Mensur Suljovic steht im Viertelfinale der
Swiss Darts Trophy 2026 – doch sein Sieg über Ross Smith dürfte auch abseits des sportlichen Geschehens für Gesprächsstoff sorgen. Der Österreicher setzte sich am Sonntagmittag in Basel nach einem umkämpften Achtelfinale mit 6:5 durch und hielt damit als letzter deutschsprachiger Teilnehmer die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Wochenende am Leben. Dabei fiel „The Gentle“ wiederholt durch sein Verhalten auf: Während Smith am Oche stand, animierte Suljovic das Publikum mehrfach zu lautstarker Unterstützung – sogar während der Matchdarts seines Gegners. Der Engländer reagierte sichtlich unzufrieden, musste sich am Ende aber im Decider geschlagen geben.
Für die sportliche Glanzleistung der Nachmittagssession sorgte derweil
Luke Humphries. Nur eine Woche nach seinem Triumph beim World Grand Prix fegte der Engländer Krzysztof Ratajski mit 6:0 vom Board und spielte einen überragenden Average von 114,15 Punkten. Zwischenzeitlich lag „Cool Hand Luke“ sogar auf Kurs zum European-Tour-Average-Rekord, verpasste die historische Bestmarke jedoch im letzten Leg. Auch
Jonny Clayton und Gian van Veen überzeugten, während Josh Rock überraschend deutlich gegen Karel Sedlacek ausschied. Insgesamt wurden am Finaltag in Basel acht Viertelfinaltickets vergeben.
Suljovic gewinnt Krimi gegen Smith – Verhalten sorgt für Unmut
Der Achtelfinalauftritt von Mensur Suljovic begann alles andere als vielversprechend. Ross Smith erwischte den besseren Start, gewann die ersten beiden Legs und führte früh mit 2:0. Der Österreicher fand zunächst kaum in die Partie, profitierte dann aber von Fehlern seines Gegners und verkürzte per Break auf der Doppel-2. Ein überragender 11-Darter brachte wenig später den 2:2-Ausgleich.
Mensur Suljovic setzte sich im Achtelfinale der Swiss Darts Trophy mit 6:5 gegen Ross Smith durch. Sein wiederholtes Anheizen des Publikums während der Aufnahmen des Engländers sorgte allerdings für Unmut.
Smith übernahm anschließend erneut die Kontrolle und setzte sich mit einem Break auf der Doppel-16 auf 4:2 ab. Doch Suljovic ließ nicht locker. Der Österreicher verkürzte auf 3:4 und heizte dabei immer wieder die Zuschauer in Basel an – auch während Smith seine Darts warf. Das wiederholte sich im weiteren Spielverlauf mehrfach und sorgte beim Engländer für sichtbaren Unmut.
Sportlich blieb die Begegnung bis zum Schluss offen. Smith antwortete mit einem 77er-Finish auf Tops zum 5:3, doch Suljovic kämpfte sich erneut zurück. Ein Break auf der Doppel-10 brachte ihn auf 4:5 heran, wenig später erzwang „The Gentle“ auf demselben Doppel den Decider. Auch während der Matchdarts seines Gegners animierte der Österreicher das Publikum weiter.
Am Ende behielt Suljovic die Oberhand und gewann mit 6:5. Mit einem Average von 93,87 Punkten blieb er knapp hinter Smith (95,08), durfte sich aber über den Einzug ins Viertelfinale freuen. Sein Verhalten während der Aufnahmen des Engländers hinterließ allerdings einen Beigeschmack, der sich auch am eiskalten Handschlag der zwei Kontrahenten zeigte.
Humphries spielt 114er-Average und verpasst historischen Rekord
Luke Humphries lieferte zum Abschluss der Session eine regelrechte Machtdemonstration ab. Der frischgebackene World-Grand-Prix-Champion ließ Krzysztof Ratajski beim 6:0 nicht den Hauch einer Chance und begeisterte mit einem Average von 114,15 Punkten.
Schon im ersten Leg setzte „Cool Hand Luke“ mit einem Break auf 44 Restpunkten ein Ausrufezeichen. Auf der Doppel-16 bestätigte er den frühen Vorteil, ehe ein starkes 109er-Highfinish die Führung auf 3:0 ausbaute. Ein 12-Darter zum 4:0 unterstrich die außergewöhnliche Form des Engländers.
Als Humphries anschließend auf Tops zum 5:0 checkte, lag sein Average sogar bei mehr als 117 Punkten. Damit rückte der historische European-Tour-Rekord in greifbare Nähe. Erst im letzten Leg geriet die Bestmarke außer Reichweite: Humphries verpasste ein 130er-Finish und musste die Partie schließlich auf der Doppel-1 beenden.
