine Rolle. Entscheidend war allein, dass er die nächste Runde erreicht hatte und erneut vor seinen Landsleuten antreten durfte. „Es war nicht dominant, aber ein Sieg ist ein Sieg. Und morgen stehe ich in der zweiten Runde.“
Am Samstag bietet sich dem Niederländer damit die nächste Gelegenheit, sein Können auf der Bühne in Maastricht unter Beweis zu stellen. Vor allem die Aussicht auf einen weiteren Auftritt vor heimischer Kulisse bereitete van Schie nach seinem nervenaufreibenden Triumph große Freude. „Ich darf dieses großartige Publikum wieder genießen. Fantastisch.“
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