„Er ist wieder der Boss“ – Matthew Edgar erkennt Signale für Michael van Gerwens Rückkehr zu alter Stärke

PDC
durch Nic Gayer
Dienstag, 31 März 2026 um 15:30
Michael van Gerwen (1)
Die ersten Monate der Saison ließen rund um Michael van Gerwen neuen Optimismus aufkommen. Nach Einschätzung von Experte und Ex-Profi Matthew Edgar befand sich der Niederländer klar im Aufwind – bis ihn eine Krankheit ausbremste.
„Michael hat einen sehr positiven Start ins Jahr erwischt“, erklärt Edgar in einem ausführlichen Interview mit Online Darts. „Bis er krank wurde. Das hat ihn vermutlich zwei oder drei Wochen zurückgeworfen.“

Krankheit stoppt den Aufwärtstrend zur Unzeit

Der Rückschlag traf van Gerwen ausgerechnet in einer Phase, in der er wieder deutlich an seine frühere Form erinnerte. Er gewann ein Turnier der World Series, stand bei einem weiteren Event im Finale und sicherte sich zudem einen Spieltagssieg in der Premier League Darts. „Bis dahin schien er auf alles gut zu reagieren. Er spielte einfach wieder gut“, so Edgar.
Hat in diesem Jahr wichtiges Ranglisten-Preisgeld zu verteidigen: Michael van Gerwen
Hat in diesem Jahr wichtiges Ranglisten-Preisgeld zu verteidigen: Michael van Gerwen
Gerade deshalb misst der Experte der Saison 2026 besondere Bedeutung bei. Vor allem das zu verteidigende Preisgeld – insbesondere von der Weltmeisterschaft – erhöht den Druck auf den dreifachen Weltmeister erheblich. „Van Gerwen steckt in einer enorm wichtigen Saison“, betont Edgar. „Er liegt aktuell um Platz 20 in der bereinigten Weltrangliste, also außerhalb der Top-16. Das liegt daran, dass er dieses WM-Preisgeld verteidigen muss.“
Diese Ausgangslage macht die Situation zusätzlich heikel. „Es ist durchaus vorstellbar, dass Michael aus den Top-16 der Welt fällt. Spieler in diesen Regionen liefern einfach stark ab. Das macht dieses Jahr für ihn super wichtig.“ Umso schwerer wiegt für Edgar der krankheitsbedingte Rückschlag. „Denn zu Jahresbeginn sah es wirklich gut aus.“

Körpersprache erinnert an frühere Dominanz

Auch ohne van Gerwen zuletzt live erlebt zu haben, erkennt Edgar anhand von Bildmaterial klare Signale. „Ich sehe den frechen van Gerwen wieder“, sagt er mit einem Lächeln. „In seiner Haltung steckt wieder Bravour.“
Gerade diese Ausstrahlung sei ein zentraler Bestandteil seines Erfolgs gewesen. „In Bestform ist Michael frech, meinungsstark und genießt, was er sagt und tut. Das gehört zu ihm. Wenn er still und zurückhaltend ist, ist er nicht bei 100 Prozent.“
Besonders eine Szene mit Luke Humphries blieb Edgar im Gedächtnis. „Ich sah ein Video, in dem er den Arm um Luke legt und ihm einen kleinen Klaps gibt. Da dachte ich: Er ist wieder ‚der Boss‘.“
Um seine Beobachtung zu verdeutlichen, zieht Edgar sogar einen Vergleich zum Profi-Wrestling. „Es sind kleine Dinge, die eine große Wirkung haben“, erklärt er. „Es geht um Körpersprache, darum, wer in einem Moment die Kontrolle übernimmt. Das sind ‚Power-Positionen‘. Michael beginnt, die wieder zu zeigen, bewusst oder unbewusst.“
Für ihn ist das ein klares Signal. „Er zieht wieder Aufmerksamkeit auf sich. Er strahlt wieder etwas aus. Und genau das willst du sehen.“ Allerdings schränkt Edgar ein: „Jetzt muss er es noch am Oche zeigen. Und da kommt diese Krankheit natürlich zu einem ungünstigen Zeitpunkt.“

Positive Resultate – aber noch keine Gewissheit

Auch die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass van Gerwen weiterhin mit der Weltspitze mithalten kann. So erreichte er ein Halbfinale auf der Pro Tour, in dem er gegen einen stark aufspielenden Humphries unterlag. „Es gibt definitiv positive Signale“, betont Edgar. „Aber die Frage ist: Kann er sich wirklich aus dieser Lage befreien?“
Eine eindeutige Antwort darauf sieht er nicht. „Ich würde niemals ‚nein‘ sagen. Van Gerwen ist für viele der zweitbeste Spieler aller Zeiten, für manche sogar der beste. Wenn er morgen ein Turnier gewinnt, wäre niemand überrascht.“
Gleichzeitig hält Edgar auch ein anderes Szenario für plausibel. „Wenn er keinen großen Titel holt, lässt sich das ebenso erklären. Mit dem Rankingdruck, der Konkurrenz und allem, was dazugehört.“
Ein klares Urteil über den weiteren Saisonverlauf vermeidet er daher bewusst. „Du kannst für beide Seiten ein gutes Argument machen“, sagt er
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