Adrian Lewis kann es kaum erwarten, wieder gemeinsam mit
Phil Taylor die Bühne zu betreten. Das erfolgreiche englische Duo, das in der Vergangenheit viermal zusammen den
World Cup of Darts gewann, bildet demnächst erneut ein Paar bei den International Pairs der
MODUS Super Series. Für Lewis weckt das Wiedersehen nicht nur schöne Erinnerungen, sondern markiert auch den nächsten Schritt auf seinem behutsamen Weg zurück in den Wettkampfbetrieb.
Lewis musste nicht lange überlegen, als er hörte, dass Taylor Interesse an dem Event habe. „Chase schickte mir eine Nachricht und sagte, dass Phil das Doppelturnier bei der Super Series spielen wolle. Er fragte, was ich davon halte. Sobald ich Phils Namen hörte, dachte ich: Er hat gefühlt ewig nicht mehr gespielt. Aber ich war sofort dabei: Ja, ich mache mit. Ich habe da richtig Bock drauf.“
Das Dreamteam des World Cup of Darts
Die beiden kennen einander in- und auswendig. In ihren Glanzzeiten bildeten Taylor und Lewis über Jahre das englische Traumduo beim World Cup of Darts. „Wir kennen unser Spiel bis ins letzte Detail. Zusammen haben wir viermal den World Cup gewonnen. Er hat genauso Lust wie ich. Das wird richtig Spaß machen, und wir werden alles daransetzen, dieses Turnier zu gewinnen.“
Taylor und Lewis gewannen gemeinsam gleich viermal den World Cup of Darts für England.
Laut Lewis lag die Stärke ihrer Partnerschaft vor allem darin, dass sie sich gegenseitig ständig nach oben trieben. „Wir haben uns gepusht. Wir haben viel voneinander verlangt. Wir wollten diesen World Cup gewinnen und die Trophäe mit nach Hause nehmen. Das wird jetzt nicht anders sein.“
Das Comeback weckt natürlich Erinnerungen an frühere Erfolge. Besonders das Nervenspiel gegen Australien ist Lewis präsent. „Wir haben so viele großartige Erinnerungen. Dieses Match gegen Australien ragt heraus. Irgendwann konnte keiner mehr aufs Board schauen. Als Phil dann die Doppel-5 traf, war das meiner Meinung nach mehr Glück als Verstand“, scherzte Lewis.
Taylor wieder der Kapitän
An der Rollenverteilung gibt es für den zweifachen Weltmeister kaum Diskussion. „Phil darf der Captain sein. Er ist 16-facher Weltmeister und war früher auch immer der Captain, wenn wir zusammen gespielt haben. Das ändert sich nicht.“
Wie Taylor sportlich dasteht, weiß Lewis noch nicht genau. „The Power“ hat ihm jedoch versichert, dass er täglich trainiert. „Ich weiß, dass er mir gesagt hat, er übt jeden Tag, und das glaube ich auch. Natürlich wird er nicht vom ersten Dart an messerscharf sein. Aber nach ein paar Legs denke ich, dass wir in unseren Rhythmus kommen und Schaden anrichten können.“
Lewis selbst ist zufrieden mit seiner aktuellen Form. „Mein Niveau ist ziemlich gut. Ich habe auch ein paar Neun-Darter geworfen, das läuft wirklich. Und ich gewinne auch eine Menge Matches.“
Entsprechend klar sind seine Erwartungen für das Doppelturnier. Auf die Frage, was er und Taylor erreichen wollen, kam eine kurze, prägnante Antwort: „Gewinnen. Das ist es. Wir schauen auf nichts anderes. Wir sind da, um zu gewinnen.“
Challenge Tour als Weg zurück
Das Comeback mit Taylor steht nicht losgelöst von Lewis’ eigenen Zukunftsplänen. Der 41-jährige Engländer denkt immer konkreter über eine Rückkehr in den Profibereich nach, will dabei aber nichts übereilen. Eine sofortige Rückkehr auf die Pro Tour schließt er vorerst aus.
„Ich denke, die Challenge Tour sollte mein Weg zurück sein. Ich will nicht direkt auf die Pro Tour zurück und nach sechs Monaten feststellen: Das war die falsche Entscheidung.“ Lewis will zuerst wieder in den echten Wettkampfrhythmus finden. „Ich möchte zurück auf die Challenge Tour, mein kompetitives Gefühl zurückbekommen, dafür sorgen, dass ich es genieße, und darauf aufbauen.“
Über den genauen Fahrplan besteht noch etwas Unklarheit. Lewis hat mit Gary Plummer von seinem Sponsor Target gesprochen, aber noch nicht mit PDC-Boss Matt Porter. Sein erstes Ziel auf der Challenge Tour wäre zudem nicht sofort, alles zu gewinnen. „Ich denke, das wichtigste Ziel am Anfang ist, in die Top 10 oder 15 zu kommen und mich dann Schritt für Schritt wieder Richtung Pro Tour hochzuarbeiten.“
Das wird laut Lewis eine besondere Erfahrung. Nicht nur wegen des Niveaus, sondern auch, weil er als zweifacher Weltmeister zwischen Hunderten Spielern stünde, die ihn jahrelang im Fernsehen gesehen haben. „Wahrscheinlich musst du da mit jedem ein Foto machen und Autogramme geben. Das stört mich normalerweise überhaupt nicht. Aber wenn du dort stehst, um dir die Tour Card zurückzuholen, stelle ich mir das ziemlich knifflig vor.“
Zunächst wartet jedoch das Wiedersehen mit Taylor. Und obwohl Lewis zugibt, dass es Nervenflattern geben wird, ändert das nichts an ihrer Zielsetzung. „Ich denke, wir werden beide nervös sein, bis wir die Bühne betreten. Vielleicht brauchen wir ein paar Legs, aber wir sind da, um zu gewinnen.“
Sollte das gelingen, wäre das für Lewis ein besonderes Kapitel in ihrer gemeinsamen Geschichte. „Es wäre ein stolzer Moment. Phil hat seit Jahren nicht mehr gespielt, allein die Tatsache, dass er wieder auf die Bühne geht, ist großartig. Wir haben da richtig Lust drauf.“