Martin Schindler hat am Freitagabend bei den
Czech Darts Open 2026 in Prag die zweite Runde erreicht, während
Beau Greaves für den historischen Moment der Session sorgte. Die Engländerin besiegte
Daryl Gurney mit 6:4 und wurde damit zur ersten Frau überhaupt, die ein Match auf der PDC
European Tour gewinnen konnte. Keane Barry eliminierte zudem Rob Cross, während Dirk van Duijvenbode gegen Mario Vandenbogaerde ausschied.
Greaves’ Sieg war die größte Geschichte des Abends. Gurney ging zunächst mit 3:1 in Führung und bestrafte einen verpassten Dart von Greaves auf Doppel 12 mit einem starken 144er-Finish. Die 22-Jährige antwortete jedoch sofort.
Im fünften Leg eröffnete Greaves mit vier perfekten Darts und holte sich anschließend auf Doppel 16 das Break zurück. Wenig später stand es 3:3, ehe sie das siebte Leg mit einer 180 gegen den Anwurf eröffnete und 87 in zwei Darts über Doppel 18 zum 4:3 auscheckte.
Drei verpasste Darts zum 5:3 ermöglichten Gurney noch einmal den Ausgleich, doch Greaves schlug direkt zurück. Ein 77er-Finish brachte ihr das Break zum 5:4, bevor sie ein Leg später den historischen 6:4-Erfolg perfekt machte. Mit 93,54 Punkten lag sie auch beim Average vor Gurney, der auf 89,54 kam. Am Samstag wartet mit Luke Humphries bereits die nächste große Herausforderung.
Schindler setzt sich trotz niedrigerem Average durch
Aus deutscher Sicht verlief der Abend ebenfalls erfolgreich. Schindler besiegte Rob Owen mit 6:4 und steht damit in der zweiten Runde.
„The Wall“ erwischte den besseren Start, holte sich direkt das Break und legte ein starkes 90er-Finish in zwei Darts zum 2:0 nach. Owen blieb danach jedoch im Match und spielte mit 95,75 Punkten den deutlich höheren Average als Schindler, der bei 89,50 landete.
Trotzdem war der Deutsche in den entscheidenden Momenten effektiver. Owen eröffnete das zehnte Leg mit einer 180, als er versuchte, noch einen Decider zu erzwingen. Schindler kam jedoch zuerst auf ein Finish und nahm 68 mit dem letzten Dart in der Hand auf Doppel 2 heraus.
Barry schlägt Cross - Woodhouse mit 104er-Average
Auch Rob Cross verabschiedete sich bereits in Runde eins. Keane Barry setzte sich mit 6:4 durch, nachdem die ersten sechs Legs komplett mit dem Anwurf gegangen waren.
Das erste Break gelang Barry mit einem starken 114er-Finish zum 4:3. Der Ire bestätigte dieses Break und zog auf 5:3 davon. Zwar vergab er anschließend Matchdarts auf Doppel 20 und Doppel 10, wodurch Cross noch einmal verkürzen konnte, doch einen vollständigen Turnaround ließ Barry nicht mehr zu.
Die statistisch stärkste Leistung des Abends kam von Luke Woodhouse. Er spielte einen Average von 104,30 Punkten und drehte gegen Connor Scutt einen 2:4-Rückstand noch in einen 6:4-Sieg.
Scutt hatte zuvor unter anderem einen 11-Darter und ein 126er-Finish auf dem Bullseye gezeigt. Woodhouse legte in der Schlussphase jedoch deutlich zu, glich mit einem 11-Darter nach 82er-Finish zum 4:4 aus und gewann anschließend auch die nächsten beiden Legs.
Heta beendet tschechische Hoffnungen
Damon Heta setzte sich mit 6:4 gegen Lokalmatador Karel Sedlacek durch. Der Australier ging 2:0 in Führung, doch Sedlacek kämpfte sich mit Finishes von 62, 72 und später 96 immer wieder zurück.
Beim Stand von 4:3 verpasste Heta den Bullseye für ein 170er-Finish, doch Sedlacek konnte den Fehler nicht bestrafen. Nachdem der Tscheche noch einmal zum 4:4 ausgeglichen hatte, gewann Heta die letzten beiden Legs. Im zehnten Leg startete er sogar mit sechs perfekten Darts, bevor er wenig später 76 zum Sieg auscheckte.
Zuvor hatte Krzysztof Ratajski Adam Gawlas mit 6:2 besiegt. Gawlas sorgte mit einem 116er-Checkout zum 1:1 kurzzeitig für Hoffnung beim tschechischen Publikum, doch Ratajski zog danach davon und beendete die Partie mit einem 86er-Finish auf dem Bullseye.
Im letzten Match des Abends setzte sich Jeffrey de Graaf mit 6:3 gegen Niels Zonneveld durch. Zonneveld spielte mit 96,84 Punkten zwar den höheren Average als de Graaf mit 94,21, ließ aber zu viele Chancen auf den Doppeln liegen. De Graaf nutzte diese Fehler konsequenter und machte den Sieg schließlich auf Doppel 8 perfekt.
Dirk van Duijvenbode erlebte dagegen einen schwachen Abend. Der Niederländer verlor mit 2:6 gegen Mario Vandenbogaerde und kam nur auf einen Average von 77,51 Punkten. Vandenbogaerde selbst spielte mit 80,70 ebenfalls weit entfernt von seinem besten Niveau, profitierte aber von den zahlreichen Problemen seines Gegners.
Damit ist die erste Runde der
Czech Darts Open 2026 abgeschlossen. Am Samstag greifen in Prag die gesetzten Spieler ins Turnier ein, darunter Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price und Gian van Veen.