Jan Schmidt hat bei der
PDC World Youth Championship 2026 für eine große Überraschung gesorgt. Der Deutsche besiegte Charlie Manby im Halbfinale mit 6:3 und sicherte sich sein Ticket für das Finale in Minehead. Dort trifft er auf Cam Crabtree, der
Luke Littler in einem dramatischen Entscheidungsleg mit 6:5 ausschaltete. Somit treffen der Deutsche und der Engländer am 29.11 zwischen Halbfinals und Finale der Players Championship Finals in Minehead aufeinander.
Gerade für Luke Littler endete das Turnier erneut in einer Enttäuschung. Zum zweiten mal in Folge muss sich so der Doppelweltmeister im Halbfinale der PDC Jugendweltmeisterschaft geschlagen geben.
Nach Max Hopp 2015 und Martin Schindler 2018 steht Schmidt als dritter Deutscher im Finale der Junioren-WM. Auf dem Weg dorthin bewies er mehrfach Nervenstärke und setzte sich gegen mehrere namhafte Gegner durch.
Schmidt begeistert gegen Manby und schreibt deutsche Darts-Geschichte
Im Halbfinale erwischte Schmidt zunächst einen schwierigen Start. Manby warf direkt im ersten Leg eine 180 und nahm dem Deutschen dessen Anwurf ab. Schmidt antwortete jedoch sofort: Mit einem 13-Darter gelang ihm das Rebreak zum 1:1.
Anschließend entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie. Schmidt ging mit 2:1 in Führung, ehe Manby zum 2:2 ausglich. Danach übernahm der Deutsche zunehmend die Kontrolle. Er hielt seinen Anwurf zum 3:2 und erspielte sich mit dem besseren Scoring die nächste Breakchance.
Schmidt nutzte diese auf der Doppel-10 zur 4:2-Führung. Besonders die Triple-19 funktionierte an diesem Tag hervorragend und bildete auch gegen Manby die Grundlage seines starken Spiels. Mit einem 54er-Checkout zum 14-Darter erhöhte er auf 5:2 und rückte bis auf ein Leg an das Finale heran.
Manby gab sich allerdings noch nicht geschlagen. Der Engländer hielt seinen Anwurf auf der Doppel-10 und verkürzte auf 3:5. Damit lag es an Schmidt, die Partie mit dem eigenen Anwurf zu entscheiden.
Der Deutsche hielt dem Druck stand. Er setzte sich im Scoring früh ab und brachte erneut wichtige Treffer auf der Triple-19 ins Ziel. Schließlich löschte er 20 Restpunkte mit zwei Darts und machte den 6:3-Erfolg perfekt.
Mit diesem Sieg sicherte sich Schmidt gleich zwei besondere Auftritte: das Junioren-WM-Finale Ende November in Minehead und einen Startplatz beim Grand Slam of Darts 2026.
Crabtree stoppt Littler im Entscheidungsleg
Im anderen Halbfinale musste Luke Littler eine bittere Niederlage hinnehmen. Der Weltranglistenerste verlor gegen Cam Crabtree mit 5:6 und verpasste damit erneut den Einzug ins Junioren-WM-Finale.
Crabtree hatte bereits am Vortag Grund zum Jubeln. Über die Development Tour sicherte sich der aktive Tourcard-Inhaber einen Startplatz für die Darts WM im Alexandra Palace. Gegen Littler setzte er seinen erfolgreichen Lauf fort.
Crabtree gewann das erste Leg und führte später mit 2:1. Die Chance auf das 3:1 ließ er allerdings liegen, sodass Littler auf 2:3 verkürzte. Auch danach konnte sich keiner der beiden entscheidend absetzen. Crabtree gelang das Rebreak zum 3:3, anschließend übernahm er wieder die Führung zum 4:3.
Die Entscheidung fiel schließlich im elften Leg. Dort behielt Crabtree die Oberhand und machte das überraschende Finale gegen Schmidt perfekt. Die mögliche Endspielpaarung zwischen Littler und Manby blieb damit aus.
Zuvor hatte Littler das Turnier weitgehend souverän bestritten. Er überstand die Gruppenphase ohne größere Probleme und setzte sich in der K.-o.-Runde unter anderem gegen Archie Self und David Fidler durch. Am stärksten forderte ihn zunächst Lewis Cook.
Cook führte bereits mit 3:1, konnte den Vorsprung jedoch nicht ins Ziel bringen. Littler drehte die Begegnung und gewann mit 6:4. Im Halbfinale fand sein Lauf schließlich ein Ende.
Zwei vergebene Matchdarts und Siege gegen starke Gegner
Auch Schmidt musste auf seinem Weg ins Finale einen kritischen Moment überstehen. Nach einer starken Gruppenphase besiegte er zunächst den Niederländer Owen Roelofs mit 6:2. Gegen den Dänen Daniel Korbæk stand er anschließend unmittelbar vor dem Aus.
Im Entscheidungsleg startete Schmidt mit lediglich 26 Punkten, während Korbæk eine 180 vorlegte. Der Däne erspielte sich zwei Matchdarts, vergab aber beide. Schmidt nutzte seine Chance, checkte 40 Punkte und rettete sich in die nächste Runde.
Im Achtelfinale wartete mit Sebastian Białecki die Nummer zwei der Setzliste. Schmidt zeigte gegen den Polen eine starke Leistung und setzte sich deutlich mit 6:2 durch.
Deutlich enger verlief das Viertelfinale gegen Henry Coates, der in dieser Saison bereits ein Players-Championship-Turnier gewonnen hatte. Schmidt hielt sämtliche sechs eigenen Anwurflegs. Im Decider gelang ihm ein 16-Darter zum 6:5-Sieg, der ihm das Halbfinalduell mit Manby bescherte.
13 Deutsche am Start – Schmidt überragt
Insgesamt nahmen 13 deutsche Spieler am Turnier teil. Für
Leon Weber, Kilian Hohnstedt, Finn Beherns, Luca Wolff, Kimi Seemann und Florian Preis endete der Wettbewerb bereits in der Gruppenphase.
Auch Liam Maendl-Lawrence,
Dominik Grüllich, Merlin Nicolaus, Lenny Schlüter und Mika Donnevert schieden im weiteren Turnierverlauf aus. Jarod Becker entschied das deutsche Duell gegen Grüllich für sich, musste sich anschließend jedoch Charlie Manby geschlagen geben. Der Engländer setzte dabei mit Checkouts von 152 und 120 Punkten in wichtigen Momenten entscheidende Akzente.
Weitere bekannte Namen verpassten ebenfalls die Schlussphase. Owen Bates verlor im Achtelfinale gegen Manby. Kaya Baysal bezwang dort Jurjen van der Velde, ehe er im Viertelfinale mit 4:6 an Crabtree scheiterte. Der inzwischen 16-Jährige bestätigte damit erneut seine starken Leistungen seit seinem Einstieg auf der Development Tour.
Keane Barry unterlag bereits in seiner ersten K.-o.-Partie Angelo Balsamo. Auch Jamai van den Herik, der sich am Vortag eine Tourcard gesichert hatte, musste früh die Segel streichen.
Den größten deutschen Erfolg landete jedoch Schmidt. In Minehead erhält er nun gegen Crabtree die Chance, seinen beeindruckenden Lauf mit dem Junioren-WM-Titel zu krönen.