Was für ein bitteres Comeback für
Ricardo Pietreczko! Bei der
Dutch Darts Championship 2026 in Maastricht kehrte der Deutsche am Freitag erstmals seit Ende Mai auf die European-Tour-Bühne zurück und lieferte nach einer von Dartitis und sportlichen Rückschlägen geprägten Saison eine beeindruckende Vorstellung ab. Doch trotz eines herausragenden Averages von 101,74 Punkten und einer zwischenzeitlichen 3:0-Führung musste sich „Pikachu“ dem niederländischen Debütanten Heine Uuldriks mit 5:6 geschlagen geben. Ausgerechnet im Entscheidungsleg, das Pietreczko zuvor mit einem überragenden 12-Darter erzwungen hatte, schlug der Lokalmatador mit einem nervenstarken 81er-Bullfinish zu.
Auch für
Max Hopp endete der Auftakt des letzten European-Tour-Turniers des Jahres mit einer Enttäuschung. Der „Maximiser“ kämpfte sich gegen Andrew Gilding nach einem 3:5-Rückstand noch in den Decider, unterlag dort jedoch ebenfalls mit 5:6. Während damit beide deutschen Starter der Nachmittagssession ausgeschieden sind, setzte Karel Sedlacek ein wichtiges Ausrufezeichen im Kampf um die Europameisterschaft. Der Tscheche bezwang Callan Rydz mit 6:4 und schob sich im virtuellen European-Tour-Ranking vorerst auf einen der begehrten EM-Qualifikationsplätze – zulasten von Stephen Bunting. Einen erfolgreichen Heimauftakt feierte zudem Dirk van Duijvenbode, der James Hurrell deutlich mit 6:1 bezwang.
Pietreczko glänzt beim Comeback – Uuldriks schockt den Deutschen im Decider
Auf diesen Moment hatte Ricardo Pietreczko lange warten müssen. Nach schwierigen Monaten, in denen ihn Dartitis erheblich beeinträchtigt hatte, stand der Deutsche erstmals seit Ende Mai wieder auf einer European-Tour-Bühne. Und zunächst sah alles nach einer perfekten Rückkehr aus.
Ricardo Pietreczko überzeugte bei seinem European-Tour-Comeback mit einem Average von 101,74 Punkten, musste sich Debütant Heine Uuldriks jedoch nach einem dramatischen Decider mit 5:6 geschlagen geben.
Gegen den niederländischen Host Nation Qualifier Heine Uuldriks erwischte „Pikachu“ einen Traumstart. Mit einem 15-Darter, einem 12-Darter und einem 14-Darter stürmte er zur 3:0-Führung und zeigte dabei jene spielerische Klasse, die ihn bereits in der Vergangenheit auf der
European Tour ausgezeichnet hatte.
Doch Uuldriks ließ sich vor heimischem Publikum nicht abschütteln. Der Debütant kämpfte sich auf 2:3 heran, ehe Pietreczko mit seinem nächsten starken 12-Darter zum 4:2 antwortete. Der Niederländer fand allerdings immer besser in die Partie und glich unter lautstarker Unterstützung der Zuschauer zum 4:4 aus.
Anschließend kippte das Duell endgültig. Uuldriks nutzte seine Möglichkeiten auf die Doppel konsequent und ging erstmals mit 5:4 in Führung. Pietreczko stand damit unter maximalem Druck – und lieferte einen weiteren Weltklasse-Moment. Mit einem überragenden 12-Darter gelang ihm das Break zum 5:5, das Entscheidungsleg musste über den Einzug in Runde zwei entscheiden.
Dort hatte Uuldriks die letzte Antwort parat. Gegen den Anwurf des Deutschen räumte der Niederländer 81 Punkte über das Bullseye aus dem Board und ließ die Arena in Maastricht jubeln.
Die Zahlen unterstrichen, wie hochklassig das Duell gewesen war: Pietreczko spielte einen Average von 101,74 Punkten, Uuldriks kam auf starke 98,00 Punkte. Den entscheidenden Unterschied machte die Chancenverwertung des Niederländers, der eine Doppelquote von 85,71 Prozent erreichte.
Für Pietreczko blieb nach dem 5:6 eine bittere Niederlage – zugleich aber eine spielerisch ausgesprochen überzeugende Rückkehr auf die große Bühne.
Hopp kämpft sich zurück – Gilding behält im Entscheidungsleg die Nerven
Auch Max Hopp musste Maastricht bereits nach der ersten Runde verlassen. Der Deutsche unterlag Andrew Gilding in einem umkämpften Duell mit 5:6, nachdem er sich zwischenzeitlich bereits mit einem deutlichen Rückstand konfrontiert gesehen hatte.
Gilding eröffnete die Partie mit einem 77er-Finish, Hopp antwortete auf der Doppel-2 zum 1:1. Anschließend ließ der „Maximiser“ mehrere Möglichkeiten zum Break ungenutzt, sodass der Engländer erneut in Führung ging. Wenig später setzte sich Gilding durch ein Break auf 3:1 ab.