Am überragenden Gesamteindruck änderte das nichts. Sechs geworfene 180er und ein Average von 114,15 Punkten machten den Auftritt des Weltranglistenzweiten zur mit Abstand auffälligsten Leistung der Achtelfinalsession.
Clayton gewinnt hochklassiges Duell – Rock scheitert überraschend
Einen der spielerisch besten Vergleiche des Nachmittags lieferten sich Jonny Clayton und Rob Cross. Der Engländer erwischte einen Traumstart und gewann die ersten beiden Legs mit insgesamt nur 24 Darts, darunter ein herausragender 10-Darter. Doch Clayton kämpfte sich zurück.
Mit zwei 80er-Finishes und einem wichtigen Break stellte „The Ferret“ auf 3:3, ehe er durch ein 76er-Checkout erstmals die Führung übernahm. Cross antwortete mit einem 92er-Finish zum 4:4, doch das bessere Ende hatte der Waliser für sich. Ein 106er-Highfinish besiegelte Claytons 6:4-Erfolg. Bemerkenswert: Cross spielte mit 106,68 Punkten den höheren Average, Clayton kam auf 100,46.
Für eine der Überraschungen sorgte Karel Sedlacek. Der Tscheche bezwang Josh Rock deutlich mit 6:2 und ließ dem Nordiren trotz dessen spektakulärem 127er-Bullfinish nur wenig Raum zur Entfaltung. Sedlacek überzeugte mit einem Average von 93,17 Punkten, während Rock bei lediglich 82,67 landete. Mit einem 71er-Checkout zum 5:2 stellte „Evil Charlie“ die Weichen endgültig auf Sieg, ehe er auf der Doppel-16 alles klarmachte.
Van Veen souverän, Brooks feiert Viertelfinalpremiere
Auch Gian van Veen hat seine Titelambitionen untermauert. Der Niederländer setzte sich gegen Tom Bissell mit 6:4 durch und übersprang dabei die Marke von 100 Punkten im Average. Nach mehreren Breaks auf beiden Seiten verschaffte sich van Veen mit einem 76er-Checkout zum 4:3 den entscheidenden Vorteil. Ein starker 12-Darter brachte ihm anschließend das 5:3, ehe er den Sieg über die Ziellinie brachte. Am Ende standen 100,97 Punkte im Average für den Weltranglistendritten.
Einen besonderen Erfolg feierte Bradley Brooks. Der Engländer erreichte durch ein 6:3 gegen Jeffrey de Graaf erstmals das Viertelfinale eines European-Tour-Turniers. In einer zunächst ausgeglichenen Partie setzte Brooks mit einem ungewöhnlichen 83er-Finish über Single-17, Bullseye und Doppel-8 ein frühes Highlight. Beim Stand von 3:3 nutzte er einen vergebenen 152er-Finishversuch seines Gegners und checkte 84 Punkte in zwei Darts zum entscheidenden Break. Anschließend brachte er seinen Sieg sicher ins Ziel.
Reyes und van Duijvenbode komplettieren das Viertelfinale
Cristo Reyes setzte seinen erfolgreichen Lauf in Basel ebenfalls fort. Der Spanier bezwang Damon Heta mit 6:4 und überzeugte dabei mit einem Average von 100,89 Punkten. Reyes erspielte sich früh eine Führung und setzte mit einem 86er-Bullfinish zum 5:3 ein Ausrufezeichen. Zwar ließ er anschließend insgesamt fünf Matchdarts ungenutzt und ermöglichte Heta den Anschluss zum 4:5, doch auf der Doppel-5 machte er schließlich den Viertelfinaleinzug perfekt.
Auch Dirk van Duijvenbode darf weiter vom Titel träumen. Der Niederländer gewann sein Achtelfinale gegen Michael Smith mit 6:3. Nachdem Smith zunächst mit einem 126er-Checkout geglänzt hatte, antwortete van Duijvenbode mit einem 107er-Finish zum 2:2 und übernahm wenig später durch ein Break die Führung. Den Schlusspunkt setzte „Aubergenius“ mit einem sehenswerten 96er-Checkout über zweimal Doppel-19.
Damit stehen die acht Viertelfinalisten der
Swiss Darts Trophy 2026 fest. Am Abend geht es in Basel um den Turniersieg – mit Mensur Suljovic als letztem verbliebenen deutschsprachigen Vertreter und einem Luke Humphries, der sich in absoluter Weltklasseform präsentiert.