Phil Taylors angekündigte Rückkehr könnte nach Einschätzung von
Max Hopp erst der Anfang sein. Der deutsche Darts-Profi hält weitere Auftritte gegen Raymond van Barneveld für denkbar – und spekuliert sogar über ein Duell mit Luke Littler. Auch sportlich erwartet er mehr als einen nostalgischen Kurzauftritt.
Wie weit führt Phil Taylors Weg zurück ans Oche? Fest steht bislang sein gemeinsamer Start
mit Adrian Lewis bei der MODUS Super Series Ende November. Max Hopp kann sich allerdings vorstellen, dass der 16-malige Weltmeister darüber hinaus noch weitere Ziele verfolgt.
Im Gespräch mit SPORT1 entwarf der „Maximizer“ ein Szenario, das gleich zwei Generationen des Dartsports miteinander verbinden würde. Zunächst könnte Taylor seine alte Rivalität mit Raymond van Barneveld wieder aufleben lassen. Anschließend wäre aus Hopps Sicht sogar eine Begegnung mit Luke Littler möglich.
„Ich glaube, wenn er sich gegen Barney warmgespielt hat, wird er Luke Littler für ein großes Duell fordern. Das könnte dann eventuell ‚the GOAT gegen the Nuke‘ heißen.“
Eine angekündigte Herausforderung an Littler ist das bislang allerdings nicht. Hopp beschreibt damit seine persönliche Vorstellung davon, wohin Taylors Comeback führen könnte.
Warum Hopp an weitere Duelle mit Van Barneveld denkt
Den Ausgangspunkt seiner Überlegungen bildet ein besonderes Jubiläum. Im kommenden Jahr liegen zwischen dem legendären Finale der Darts WM 2007 und der Gegenwart genau zwei Jahrzehnte. Taylor und Van Barneveld lieferten damals eines der berühmtesten Endspiele der Darts-Geschichte.
Dieser Anlass könnte nach Hopps Einschätzung eine passende Gelegenheit für weitere Begegnungen der beiden Rivalen bieten. Zusätzlich verweist er auf Van Barnevelds Aussagen über das näher rückende Ende seiner Laufbahn.
„Nächstes Jahr haben sie 20-Jähriges und Barney hat auch angekündigt, dass er nicht mehr lang machen wird.“
Hopp könne sich gut vorstellen, „dass die beiden den einen oder anderen Showdown Taylor gegen Barney geplant haben und dass das einer der Beweggründe ist, warum er noch mal die Pfeile in die Hand nimmt“.
Ob solche Auftritte tatsächlich stattfinden, bleibt offen. Für Hopp wäre das Jubiläum jedoch eine plausible Erklärung dafür, weshalb Taylor wieder regelmäßig trainiert und den Schritt zurück ins Rampenlicht wagt.
Gewannen viermal den World Cup of Darts zusammen: Phil Taylor und Adrian Lewis
Mehr als ein prominenter Name auf der Bühne
Unabhängig von möglichen weiteren Duellen traut Hopp dem Engländer noch konkurrenzfähige Leistungen zu. Seine Einschätzung stützt er vor allem auf Taylors Ehrgeiz und dessen bekannte Bereitschaft, intensiv an seinem Spiel zu arbeiten.
„Ich traue ihm einiges zu. Taylor war schon immer ein Arbeitstier“, sagte Hopp.
Dass Taylor ohne ausreichende Vorbereitung auf die Bühne zurückkehrt, hält er für unwahrscheinlich. Der Rekordweltmeister dürfte nach seiner Einschätzung bereits länger an seiner Form arbeiten, als es die Öffentlichkeit vermutet.
„Er würde es nicht machen, wenn er sich nicht bereit fühlt. Er wird schon etwas länger, als wir alle vermuten, trainieren.“
Dazu berichtete Hopp von Informationen aus Taylors Umfeld: „Ich habe aus verlässlichen Kreisen gehört, dass er in den letzten Wochen immer mal eine Stunde trainiert hat.“
Auch das aktuelle Geschehen im Dartsport könnte Taylors Motivation beeinflusst haben. Hopp vermutet, dass der frühere Branchenprimus die Entwicklung aufmerksam verfolgt hat: „Ich glaube, er wird viele Spiele gesehen haben und auch diesen Hype um Luke Littler.“
Die Suche nach einem passenden Abschied?
Neben dem sportlichen Ehrgeiz sieht Hopp eine persönliche Komponente. Wer über Jahrzehnte auf den größten Bühnen gespielt hat, könnte dieses Gefühl nach dem Karriereende vermissen.
Hopp vergleicht Taylors Situation mit dem Ruhestand nach einem langen Arbeitsleben. Irgendwann fehle die gewohnte Aufgabe – und damit womöglich auch die besondere Spannung eines Bühnenauftritts.
„Dann brauchst du einfach irgendwann mal wieder das Feeling, auf der Bühne zu sein.“
Aus den Begegnungen mit Taylor hat Hopp den Eindruck gewonnen, dass die Rückkehr auch dessen Wunsch nach einem stimmigen Abschied erfüllen könnte. Er brauche das möglicherweise, „um für sich dann irgendwann einen finalen versöhnlichen Abschluss zu finden“.
Zunächst führt Taylors Weg jedoch nach Portsmouth. Dort tritt der 66-Jährige vom 23. bis 28. November beim International Pairs Tournament gemeinsam mit Adrian Lewis für England an. Es wird sein erster Wettkampfauftritt seit der World Seniors Championship 2024. Damals verlor der 16-fache Weltmeister gegen den deutschen Manfred Bilderl in Runde 1 mit 2-3.
Für Hopp ist schon diese Rückkehr eine erfreuliche Nachricht. „In erster Linie kann sich der Darts-Fan freuen, dass er
Phil Taylor noch mal sieht. Das haben sich ja einige gewünscht.“ Ob daraus weitere große Begegnungen entstehen, dürfte auch davon abhängen, wie sich Taylor bei seinem Comeback präsentiert.