Fallon Sherrock hat nach ihrem
sensationellen Triumph über Luke Littler in der Netflix-Show „Beat
Luke Littler“ deutliche Worte an ihre Kritiker gerichtet. Die 32-jährige Engländerin bezwang den zweifachen Darts-Weltmeister am Freitagabend in einem einzigen Leg und sicherte sich damit ein Preisgeld von unglaublichen 501.000 Pfund. Bereits vor der Veranstaltung hatte ihre Teilnahme heftige Diskussionen ausgelöst. Sherrock selbst sieht die Vorwürfe jedoch als völlig unbegründet an und betont, sämtliche Teilnahmebedingungen erfüllt zu haben. „Ich bin unglaublich froh, dass ich all den Hass überwunden und gewonnen habe“, erklärte die „Queen of the Palace“ nach ihrem Triumph.
Mit ihrem Erfolg schrieb Sherrock einmal mehr Darts-Geschichte. Die Engländerin sicherte sich den zweithöchsten Einzelgewinn, der jemals bei einer Dartsveranstaltung ausgeschüttet wurde. Lediglich Littler konnte mit einem einzigen Turniersieg bislang mehr Preisgeld verdienen: Für seinen zweiten Weltmeistertitel im vergangenen Januar kassierte der junge Engländer die Rekordsumme von einer Million Pfund.
Fallon Sherrock schreibt erneut Darts-Geschichte und gewinnt 501.000 Pfund
Für Sherrock ist der Gewinn ein weiterer außergewöhnlicher Höhepunkt einer Karriere, in der sie bereits mehrfach historische Grenzen durchbrochen hat. Vor sieben Jahren sorgte sie bei der PDC-Weltmeisterschaft für eine Sensation, als sie als erste Frau überhaupt ein Spiel bei einer Darts WM gewann. Ihr bemerkenswerter Lauf führte sie schließlich bis in die dritte Runde und machte sie unter ihrem Spitznamen „The Queen of the Palace“ weltweit bekannt.
Fallon Sherrock sorgt bei „Beat Luke Littler“ für eine Sensation: Nach ihrem Sieg über den zweifachen Weltmeister und dem Gewinn von 501.000 Pfund wehrt sich die Engländerin gegen ihre Kritiker.
Auch bei der Netflix-Show am Freitagabend stellte die Engländerin eindrucksvoll unter Beweis, dass sie gerade auf den größten Bühnen zu außergewöhnlichen Leistungen fähig ist. Als 15. Herausforderin des Abends trat Sherrock gegen Littler an und nutzte ihre Gelegenheit eiskalt. In einem einzigen Leg über 501 Punkte setzte sie sich gegen den zweifachen Weltmeister durch und durfte anschließend den gewaltigen Hauptgewinn bejubeln.
„Ich würde mich nicht unbedingt als Profi bezeichnen“ – Sherrock wehrt sich gegen Vorwürfe
Dabei war ausgerechnet Sherrocks Teilnahme im Vorfeld zu einem der größten Streitpunkte rund um die Veranstaltung geworden. Die Netflix-Produktion war als Gelegenheit für Amateurspieler und Dartsbegeisterte ohne PDC Tour Card beworben worden, sich mit Littler zu messen. Zwar besitzt Sherrock keine Tour Card und erfüllte somit die offiziellen Teilnahmevoraussetzungen, doch einige Fans hielten es angesichts ihrer langjährigen Erfahrung und internationalen Bekanntheit für fragwürdig, sie als Herausforderin zuzulassen.
Im Gespräch mit der britischen Nachrichtenagentur Press Association gab Sherrock offen zu, dass die zahlreichen negativen Reaktionen nicht spurlos an ihr vorbeigegangen seien. „Es war hart. Natürlich bekomme ich die ganze Kritik und die negativen Reaktionen mit“, erklärte die Engländerin. „Aber letztlich erfülle ich einfach die Voraussetzungen für die Teilnahme. Ich hatte nie eine Tour Card und würde mich eigentlich nicht unbedingt als Profi bezeichnen, denn ich spiele Darts nur zum Vergnügen.“
Zugleich erinnerte Sherrock daran, dass ihre sportlichen Anfänge und ihr Weg auf die großen Bühnen in der öffentlichen Diskussion häufig in Vergessenheit gerieten. „Ich glaube, die Leute vergessen auch, wo ich angefangen habe. Als ich bei der WM gewann, spielte ich noch ganz normal bei der WDF. Ich bin unglaublich froh, dass ich all den Hass überwunden und gewonnen habe.“
Damit machte die 32-Jährige unmissverständlich deutlich, dass sie sich von den kritischen Stimmen nicht von ihrem Weg abbringen lassen möchte. Dass sie ihre Teilnahme schließlich mit einem Sieg über den amtierenden Weltmeister krönte, verlieh ihrer Antwort auf die Vorwürfe eine besondere Bedeutung.
Littler selbst erlebte unterdessen einen Abend, an dem längst nicht alles nach Plan verlief. Zwar setzte sich der 19-Jährige gegen die meisten seiner Herausforderer durch, erreichte dabei aber nicht durchgehend seine gewohnte spielerische Klasse. Insbesondere das ungewöhnliche Format mit den wiederkehrenden Wartezeiten zwischen den einzelnen Duellen machte es dem Weltmeister schwer, einen konstanten Rhythmus am Oche zu entwickeln.
