Der erst 15-jährige
Mitchell Lawrie steht am Freitag vor einer besonderen Herausforderung. Das schottische Dartstalent gehört zu den 24 Teilnehmern der Netflix-Sendung
Beat Luke Littler, bei der ein Preisgeld von stolzen 501.000 Pfund winkt. Um diese Summe zu gewinnen, muss Lawrie den zweimaligen Weltmeister
Luke Littler in einem einzelnen 501-Leg besiegen. Bemerkenswert ist, dass der junge Schotte bereits weiß, wie es sich anfühlt, ein Team mit Littler zu schlagen.
Die Veranstaltung wird am Freitag live aus dem Manchester Central Convention Complex übertragen. Die 24 Teilnehmer erhalten die Chance, gegen den 19-jährigen Weltmeister anzutreten. Wer als Erster ein Leg gegen Littler gewinnt, sichert sich den Hauptpreis. Sobald jemand das schafft, endet die Sendung sofort.
Für Lawrie aus dem schottischen Renfrew bedeutet das: Er muss nicht nur Littler besiegen, sondern auch hoffen, überhaupt an die Reihe zu kommen. „Wenn jemand Littler bereits geschlagen hat, ist die Sendung vorbei“, sagte Lawrie gegenüber
BBC Radio Scotland Breakfast.
„Es sind einige sehr gute Spieler dabei. Man hofft einfach, eine Chance zu bekommen, bevor jemand anderes sie nutzt. Es gibt ein paar große Namen, bei denen ich hoffe, dass sie vor mir an der Reihe sind.“
„Mit 15 Jahren live auf Netflix zu spielen, ist etwas ganz Besonderes“
Obwohl Lawrie bereits einige Erfahrung bei großen Dartturnieren gesammelt hat, weiß er, dass ein Liveauftritt auf Netflix eine ganz andere Herausforderung ist. „Natürlich wird man nervös sein. Mit 15 Jahren live auf Netflix zu spielen, ist wirklich etwas ganz Besonderes.“
Experten sehen in Mitchell Lawrie den neuen Luke Littler
Trotzdem will sich der Schotte gegen die Nummer eins der Welt nicht schon vorab als chancenlos betrachten. Dass das Spiel nur über ein einzelnes Leg geht, eröffnet ihm seiner Ansicht nach Möglichkeiten.
„Letztlich hat dort jeder eine Chance. Er ist natürlich der beste Spieler der Welt. Selbst wenn es nur um ein einziges Dart-Leg geht, bleibt es unglaublich schwer, dieses zu gewinnen.“
Lawrie besiegte Littler bereits bei der Jugend-WM
Lawrie kann zudem auf eine frühere Begegnung mit Littler zurückgreifen, um Selbstvertrauen zu schöpfen. 2023 trafen die beiden bei einem Jugendturnier für Nationalteams in Gibraltar aufeinander. Der Schotte gehörte damals zum Team, das England mit Littler in seinen Reihen besiegte.
„Das war bei der Junioren-WM 2023 in Gibraltar. Schottland spielte gegen England und wir besiegten das Team, in dem Luke Littler stand“, erinnerte sich Lawrie.
„Wir gewannen mit 4:3 im entscheidenden Leg. An so eine Erinnerung denkt man sein ganzes Leben lang zurück.“
Für Lawrie blieb es nicht bei diesem einen Sieg. Schottland gewann schließlich auch das gesamte Turnier und schrieb damit Geschichte.
„Wir haben damals auch das Turnier gewonnen. Es war das erste Mal, dass Schottland den Weltmeistertitel holte, und es war gleich mein erstes Jahr. Das war unglaublich. Es war eine surreale Erfahrung, die ich gerne noch einmal erleben würde.“
Vom Dartboard auf einem Stuhl bis ins WM-Finale
Trotz seines jungen Alters hat Lawrie bereits eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen. Im vergangenen Jahr wurde er Jugendweltmeister der World Darts Federation (WDF). Im Dezember erreichte er außerdem als erster Teenager das Finale der WDF-WM bei den Senioren.
Dort musste er sich dem Niederländer Jimmy van Schie geschlagen geben. Der spätere Weltmeister zeigte sich dennoch beeindruckt von seinem jungen Gegner und bezeichnete Lawrie anschließend als „die Zukunft des Dartsports“.
Lawrie selbst bewundert vor allem seinen Landsmann Gary Anderson. Der frühere Weltranglistenzweite, der zweimal die PDC-WM gewann, ist sein großes Vorbild.
Lawrie kam schon in sehr jungen Jahren mit dem Dartsport in Berührung. Sein Großvater befestigte ein Dartboard auf einem Stuhl, als Lawrie gerade einmal zwei Jahre alt war. „Von da an hat sich das Ganze immer weiterentwickelt. Aber erst vor dreieinhalb Jahren habe ich angefangen, es wirklich ernst zu nehmen.“
Zunächst träumte Lawrie wie viele andere Kinder von einer Karriere als Fußballprofi. Sein Talent lag jedoch vor allem beim Darts. „Viele wollen immer noch Profifußballer werden, und mir ging es genauso. Aber schon früh wurde mir klar, dass ich dafür nicht gut genug war. Also musste ich etwas anderes machen. Ich entschied mich für Darts, blieb dabei und stellte schließlich fest, dass ich ziemlich gut darin bin.“