„Ich fühle mich ungerecht behandelt und bin mental am Boden“ – Wesley Plaisier nach verpasstem WM-Ticket am Tiefpunkt
PDCFür Wesley Plaisier ist die Players-Championship-Saison mit einer bitteren Enttäuschung zu Ende gegangen. Der Niederländer verpasste sowohl die direkte Qualifikation für die Darts WM als auch die Teilnahme an den Players Championship Finals denkbar knapp. Darüber hinaus hat er virtuell seine Tour Card verloren. Besonders eine umstrittene Entscheidung während seiner Partie am Mittwoch beschäftigt den Dartsprofi noch immer. Plaisier fühlt sich ungerecht behandelt und macht keinen Hehl daraus, wie sehr ihn die Ereignisse der vergangenen Tage psychisch belasten.
Wie knapp der Niederländer an seinen wichtigsten Saisonzielen vorbeischrammte, verdeutlicht ein Blick auf die Ranglisten. In der für die WM-Qualifikation maßgeblichen Pro Tour Order of Merit belegte Plaisier den 41. Platz – und verpasste damit die direkte Teilnahme am Turnier im Alexandra Palace um genau eine Position. Lediglich die besten 40 noch nicht anderweitig qualifizierten Spieler erhalten über diese Rangliste ein WM-Ticket.
„Ich bin wütend und mental am Boden“ – Plaisier schildert seine Enttäuschung
Nicht weniger schmerzhaft fiel das Ergebnis in der Players Championship Order of Merit aus. Dort landete Plaisier auf Rang 65, während sich lediglich die besten 64 Profis für die Players Championship Finals qualifizieren. Damit fehlte ihm auch bei diesem wichtigen Turnier nur ein einziger Platz zur Teilnahme.

Wesley Plaisier erlebt nach einer schwierigen Saison einen bitteren Rückschlag: Der Niederländer verpasst zwei wichtige Qualifikationen knapp und verliert zudem seine PDC Tour Card.
In den sozialen Medien ließ der Niederländer seiner Enttäuschung anschließend freien Lauf. Die Kombination aus sportlichen Rückschlägen und einer aus seiner Sicht ungerechten Entscheidung hatte deutliche Spuren hinterlassen. „Ich bin sehr enttäuscht, fühle mich ungerecht behandelt, bin wütend und mental am Boden. Das ist das einzige Gefühl, das mir von dieser Woche bleibt“, schrieb Plaisier.
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Diabetes und acht Auftaktniederlagen in Folge: Eine Saison voller Rückschläge
Besonders die zweite Hälfte des Jahres entwickelte sich für Plaisier zu einer enormen Herausforderung. Seine Diabetes-Erkrankung zwang ihn dazu, seinen Lebensstil grundlegend anzupassen. Dabei verlor er erheblich an Gewicht. Auch sportlich geriet der Niederländer zunehmend in Schwierigkeiten: Zwischenzeitlich musste er bei acht aufeinanderfolgenden Turnieren bereits nach seinem ersten Match die Segel streichen.
Dass er beim letzten Players-Championship-Turnier der Saison zu Recht ausgeschieden sei, bestreitet Plaisier nicht. Deutlich schwerer fällt es ihm hingegen, die Ereignisse des Vortages zu akzeptieren. Dort hatte er sich zunächst in eine aussichtsreiche Position gebracht, den möglichen Sieg jedoch selbst aus der Hand gegeben. „Am Mittwoch führte ich in der zweiten Runde nach gutem Spiel mit 5:4. Ich ließ fünf Matchdarts aus“, erinnerte sich der Niederländer.
Anschließend ereignete sich jene Szene, die bei Plaisier bis heute für Unverständnis sorgt. Bei zwölf Punkten Rest traf er zunächst die einfache 6 und anschließend die einfache 3. Sein letzter Dart hätte damit zu einem Bust geführt, doch der Schreiber wertete diesen Wurf wegen eines vermeintlichen Übertritts an der Abwurflinie nicht. Dadurch blieb Plaisier bei drei Punkten Rest stehen. Mit dieser Entscheidung war der Niederländer überhaupt nicht einverstanden. „Wenn es wirklich so gewesen wäre, hätte ich es akzeptiert. Aber ich bin mir sicher, dass es nicht so war“, erklärte er.
Trotz seines Ärgers über die umstrittene Situation weiß Plaisier, dass er die Niederlage mit einer besseren Chancenverwertung hätte verhindern können. Schließlich hatte er zuvor gleich fünf Möglichkeiten ausgelassen, die Partie für sich zu entscheiden. „Ich weiß selbst, dass ich das Leg einfach hätte checken müssen. Trotzdem fühlt es sich ungerecht an.“
Zwei weitere Chancen auf die Darts-WM – danach wartet die Q-School
So bitter die vergangenen Tage für Plaisier auch verliefen, endgültig begraben muss er seinen Traum von der Darts WM noch nicht. Zwar hat er die direkte Qualifikation über die Pro-Tour-Rangliste verpasst, doch im weiteren Verlauf des Monats bieten sich ihm noch zwei Gelegenheiten, auf anderem Weg einen Startplatz im Alexandra Palace zu ergattern.
Zunächst richtet sich seine Aufmerksamkeit allerdings auf das Qualifikationsturnier für den Grand Slam of Darts, das am Freitag ausgetragen wird. Anschließend will er seine beiden verbleibenden Chancen auf die WM-Teilnahme nutzen. Sollte ihm auch dort der erhoffte Erfolg verwehrt bleiben, wartet mit der Q-School bereits die nächste wichtige Herausforderung. Dort möchte er sich seine verlorene PDC Tour Card zurückholen.
Trotz seiner aktuellen Enttäuschung ist Plaisier entschlossen, die kommenden Aufgaben anzugehen. „Am Freitag werde ich bei der Qualifikation für den Grand Slam of Darts mein Bestes geben. Außerdem stehen bald noch zwei WM-Qualifikationsturniere an. Danach versuche ich, für die Q-School wieder Kraft zu sammeln“, kündigte der Niederländer an.
Zum Abschluss seiner emotionalen Botschaft richtete Plaisier noch einige Worte an die Menschen, die ihn durch die schwierigen vergangenen Monate begleitet haben. „Danke an alle für eure Unterstützung in den vergangenen zwei Jahren“, schrieb der Dartsprofi.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








