Die PDC hat beim ersten European-Tour-Wochenende 2026 ein neues Gesicht auf der Bühne vorgestellt. Mit dem Abschied von Routinier George Noble bei der Darts WM zu Beginn dieses Jahres war im festen Schiedsrichterkader eine Lücke entstanden. Diese wird nun vom 28-jährigen Engländer Owen Binks geschlossen.
Sein Debüt beim Verband verlief sportlich reibungslos, bekam jedoch ein auffälliges Nachspiel durch einen Spitznamen, der ihm live auf der Bühne verpasst wurde – und mit dem er selbst ganz und gar nicht einverstanden war. Das machte er mit einer Reaktion in den sozialen Medien unmissverständlich deutlich.
Debüt auf der Euro Tour
Binks durfte ab Freitagabend erstmals ran bei den Poland Darts Open, einem Teil der
European Tour. Dort leitete er unter anderem die Partie zwischen Chris Dobey und Michael Smith souverän.
Für Darts-Fans war sein Name womöglich nicht völlig neu: Binks sammelte in den vergangenen Jahren bereits Erfahrung bei der Modus Super Series, einer unabhängigen Turnierserie, die oft als Talentschmiede gilt – sowohl für Spieler als auch für Offizielle.
Innerhalb der PDC ist der Schiedsrichterstab eine eingespielte, wiedererkennbare Gruppe. Offizielle wie
Noble wurden im Laufe der Jahre zu bekannten Gesichtern für das Publikum. Mit Nobles Abschied am Ende der Darts WM 2026 begann für die PDC ein neues Kapitel. Binks ist seither offiziell zum festen Team gestoßen und erhält die Chance, sich auf der größten Bühne zu beweisen.
Eine auffällige Einführung
Seine Feuertaufe auf der
European Tour nahm jedoch eine unerwartete Wendung. MC
Philip Brzezinski verpasste dem neuen Referee bereits am Sonntag spontan einen Spitznamen. In der Dartswelt sind Spitznamen schließlich Standard: von „Hollywood“ bis „Bully Boy“ – nahezu jeder Spieler hat einen. Brzezinski fand, der Schiedsrichter dürfe da nicht zurückstehen.
„Meine Damen und Herren, wir begrüßen einen neuen Schiedsrichter auf der Bühne“, hallte es durch die Halle. „Es ist Owen Jar Jar Binks!“
Die Anspielung war eindeutig: Jar Jar Binks, die viel diskutierte Figur aus der ikonischen Star-Wars-Reihe. Jar Jar gilt als komischer und etwas tollpatschiger Charakter innerhalb der sonst epischen und ernsten Science-Fiction-Erzählung. Obwohl die Figur als humorvolle Note gedacht war, war sie unter Fans jahrelang Gegenstand von Diskussionen und Kritik.
Owen Binks gab in der vergangenen Woche sein PDC-Debüt
Kein Lächeln auf der Bühne
Während das Publikum das Wortspiel mit einem Schmunzeln aufnahm, war Owen Binks’ Körpersprache anzusehen, dass er den Spitznamen nicht erwartet hatte. Sein Gesichtsausdruck sprach Bände: Überraschung, gefolgt von deutlicher Verärgerung. Der 28-jährige Offizielle agierte während des Matches professionell, doch das Ereignis blieb nicht ohne Nachhall.
Kurz danach meldete sich Binks in den sozialen Medien zu Wort. In klaren Formulierungen machte er deutlich, dass er von seinem neuen Spitznamen nicht begeistert war. „ICH FORDERE EINEN ANDEREN SPITZNAMEN“, schrieb er in Großbuchstaben. Eine augenzwinkernde Note war dabei offensichtlich nicht enthalten.
Neue Generation von Offiziellen
Der Vorfall unterstreicht, wie sichtbar Schiedsrichter innerhalb der PDC inzwischen geworden sind. Während Offizielle früher vor allem im Hintergrund agierten, sind sie heute ein integraler Bestandteil der Show.
Für Binks beginnt nun die Herausforderung, sich nicht nur als fähiger Schiedsrichter zu profilieren, sondern auch seine eigene Identität auf der Bühne zu formen – mit oder ohne Spitznamen. Ob Brzezinski seine Einführung bei einem nächsten Turnier wiederholen wird, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Owen Binks hat seinen Einstand bei der PDC nicht unbemerkt gegeben.