Gian van Veen hat sich mittlerweile zum besten niederländischen Dartspieler der Gegenwart aufgeschwungen. Mit seinem sportlichen Aufstieg wächst allerdings auch der Erwartungsdruck, der auf den Schultern des 24-Jährigen lastet.
Für
Vincent van der Voort hängt diese Entwicklung auch damit zusammen, dass Michael van Gerwen nicht länger automatisch als der große niederländische Hoffnungsträger gilt, der bei nahezu jedem bedeutenden Turnier um den Titel mitspielt.
Van der Voort: „Gian ist einfach unsere Nummer eins“
Van Veen belegt inzwischen den dritten Platz der Weltrangliste und erreichte bei den großen Turnieren in diesem Jahr zweimal das Halbfinale sowie einmal das Viertelfinale. Beim
World Grand Prix 2026 war in der Runde der letzten Acht Endstation. Gegen
James Wade musste sich der Niederländer deutlich mit 0:3 Sätzen geschlagen geben und gewann in der gesamten Partie lediglich ein einziges Leg.
Gian van Veen ist mittlerweile die Nummer drei der Welt – und damit auch der niederländische Hoffnungsträger, auf dem immer größere Erwartungen lasten.
„Gian ist einfach unsere Nummer eins“, erklärt van der Voort im
Sportnieuws.nl-Podcast Darts Draait Door. „Nicht nur in der Weltrangliste, sondern auch bei den großen Turnieren. In diesem Jahr stehen für ihn dort zwei Halbfinals und ein Viertelfinale zu Buche. Die anderen kommen da nicht annähernd heran. Die Niederländer kommen bei einem Turnier oft weit, aber Finalteilnahmen sind derzeit nicht drin. In diesem Jahr hat noch kein Niederländer ein großes Turnierfinale gespielt. Das ist natürlich nicht angenehm.“
Eine andere Situation als in der Ära van Gerwen
Über viele Jahre war van Gerwen bei den großen Turnieren der Niederländer, auf den sich die Aufmerksamkeit zuerst richtete. Seine Landsleute konnten dadurch deutlich unauffälliger agieren. Weil die Ergebnisse des dreimaligen Weltmeisters bei den großen Turnieren inzwischen schwächer ausfallen, beobachtet van der Voort jedoch, dass sich der Fokus zunehmend auf van Veen verlagert.
„Jeder konnte es gut machen, denn van Gerwen kam ja immer weit. Jetzt schaut man auf Gian, und er verliert mit 1:9 Legs (0:3 Sätzen, Anm. d. Red.). Schon jetzt heißt es bei ihm sehr oft, dass das, was er leistet, nicht genug sei. In der Ära van Gerwen wäre das nicht passiert. Damals wäre ein Viertelfinale für diesen Jungen ein gutes Ergebnis gewesen.“
Auch van Veens Position in der Weltrangliste lässt die Erwartungen zwangsläufig steigen. Der 24-Jährige hat sich bis auf Rang drei der Welt vorgearbeitet, konnte diese herausragende Position bislang allerdings noch nicht in eine Serie großer Titel ummünzen.
Nach der deutlichen Niederlage gegen Wade verzichtete van Veen auf die üblichen Interviews. Für van der Voort ist die Entscheidung seines Landsmanns angesichts des bitteren Spielverlaufs durchaus nachvollziehbar.
„Er hat mit 1:9 auf den Deckel bekommen, das musste er erst einmal verarbeiten. Nichts lief zusammen. Was soll man danach erzählen? Dann ist es besser, keine Interviews zu geben. Gian ist wirklich der Letzte, den man kritisieren darf. Normalerweise liefert er immer ab.“