Neil Duff krönte sich im Jahr 2022 zum WDF-Weltmeister. Der 52-jährige Nordire war auch bei der vergangenen Weltmeisterschaft im Lakeside Country Club am Start, schied aber nach einer 3-4-Niederlage gegen den Amerikaner Jason Brandon im Viertelfinale aus.
Duff erhielt für seine Niederlage im Viertelfinale gerade einmal 4.000 Pfund. Er fordert daher die notwendigen Änderungen bei den Preisgeldern. "Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass die WDF mit den verfügbaren Preisgeldern auskommen muss. Aber das Gesamtpreisgeld für das komplette Turnier war niedriger als im letzten Jahr, warum also dem Sieger so viel geben? Das ist irgendwo nicht richtig", sagte Duff in einem Gespräch mit Online Darts.
"Ich muss zugeben, dass ich mir darüber vorher keine Gedanken gemacht habe. Schließlich ging es mir um den Weltmeistertitel und ich dachte nur an das Hauptpreisgeld von 50.000 Pfund. Aber wenn man es analysiert, macht es keinen Sinn, dass Spieler, die in der ersten Runde verloren haben, nur 750 Pfund bekommen haben. Vor allem für die Spieler, die von sehr weit her anreisen müssen, ist das sehr wenig, sie konnten damit nicht einmal ihre Reisekosten bezahlen und haben somit durch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft einen Verlust gemacht."
WM-Revolution?
Duff hofft daher, dass sich die Dinge langsam ändern werden, ansonsten fürchtet er um das Überleben der WDF. "Man sieht ja schon, dass immer mehr Spieler sich dafür entscheiden, Turniere des ADC (Amateur Darts Circuit) zu spielen, weil es dort billiger ist und manchmal sogar mehr Geld zu verdienen ist. Ich spiele gerne WDF-Turniere, besonders die außerhalb des Vereinigten Königreichs, weil sie oft sehr gut organisiert sind und die Spieler dort wirklich verwöhnt werden. Aber die Preisgelder müssen auf jeden Fall erhöht werden."
"Was die Weltmeisterschaft angeht, würde ich dafür plädieren, das Teilnehmerfeld zu verkleinern und das Turnier auf fünf Tage zu begrenzen. Dann kann man die Preisgelder besser auf alle Teilnehmer verteilen und jeder hat noch eine schöne Summe Geld. Ich fürchte jedoch, dass mein Appell wieder auf taube Ohren stoßen wird. Ich weiß, dass Nick Rolls (Generalsekretär der WDF) dafür ist, aber nicht der Rest der WDF."
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.