„Irgendwie hat mich das aus dem Konzept gebracht“ – Gedanken an seinen kleinen Sohn machen Dirk van Duijvenbode bei der Dutch Darts Championship unerwartet nervös

PDC
durch Nic Gayer
Dirk van Duijvenbode
Dirk van Duijvenbode ist mit einem überzeugenden Sieg in die Dutch Darts Championship 2026 gestartet. Vor heimischer Kulisse ließ der Niederländer James Hurrell beim deutlichen 6:1-Erfolg kaum eine Chance und revanchierte sich damit für mehrere Niederlagen, die er in dieser Saison bereits gegen den Engländer hinnehmen musste. Im anschließenden Interview mit Viaplay zeigte sich „Aubergenius“ vor allem von der Unterstützung der niederländischen Dartsfans begeistert. Gleichzeitig verriet er, dass ihn während der Partie ausgerechnet ein Gedanke an seinen Sohn aus dem Konzept gebracht hatte.
Dabei verlief der Auftakt für van Duijvenbode zunächst nicht ganz nach Wunsch. Die lautstarke Unterstützung von den Rängen half ihm jedoch, schnell seinen Rhythmus zu finden. „Der Start war nicht besonders gut, aber das Publikum hat mir gleich zu Beginn ordentlich Energie gegeben. Das hat gutgetan“, erklärte der Niederländer nach seinem Erfolg.

„Bei 5:0 wurde ich irgendwie nervös“ – Van Duijvenbode vergibt Matchdarts

Mit zunehmender Spieldauer übernahm van Duijvenbode immer deutlicher die Kontrolle und setzte sich schließlich auf 5:0 ab. Doch ausgerechnet als der souveräne Sieg nur noch eine Frage weniger Darts zu sein schien, schlichen sich plötzlich Unsicherheiten ein. „Bei 5:0 wurde ich irgendwie ein bisschen nervös. Deshalb habe ich sehr schlechte Darts geworfen, um das Spiel zu gewinnen“, gestand er. Lange ließ er sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen. „Ich bin aber froh, dass ich mich danach mit einem 12-Darter gefangen habe. Das war von mir nicht schlecht.“

Gedanken an seinen Sohn sorgen für unerwartete Ablenkung

Hinter den vergebenen Matchdarts steckte offenbar ein ungewöhnlicher Grund. Mitten in der entscheidenden Phase musste van Duijvenbode an seinen Sohn denken, von dem er wusste, dass er die Begegnung zu Hause vor dem Bildschirm verfolgte.
„Da gehen einem plötzlich Dinge durch den Kopf, die einen vielleicht ein bisschen ablenken“, schilderte der Niederländer. Eigentlich wollte er seinem Sohn mit einem schnellen Sieg eine Freude machen. Doch genau dieser Gedanke erwies sich als störend: „Ich dachte: Ich weiß, dass mein Sohn zuschaut, also mache ich das Spiel schnell für ihn aus. Irgendwie hat mich das abgelenkt, obwohl mir dieser Gedanke normalerweise Ruhe gibt.“
Dirk van Duijvenbode jubelt.
Dirk van Duijvenbode feiert bei der Dutch Darts Championship einen souveränen 6:1-Auftaktsieg gegen James Hurrell und genießt die Unterstützung der heimischen Fans.
Um wieder zu seiner gewohnten Konzentration zurückzufinden, entschied sich van Duijvenbode kurzerhand, den Gedanken bewusst auszublenden. Mit Erfolg, wie sich unmittelbar danach zeigte. „Ich dachte: Daran denken wir jetzt nicht mehr. Diesen Gedanken schieben wir kurz beiseite. Und dann wirft man einen 12-Darter. Das ist natürlich völlig in Ordnung.“
Dass die Partie gegen Hurrell letztlich so deutlich zu seinen Gunsten ausfallen würde, hatte van Duijvenbode im Vorfeld keineswegs erwartet. Der Engländer hatte sich in dieser Saison bereits mehrfach als unangenehmer Gegner erwiesen und den Niederländer wiederholt bezwungen. Entsprechend groß war der Respekt vor dem erneuten Aufeinandertreffen. „Ich hatte eigentlich mit einem schwierigeren Spiel gerechnet, weil er mich sehr oft schlägt. Allein in diesem Jahr habe ich drei- oder viermal gegen ihn verloren. Deshalb dachte ich, dass er besser spielen würde. Darauf stellt man sich ein, und dann ist es eigentlich eine Überraschung, wenn es nicht so kommt.“
Als sich jedoch abzeichnete, dass Hurrell diesmal nicht an seine bisherigen Leistungen gegen ihn anknüpfen konnte, stellte van Duijvenbode auch seine Herangehensweise um. Statt sich auf einen engen Schlagabtausch einzustellen, wollte er die Gelegenheit nutzen, seinen Gegner möglichst deutlich zu distanzieren. „Dann bekommt man vielleicht eine andere Einstellung und denkt: Okay, dann musst du ihn eben überrollen.“
Zum Abschluss des Interviews fand der Niederländer noch einmal lobende Worte für die heimischen Zuschauer. Zwar war die Kulisse zahlenmäßig überschaubar, an Begeisterung mangelte es den anwesenden Fans jedoch keineswegs. Besonders freute sich van Duijvenbode darüber, einige vertraute Gesichter auf den Rängen zu entdecken. „Im Verhältnis war das Publikum nicht besonders groß, aber sehr leidenschaftlich und enthusiastisch. Das fand ich fantastisch. Außerdem sieht man seine Freunde. Manchmal sind nur zwanzig Leute da, aber wenn ein paar Freunde dabei sind, ist das schon viel wert.“
Die Mischung aus leidenschaftlicher Unterstützung und persönlichem Rückhalt machte den gelungenen Auftakt für van Duijvenbode zu einem besonders schönen Erlebnis. „Diesmal waren alle begeistert, und dann sieht man auch noch seine Freunde. Das gibt einem einfach einen schönen Schub“, resümierte der sichtlich zufriedene Niederländer.
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