„Warum sollte man sie ausschließen?“ – Barry Hearn verteidigt Sherrock
Rückendeckung erhielt Sherrock auch von PDC-Präsident
Barry Hearn. Der einflussreiche britische Sportpromoter, der während der Netflix-Veranstaltung selbst Teil der Jury war, wies die Kritik an der Teilnahme der Engländerin entschieden zurück. Aus seiner Sicht gab es keinerlei Grundlage dafür, Sherrock vom Wettbewerb auszuschließen.
„Nein, absolut nicht“, antwortete Hearn auf die Frage, ob Sherrocks Teilnahme gegenüber den anderen Herausforderern unfair gewesen sei. „Sie hat keine PDC Tour Card. Also darf sie ganz normal mitmachen. Warum sollte man ihr dieses Recht verwehren?“
Darüber hinaus unterstrich Hearn, dass gerade die Mischung aus erfahrenen Spielern und weniger bekannten Gesichtern entscheidend für den Unterhaltungswert der Veranstaltung gewesen sei. Neben Sherrock verwies er dabei ausdrücklich auf den erst 15 Jahre alten Schotten Mitchell Lawrie, der ebenfalls zu den ausgewählten Herausforderern gehörte. „Sie ist eine bekannte und zudem sehr gute Spielerin. Aber Mitchell Lawrie ist ebenfalls sehr bekannt und ein hervorragender Dartspieler.“
Ein Teilnehmerfeld, das ausschließlich aus völlig unerfahrenen Amateurspielern bestanden hätte, wäre nach Hearns Überzeugung kaum im Interesse des Publikums gewesen. „Will man dann zwanzig Spiele hintereinander sehen, in denen jemand kaum einen Dart werfen kann? Nein, natürlich nicht. Wir wollen, dass hervorragende Spieler gegen andere hervorragende Spieler antreten. Darum ging es bei der ganzen Sache.“
Damit bezog der PDC-Präsident eindeutig Stellung zugunsten der späteren Siegerin. Dass Sherrock letztlich den Hauptpreis von 501.000 Pfund gewann, ändere schließlich nichts an der Tatsache, dass sie sämtliche im Vorfeld festgelegten Teilnahmebedingungen erfüllt hatte.
„Luke Littler hat mir genau das gegeben, was mir noch gefehlt hat“ – Hearn schwärmt vom Littler-Effekt
Abseits der Kontroverse um Sherrock wertet Hearn die Netflix-Produktion als weiteren Meilenstein in der rasanten Entwicklung des Dartsports. Die weltweit ausgestrahlte Show brachte den Sport erneut vor ein internationales Millionenpublikum und verdeutlichte, welche Aufmerksamkeit Darts inzwischen auch außerhalb seiner traditionellen Zielgruppe genießt.
Eine zentrale Rolle bei dieser Entwicklung schreibt Hearn insbesondere Luke Littler zu. Seit dessen spektakulärem Durchbruch bei der Darts-Weltmeisterschaft Ende 2023 habe sich die Zusammensetzung des Publikums spürbar verändert. Vor allem jüngere Zuschauer hätten durch den Engländer einen Zugang zum Dartsport gefunden. „Luke Littler hat mir genau das gegeben, was mir noch gefehlt hat: ein junges Publikum. Und damit kamen auch alle Vorteile, die dazugehören“, erklärte Hearn.
Zu diesen Vorteilen zählt der PDC-Präsident insbesondere das wachsende Interesse internationaler Medienkonzerne. Während Darts über viele Jahre hinweg vor allem bei klassischen Sportsendern beheimatet war, eröffnen sich mittlerweile völlig neue Möglichkeiten für aufwendige Unterhaltungsproduktionen und außergewöhnliche Veranstaltungsformate.
„Ein Vorteil ist, dass ein Unternehmen wie Netflix eine Chance sieht. Es verfügt über die finanziellen Mittel, Dinge zu verwirklichen, von denen andere nur träumen können, und kann innovative Ideen einbringen.“
Dabei räumte Hearn ein, dass eine Zusammenarbeit zwischen dem Dartsport und einem weltweit führenden Streaminganbieter wie Netflix vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar gewesen wäre. Angesichts der jüngsten Entwicklung erscheint ihm dieser Schritt inzwischen jedoch beinahe selbstverständlich. „Hättest du mich vor drei Jahren gefragt, ob ich das kommen sehe, hätte ich Nein gesagt. Aber inzwischen ertappe ich mich bei dem Gedanken: ‚Das ist eigentlich gar keine große Überraschung mehr.‘“
Für den erfahrenen Sportpromoter ist „Beat Luke Littler“ deshalb weit mehr als eine einmalige Unterhaltungssendung. Die Veranstaltung verdeutliche sowohl die gestiegene internationale Bedeutung des Dartsports als auch die Möglichkeiten, die sich durch neue Medienpartnerschaften eröffnen. „Sie zeigt, welchen Stellenwert der Dartsport inzwischen hat und welchen Beitrag Netflix zur Sportbranche leistet.“