Titelverteidigung geplatzt: Schwacher Luke Littler verliert Auftaktduell beim World Grand Prix 2026 – Niko Springer ebenfalls früh ausgeschieden
PDCDie erste Runde des World Grand Prix in Leicester hat gleich mehrere hochkarätige Opfer gefordert. Titelverteidiger Luke Littler musste sich überraschend Luke Woodhouse mit 1:2 nach Sätzen geschlagen geben. Auch Michael van Gerwen erwischte einen rabenschwarzen Abend und schied gegen Ryan Joyce aus. Gerwyn Price hingegen präsentierte sich in beeindruckender Form und zog souverän in die zweite Runde ein.
Auch Niko Springer musste sich zum Auftakt geschlagen geben. Der Deutsche kämpfte sich gegen Danny Noppert nach einem zwischenzeitlichen Rückstand eindrucksvoll in einen entscheidenden dritten Satz zurück, konnte dort jedoch nicht mehr nachlegen. Noppert gewann den Decider klar und verhinderte damit eine erfolgreiche zweite World-Grand-Prix-Teilnahme des Mainzers.
Woodhouse schockt Titelverteidiger Littler
Für Littler endete die Titelverteidigung bereits nach seinem Auftaktmatch. Der Weltmeister fand über weite Strecken nicht zu seinem gewohnten Niveau und ließ Woodhouse die Chance auf einen der größten Erfolge seiner Karriere.
Nach dem Sieg in Leicester liegt Woodhouse im direkten Vergleich mit Littler mit 2:1 vorne
Dabei verlief der Auftaktsatz zunächst zugunsten von Littler. Woodhouse hatte sich mit einem starken 13-Darter zwischenzeitlich zurückgekämpft, vergab jedoch in der entscheidenden Phase mehrere Chancen auf die Doppel. Fehlwürfe auf die Doppel 20, Doppel 10 und Doppel 5 bestraften ihn umgehend. Littler nutzte die Einladung, schnappte sich das Break und gewann den Satz mit 3:1.
Weiterlesen
Woodhouse zeigte jedoch eine starke Reaktion. Im zweiten Satz brachte er konsequent seine Anwurflegs nach Hause und glich durch einen Treffer in die Doppel 16 im Decider zum 1:1 nach Sätzen aus.
Zu Beginn des dritten Satzes setzte der Engländer direkt das nächste Ausrufezeichen. Mit einem 60er-Checkout nahm er Littler sofort das Anwurfleg ab. Der Weltranglistenerste erhielt anschließend mehrere Gelegenheiten zum direkten Re-Break, verfehlte jedoch erneut wichtige Doppel. Woodhouse nutzte die Schwächephase seines Gegners konsequent aus und rückte bis auf ein Leg an die Sensation heran.
Littler stemmte sich noch einmal gegen das Aus und verkürzte mit einem sehenswerten 98er-Checkout. Wenig später sorgte Woodhouse jedoch für die Entscheidung. Ein 75er-Finish über die Doppel 12 besiegelte den 2:1-Erfolg und einen der bedeutendsten Siege seiner Laufbahn. Beide Akteure bewegten sich statistisch nahezu auf Augenhöhe. Woodhouse spielte einen Average von 82,51 Punkten, Littler kam auf 82,41 Zähler. Für den Weltmeister war es bereits die zweite frühe Enttäuschung innerhalb kurzer Zeit nach seinem Aus bei den World Series Finals.
Van Gerwen folgt Littler aus dem Turnier
Auch Michael van Gerwen konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Der Niederländer gewann zwar den ersten Satz gegen Ryan Joyce im Entscheidungsleg, obwohl sein Gegner mit Checkouts von 92 und 110 Punkten immer wieder Druck ausübte.
Im weiteren Verlauf machte sich jedoch Van Gerwens größte Schwäche des Abends bemerkbar: die Chancenverwertung auf die Doppel. Joyce eröffnete den zweiten Satz mit einem starken 118er-Finish. Zwar gelang Van Gerwen noch einmal der Ausgleich, doch der Engländer sicherte sich die nächsten beiden Legs und erzwang damit den Entscheidungssatz.
Dort setzte Joyce sein Momentum fort und breakte direkt zum Auftakt. Van Gerwen antwortete zwar umgehend mit dem Re-Break, ließ anschließend aber erneut wichtige Chancen liegen. Besonders schmerzhaft waren zwei verfehlte Darts auf die Doppel 8, die Joyce mit einem 65er-Checkout über die Doppel 18 konsequent bestrafte.
Als Van Gerwen später das Bullseye für ein mögliches 86er-Finish nur knapp verfehlte, schlug Joyce endgültig zu. Mit einem Treffer in die Doppel 9 vollendete er sein Comeback und gewann mit 2:1 nach Sätzen. Van Gerwen brachte lediglich vier seiner 22 Doppelversuche ins Ziel und verabschiedete sich mit einem Average von 87,10 Punkten aus dem Turnier. Joyce reichten 85,21 Punkte im Schnitt für den Einzug in Runde zwei. Dort trifft er auf Danny Noppert, während Woodhouse gegen Nathan Aspinall antritt.
Weiterlesen
Price marschiert souverän weiter
Gerwyn Price unterstrich eindrucksvoll seine Ambitionen auf den Titel. Der Waliser spielte den höchsten Average des Abends und bezwang Sebastian Bialecki klar mit 2:0.
Price startete mit einem 12-Darter und einem 104er-Checkout in die Partie. Im zweiten Satz setzte er seine dominante Vorstellung fort und checkte gleich zweimal 120 Punkte. Selbst drei verpasste Darts auf ein Startdoppel brachten ihn nicht aus dem Konzept. Stattdessen antwortete er mit Aufnahmen von 160 und 180 Punkten und kontrollierte das Match bis zum Schluss.
In der zweiten Runde kommt es nun zum Wiedersehen mit Ross Smith. Der World-Series-Champion musste deutlich härter arbeiten, um Cameron Menzies niederzuringen. Menzies gewann den ersten Satz ohne Legverlust und glänzte unter anderem mit einem 158er-Finish.
Smith kämpfte sich jedoch zurück, überstand zwei Matchdarts seines Gegners im zweiten Satz und erzwang den Decider. Dort zeigte der Engländer seine Klasse mit Legs in 13 und 12 Darts. Nachdem Menzies drei weitere Chancen auf das Überleben im Match ungenutzt ließ, verwandelte Smith schließlich die Doppel 20 zum 2:1-Erfolg. Sein Average von 99,54 Punkten bestätigte die starke Form der vergangenen Wochen.
Nathan Aspinall und Jonny Clayton benötigten ebenfalls die volle Distanz, um ihre Auftaktaufgaben zu lösen. Wessel Nijman setzte sich mit 2:0 gegen Rob Cross durch, während Danny Noppert einen umkämpften 2:1-Sieg gegen Niko Springer feierte und damit das Zweitrundenduell mit Ryan Joyce perfekt machte. Insgesamt bot der Auftaktabend in Leicester alles, was den World Grand Prix auszeichnet: Dramatik, Überraschungen und mehrere spektakuläre Wendungen.

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
Klatscht 8Besucher 4
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









