Zum Inhalt springen

„Ich fühle mich ungerecht behandelt und bin mental am Boden“ – Wesley Plaisier nach verpasstem WM-Ticket am Tiefpunkt

PDC
durch Nic Gayer
Wesley Plaisier (3)
Für Wesley Plaisier ist die Players-Championship-Saison mit einer bitteren Enttäuschung zu Ende gegangen. Der Niederländer verpasste sowohl die direkte Qualifikation für die Darts WM als auch die Teilnahme an den Players Championship Finals denkbar knapp. Darüber hinaus hat er virtuell seine Tour Card verloren. Besonders eine umstrittene Entscheidung während seiner Partie am Mittwoch beschäftigt den Dartsprofi noch immer. Plaisier fühlt sich ungerecht behandelt und macht keinen Hehl daraus, wie sehr ihn die Ereignisse der vergangenen Tage psychisch belasten.
Wie knapp der Niederländer an seinen wichtigsten Saisonzielen vorbeischrammte, verdeutlicht ein Blick auf die Ranglisten. In der für die WM-Qualifikation maßgeblichen Pro Tour Order of Merit belegte Plaisier den 41. Platz – und verpasste damit die direkte Teilnahme am Turnier im Alexandra Palace um genau eine Position. Lediglich die besten 40 noch nicht anderweitig qualifizierten Spieler erhalten über diese Rangliste ein WM-Ticket.

„Ich bin wütend und mental am Boden“ – Plaisier schildert seine Enttäuschung

Nicht weniger schmerzhaft fiel das Ergebnis in der Players Championship Order of Merit aus. Dort landete Plaisier auf Rang 65, während sich lediglich die besten 64 Profis für die Players Championship Finals qualifizieren. Damit fehlte ihm auch bei diesem wichtigen Turnier nur ein einziger Platz zur Teilnahme.
Wesley Plaisier bei seinem Walk-on.
Wesley Plaisier erlebt nach einer schwierigen Saison einen bitteren Rückschlag: Der Niederländer verpasst zwei wichtige Qualifikationen knapp und verliert zudem seine PDC Tour Card.
In den sozialen Medien ließ der Niederländer seiner Enttäuschung anschließend freien Lauf. Die Kombination aus sportlichen Rückschlägen und einer aus seiner Sicht ungerechten Entscheidung hatte deutliche Spuren hinterlassen. „Ich bin sehr enttäuscht, fühle mich ungerecht behandelt, bin wütend und mental am Boden. Das ist das einzige Gefühl, das mir von dieser Woche bleibt“, schrieb Plaisier.

Diabetes und acht Auftaktniederlagen in Folge: Eine Saison voller Rückschläge

Besonders die zweite Hälfte des Jahres entwickelte sich für Plaisier zu einer enormen Herausforderung. Seine Diabetes-Erkrankung zwang ihn dazu, seinen Lebensstil grundlegend anzupassen. Dabei verlor er erheblich an Gewicht. Auch sportlich geriet der Niederländer zunehmend in Schwierigkeiten: Zwischenzeitlich musste er bei acht aufeinanderfolgenden Turnieren bereits nach seinem ersten Match die Segel streichen.
Dass er beim letzten Players-Championship-Turnier der Saison zu Recht ausgeschieden sei, bestreitet Plaisier nicht. Deutlich schwerer fällt es ihm hingegen, die Ereignisse des Vortages zu akzeptieren. Dort hatte er sich zunächst in eine aussichtsreiche Position gebracht, den möglichen Sieg jedoch selbst aus der Hand gegeben. „Am Mittwoch führte ich in der zweiten Runde nach gutem Spiel mit 5:4. Ich ließ fünf Matchdarts aus“, erinnerte sich der Niederländer.
Anschließend ereignete sich jene Szene, die bei Plaisier bis heute für Unverständnis sorgt. Bei zwölf Punkten Rest traf er zunächst die einfache 6 und anschließend die einfache 3. Sein letzter Dart hätte damit zu einem Bust geführt, doch der Schreiber wertete diesen Wurf wegen eines vermeintlichen Übertritts an der Abwurflinie nicht. Dadurch blieb Plaisier bei drei Punkten Rest stehen. Mit dieser Entscheidung war der Niederländer überhaupt nicht einverstanden. „Wenn es wirklich so gewesen wäre, hätte ich es akzeptiert. Aber ich bin mir sicher, dass es nicht so war“, erklärte er.
Trotz seines Ärgers über die umstrittene Situation weiß Plaisier, dass er die Niederlage mit einer besseren Chancenverwertung hätte verhindern können. Schließlich hatte er zuvor gleich fünf Möglichkeiten ausgelassen, die Partie für sich zu entscheiden. „Ich weiß selbst, dass ich das Leg einfach hätte checken müssen. Trotzdem fühlt es sich ungerecht an.“

Zwei weitere Chancen auf die Darts-WM – danach wartet die Q-School

So bitter die vergangenen Tage für Plaisier auch verliefen, endgültig begraben muss er seinen Traum von der Darts WM noch nicht. Zwar hat er die direkte Qualifikation über die Pro-Tour-Rangliste verpasst, doch im weiteren Verlauf des Monats bieten sich ihm noch zwei Gelegenheiten, auf anderem Weg einen Startplatz im Alexandra Palace zu ergattern.
Zunächst richtet sich seine Aufmerksamkeit allerdings auf das Qualifikationsturnier für den Grand Slam of Darts, das am Freitag ausgetragen wird. Anschließend will er seine beiden verbleibenden Chancen auf die WM-Teilnahme nutzen. Sollte ihm auch dort der erhoffte Erfolg verwehrt bleiben, wartet mit der Q-School bereits die nächste wichtige Herausforderung. Dort möchte er sich seine verlorene PDC Tour Card zurückholen.
Trotz seiner aktuellen Enttäuschung ist Plaisier entschlossen, die kommenden Aufgaben anzugehen. „Am Freitag werde ich bei der Qualifikation für den Grand Slam of Darts mein Bestes geben. Außerdem stehen bald noch zwei WM-Qualifikationsturniere an. Danach versuche ich, für die Q-School wieder Kraft zu sammeln“, kündigte der Niederländer an.
Zum Abschluss seiner emotionalen Botschaft richtete Plaisier noch einige Worte an die Menschen, die ihn durch die schwierigen vergangenen Monate begleitet haben. „Danke an alle für eure Unterstützung in den vergangenen zwei Jahren“, schrieb der Dartsprofi.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading