„Ich kann nicht zu viele Turniere auslassen“ – Jonny Clayton sieht nach weitreichenden PDC-Änderungen Chancen und Gefahren

PDC
durch Nic Gayer
Jonny Clayton (2)
Die PDC stellt den Turnierkalender für 2027 vor weitreichende Veränderungen. Größere Teilnehmerfelder und ein zusätzliches TV-Turnier sollen den Profis neue Möglichkeiten eröffnen, Preisgeld zu verdienen. Gleichzeitig dürfte sich der Konkurrenzkampf an der Weltspitze dadurch weiter verschärfen. Jonny Clayton betrachtet die angekündigten Reformen deshalb mit gemischten Gefühlen. Der Waliser weiß, dass er sich angesichts der zunehmenden Turnierdichte kaum längere Pausen erlauben kann, wenn er seine Position in der Weltrangliste verteidigen möchte.
Wie die PDC kürzlich bekannt gab, werden die Players Championship Finals im kommenden Jahr auf 128 Teilnehmer aufgestockt. Auch die European Championship wird erweitert: Künftig kämpfen dort 48 Spieler um den Titel, zudem wird das Turnier um zwei Tage verlängert. Mit den European Open in Salzburg kommt darüber hinaus ein neuer Wettbewerb hinzu, der kurz nach dem World Cup of Darts ausgetragen werden soll.

„Ich kann nicht zu viele Turniere auslassen“ – Clayton sieht auch Risiken

Im Gespräch mit Oche180 wurde Clayton auf die geplanten Neuerungen angesprochen. Schließlich bringen die zusätzlichen Wettbewerbe nicht nur weitere Verdienstmöglichkeiten mit sich, sondern sorgen auch dafür, dass der ohnehin dicht gedrängte Darts-Kalender noch voller wird.
Jonny Clayton auf der Bühne.
Jonny Clayton sieht die geplanten PDC-Reformen für 2027 mit gemischten Gefühlen und will trotz steigender Belastung seinen Platz in der Darts-Weltspitze verteidigen.
„Das stimmt, aber ich kann natürlich nur für mich selbst sprechen“, erklärte der Waliser. Für ihn steht dabei vor allem die Verteidigung seiner Weltranglistenposition im Vordergrund: „Wenn ich meinen aktuellen Platz in der Weltrangliste behaupten will, kann ich nicht zu viele Turniere auslassen.“
Gerade die Players-Championship-Turniere sind laut Clayton jene Wettbewerbe, auf die Profis am ehesten verzichten, wenn sie sich eine Auszeit gönnen möchten. Eine solche Entscheidung kann im Kampf um die Weltranglistenplätze allerdings schnell zum Nachteil werden.
„Wenn du in der Weltrangliste weit oben bleiben willst, musst du so viel wie möglich spielen“, betonte Clayton. Die Erweiterung des Kalenders sei deshalb durchaus ein zweischneidiges Schwert: „Je mehr Turniere hinzukommen, desto mehr Möglichkeiten hast du, deinen Platz zu behaupten. Gleichzeitig erhalten aber auch die Spieler hinter dir deutlich mehr Chancen, dich einzuholen.“

Mehr Freiheiten durch die Reform – doch Claytons Ehrgeiz kennt keine Pause

Einen klaren Vorteil erkennt der Waliser hingegen in der Aufstockung der Players Championship Finals. Durch die Erweiterung auf 128 Startplätze könnten sich die Spieler im Saisonverlauf etwas mehr Erholung gönnen, ohne unmittelbar um ihre Qualifikation für das Abschlussturnier fürchten zu müssen. „Es gibt dir etwas mehr Freiheit, ein oder zwei Players Championships auszulassen. Durch die Erweiterung auf 128 Teilnehmer hast du mehr Möglichkeiten, deine Batterien wieder aufzuladen.“
Dass Clayton diese zusätzlichen Freiräume künftig regelmäßig nutzen wird, ist allerdings keineswegs ausgemacht. Dafür ist sein sportlicher Ehrgeiz schlicht zu ausgeprägt. „Ich will meinen aktuellen Platz behaupten. Ich verliere überhaupt nicht gern“, stellte der Waliser unmissverständlich klar. Wie sehr ihn Niederlagen tatsächlich beschäftigen, bekommen die Zuschauer während seiner Auftritte allerdings nur selten zu sehen. „Auf der Bühne lasse ich mir das nicht anmerken, denn ich habe Respekt vor jedem Gegner. Aber sobald ich von der Bühne gehe, bin ich ein völlig anderer Mensch.“
Hinter seiner nach außen häufig kontrollierten Art verbirgt sich ein ausgesprochen ehrgeiziger Wettkämpfer, der Niederlagen nur schwer akzeptieren kann. „Ich kann Niederlagen einfach nicht ausstehen. Das hast du wahrscheinlich selbst schon einmal gesehen. Ich bin enorm leidenschaftlich und unglaublich ehrgeizig“, gewährte Clayton einen Einblick in seine Mentalität.
Für den Waliser steht deshalb fest, dass die Veränderungen im PDC-Kalender nichts an seiner grundsätzlichen Einstellung ändern werden. Auch wenn die Belastung durch zusätzliche Turniere weiter steigt, will er im Kampf um seine Position in der Weltspitze keine entscheidenden Möglichkeiten ungenutzt lassen. Sein Fazit fällt entsprechend eindeutig aus: „Wenn ich meinen Platz behaupten will, muss ich so viel wie möglich weiterspielen.“
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