„Es war ein langer Weg, aber die harte Arbeit zahlt sich endlich aus“ – Vicky Pruim holt mit 52 Jahren ihren ersten Titel bei der PDC Women's Series

PDC
Montag, 18 Mai 2026 um 9:30
Dartbord
Eine sichtlich bewegte Vicky Pruim rang nach ihrem ersten Titel auf der PDC Women’s Series um Worte. Nach Jahren voller knapper Niederlagen und verpasster Chancen gelang der belgisch-schwedischen Spielerin endlich der große Durchbruch auf der wichtigsten Damen-Tour der PDC. Der Erfolg wirkte wie die Erlösung für eine Spielerin, die sich ihren Platz an der Spitze lange hart erarbeiten musste.
„Es bedeutet sehr viel, wirklich sehr viel“, sagte Pruim mit zitternder Stimme direkt nach dem Finale. Der Titelgewinn hatte für sie weit mehr als nur sportliche Bedeutung. Immer wieder fehlte in entscheidenden Momenten nur ein kleiner Schritt. Diesmal passte alles zusammen. „Es war ein langer Weg, aber die harte Arbeit zahlt sich endlich aus“, erklärte sie sichtbar erleichtert.

Ein Wochenende voller Entwicklung und Selbstvertrauen

Schon im Verlauf des Wochenendes deutete sich an, dass Pruim in starker Form unterwegs war. Trotz einiger schwieriger Momente blieb sie stabil und vertraute ihrem Spiel. Besonders das Match gegen Karolina Ratajska zeigte allerdings noch die Probleme auf den Doppelfeldern. Dort ließ sie mehrere Chancen ungenutzt und brachte sich damit selbst um den verdienten Lohn.
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„Das darfst du auf diesem Niveau eigentlich nicht liegen lassen“, analysierte sie später offen. Gerade auf der Women’s Series entscheiden oft Nuancen über Sieg oder Niederlage. Kleine Fehler bestrafen die Gegnerinnen sofort, denn die Qualität im Teilnehmerfeld steigt seit Jahren kontinuierlich an.
Pruim reagierte auf die Rückschläge jedoch bemerkenswert ruhig. Statt an ihrem Spiel zu zweifeln, setzte sie weiterhin auf ihre größte Stärke: das Scoring. Vor allem beim Aufbau hoher Aufnahmen überzeugte sie über das gesamte Wochenende hinweg mit Konstanz und Tempo.
Diese mentale Stärke machte am Ende den Unterschied. Während die Doppel anfangs noch Probleme bereiteten, traf sie in den entscheidenden Momenten plötzlich sicher und konsequent. Genau diese Kombination aus starkem Scoring und verbessertem Finishing brachte ihr schließlich den ersten großen Titel ein.

Platz unter den Gewinnerinnen der Women’s Series

Mit ihrem Triumph gehört Vicky Pruim nun offiziell zu den wenigen Spielerinnen, die ein Event der PDC Women’s Series gewinnen konnten. Als 16. Siegerin überhaupt trägt sie sich in eine exklusive Liste ein und unterstreicht damit ihren steigenden Stellenwert im Damen-Darts.
Innerhalb der Szene galt Pruim schon länger als Spielerin mit großem Potenzial. Regelmäßig erreichte sie die späten Turnierphasen, doch häufig fehlte in den entscheidenden Augenblicken die letzte Konsequenz. Jetzt gelang endlich der Schritt über die Ziellinie.
„Heute hat alles zusammengepasst“, erklärte Pruim nach ihrem Erfolg. Gleichzeitig machte sie deutlich, wie groß ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten inzwischen geworden ist. „Ich weiß, dass ich jede schlagen kann, aber es muss alles zum richtigen Zeitpunkt stimmen.“

Scoring als große Stärke

Besonders auffällig ist die Entwicklung ihres Spiels in den vergangenen Monaten. Pruim steigerte sich vor allem im Scoring deutlich. Hohe Aufnahmen und konstante Triple-Treffer verschaffen ihr inzwischen regelmäßig Vorteile gegen Topspielerinnen der Tour.
„Ich habe in letzter Zeit wirklich gut gescort“, sagte sie. Für Pruim bleibt jedoch klar, dass der Schlüssel weiterhin auf den Doppeln liegt. „Wenn ich diese beiden Dinge zum richtigen Zeitpunkt kombinieren kann, bin ich gefährlich.“
Der Titel kommt für sie zu einem enorm wichtigen Zeitpunkt der Saison. Die Women’s Series dient als entscheidender Qualifikationsweg für große Fernsehturniere wie das Women’s World Matchplay in Blackpool. Mit dem Sieg verbessert Pruim ihre Ausgangslage im Rennen um einen Startplatz erheblich.
Ganz abgeschlossen ist die Arbeit allerdings noch nicht. In den kommenden Turnieren in Wigan muss sie ihre starke Position bestätigen. Dort geht es nicht nur um weitere Erfolge, sondern auch um wichtiges Preisgeld für die Rangliste.
Trotz der neuen Aufmerksamkeit bleibt Pruim ihrer ruhigen Herangehensweise treu. „Ich spiele einfach wie immer. Mein Bestes geben und schauen, wohin es mich bringt“, sagte sie. Große Ankündigungen oder zusätzliche Erwartungen vermeidet sie bewusst.

Ein Erfolg mit Signalwirkung

Der erste Titel auf der Women’s Series bedeutet für Vicky Pruim deutlich mehr als nur eine weitere Trophäe. Der Sieg bestätigt, dass sie auf höchstem Niveau nicht nur mithalten, sondern auch Turniere gewinnen kann.
Nach ihrem Durchbruch stellt sich nun vor allem eine Frage: War dieser Titel nur ein besonderer Moment oder der Beginn eines dauerhaften Aufstiegs? Vieles spricht aktuell für Letzteres. Pruim wirkt gefestigt, analysiert ihr Spiel klar und strahlt deutlich mehr Selbstvertrauen aus als noch vor einigen Monaten.
Ihre eigenen Worte beschreiben die Entwicklung wohl am besten: „Wenn ich alles zum richtigen Zeitpunkt zusammenbringen kann, bin ich gefährlich.“
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