Das Verhalten eines Teils des niederländischen Publikums bei den
World Series of Darts Finals beschäftigt weiter die Darts-Szene. Vor allem
Luke Littler bekam in Amsterdam die volle Ladung ab: Zuschauer buhten den amtierenden Weltmeister in mehreren Matches wiederholt aus. Die ehemaligen Hockey-Nationalspielerinnen Ellen Hoog und Naomi van As äußerten dafür in ihrem Podcast wenig Verständnis.
Hoog sprach die Vorfälle in ihrem wöchentlichen Podcast mit Van As
für Sportnieuws.nl an. Besonders Littlers Auftaktduelle hätten eine aufgeheizte Stimmung erzeugt. „Es wurde viel gepfiffen, es gab viel unsportliches Verhalten von niederländischen Fans“, berichtete Hoog.
„Er lädt es ein bisschen ein“
Littler erreichte letztlich das Viertelfinale, scheiterte dort aber deutlich mit 4:10 an Jonny Clayton. Diese spätere Partie verlief vergleichsweise ruhig – in den früheren Duellen mit Danny Noppert und Nathan Aspinall musste der Engländer dagegen einiges einstecken. „Er hat Danny Noppert geschlagen, wurde dort aber heftig ausgebuht. Es ist unsportlich, aber ich finde, das gehört im Darts ein Stück weit dazu“, so Hoog.
Luke Littler wurde in Amsterdam häufig ausgebuht
Van As stellte infrage, ob ein solches Verhalten wirklich zum Sport gehöre. Hoog betonte dagegen, dass es sich keineswegs um ein rein niederländisches Phänomen handle: „Das passiert in England genauso. Das passiert überall. Es ist einfach ein Haufen Verrückter im Publikum, betrunken, verkleidet wie Mario Kart, und dann wird gepfiffen.“
Gleichzeitig sieht Hoog auch Littler selbst als Mitauslöser der Reaktionen. Der 19-Jährige suchte am Wochenende wiederholt die Interaktion mit den Rängen. „Er lädt es ein bisschen ein“, erklärte Hoog. „Danny hat auch ein wenig angeheizt, weil er eine 180 warf und etwas zu nah an Littler jubelte. Littler drehte sich dann zum Publikum um und stachelte seinerseits an.“
Das ändere allerdings nichts an den schwierigen Bedingungen für die Spieler, ergänzte die Ex-Hockeyspielerin. Der Lärm in der Arena beeinflusst die Konzentration am Oche erheblich: „Man muss damit umgehen können. Für diese Würfe brauchst du enorme Fokussierung, und dann fängt das Publikum an zu rufen und zu schreien. Du musst das wirklich ausblenden und dich nicht verunsichern lassen. Das ist hart.“
Littler kündigte während des Turniers an, niederländische Events künftig zu meiden, sollte sich das Verhalten nicht ändern. Mittlerweile steht fest: Bei der Euro Tour in Maastricht tritt er nicht an. Hoog kann diese Entscheidung nachvollziehen: „Das hatte er in Deutschland auch schon. Ich verstehe, warum er das sagt. Es war extrem. Natürlich sollten sie sich mäßigen.“
Alkoholverbot nicht die Lösung
Van As brachte anschließend eine Einschränkung des Alkoholkonsums bei Darts-Events ins Gespräch. Hoog hält davon wenig, da ein solches Verbot Fans eher dazu bringt, sich schon vor dem Einlass stark zu betrinken: „Diese Diskussion hatten wir schon, aber dann kommen alle sturzbetrunken rein. Die sind dann schon voll, bevor sie überhaupt da sind, deshalb funktioniert das meiner Meinung nach auch nicht.“