Hopp reagierte mit dem direkten Re-Break und stellte anschließend auf 3:3. Doch Gilding behielt zunächst die Oberhand: Mit einem 54er-Checkout zum 4:3 und einem weiteren erfolgreichen Versuch auf Tops zum 5:3 brachte er sich bis auf ein Leg an den Sieg heran.
Der Deutsche gab sich allerdings nicht geschlagen. Ein starkes 86er-Finish brachte ihn auf 4:5 heran, ehe er auf der Doppel-10 tatsächlich den Decider erzwang. Dort war jedoch Gilding zur Stelle und machte seinen 6:5-Erfolg auf Tops perfekt.
Besonders ärgerlich aus deutscher Sicht war die Doppelquote. Während Hopp mit 89,69 Punkten sogar den etwas höheren Average spielte als Gilding (87,78), traf er lediglich 22,73 Prozent seiner Versuche auf die äußeren Felder. Sein Gegner nutzte dagegen 60 Prozent seiner Chancen.
Sedlacek gewinnt Break-Festival und verdrängt Bunting vorerst aus den EM-Rängen
Schon zum Auftakt des Nachmittags hatte Karel Sedlacek für eine wichtige Entwicklung im Rennen um die European Darts Championship gesorgt. Der Tscheche bezwang Callan Rydz mit 6:4 und verbesserte sich damit im virtuellen European-Tour-Ranking vorerst unter die besten 32 Spieler der Saison.
Die Partie entwickelte sich zunächst zu einem regelrechten Break-Festival. Die ersten vier Legs gingen allesamt gegen den Anwurf, ehe Sedlacek beim Stand von 2:2 erstmals seinen eigenen Anwurf durchbrachte. Rydz blieb jedoch dran und übernahm nach weiteren vergebenen Chancen des Tschechen sogar mit 4:3 die Führung.
Sedlacek bewies in der entscheidenden Phase Nervenstärke. Mit einem 85er-Finish gelang ihm das direkte Re-Break zum 4:4, auf der Doppel-4 übernahm er anschließend wieder die Führung. Ein 72er-Checkout besiegelte schließlich seinen 6:4-Erfolg.
Mit einem Average von 90,81 Punkten und sieben geworfenen 180ern setzte „Evil Charlie“ seinen starken Lauf fort. Noch bedeutender war allerdings die Auswirkung auf die Rangliste: Durch seinen Sieg schob sich Sedlacek vorläufig auf einen EM-Qualifikationsplatz und verdrängte Stephen Bunting aus den Top 32. Da das Turnier noch läuft, ist diese Konstellation allerdings noch nicht endgültig.
Van Duijvenbode begeistert Heimpublikum – de Graaf knackt erstmals die 100
Einen souveränen Auftritt erlebten die niederländischen Zuschauer zum Abschluss der Session. Dirk van Duijvenbode ließ James Hurrell beim 6:1 kaum eine Chance und zeigte sich dabei immer wieder in Feierlaune.
Der Niederländer startete direkt mit einem Break und baute seine Führung schnell auf 3:0 aus. Ein sehenswertes 65er-Bullfinish brachte das 4:0, ehe „Aubergenius“ mit einem ungewöhnlichen 92er-Checkout über zweimal Doppel-18 auf 5:0 stellte. Zwar vergab van Duijvenbode anschließend fünf Matchdarts und ermöglichte Hurrell den Ehrentreffer, doch mit einem 90er-Finish machte er wenig später alles klar. Sein Average lag bei 94,24 Punkten.
Auch Jeffrey de Graaf durfte sich über einen besonderen Erfolg freuen. Der für Schweden startende Niederländer bezwang Mickey Mansell mit 6:3 und spielte mit 100,12 Punkten erstmals in seiner European-Tour-Karriere einen dreistelligen Average.
De Graaf erwischte den besseren Start und führte früh mit 3:1. Mansell kämpfte sich unter anderem mit einem 106er-Highfinish zum 3:3 zurück, doch anschließend zog sein Gegner davon. Nach sechs perfekten Darts und einem 81er-Finish übernahm de Graaf erneut die Führung. Als Mansell wenig später fünf Breakchancen zum möglichen 4:4 ungenutzt ließ, erhöhte de Graaf auf 5:3 und besiegelte seinen Erfolg schließlich mit einem 89er-Checkout. Insgesamt gelangen ihm sieben 180er.
Menzies und Joyce dominieren – Chisnall muss kämpfen
Deutlich weniger Mühe hatte Cameron Menzies. Der Schotte bezwang Nick Kenny mit 6:1 und ließ seinen Gegner nach einem frühen Break praktisch nicht mehr in die Partie kommen. Ein 112er-Highfinish zum 3:0 war das spielerische Highlight, anschließend zog Menzies auf 4:0 davon. Kenny gelang lediglich ein Leggewinn, ehe der Schotte mit einem 13-Darter und einem abschließenden 25er-Checkout alles klarmachte. Menzies spielte einen Average von 87,43 Punkten, Kenny kam auf 78,78.
Einen weiteren klaren Erfolg feierte Ryan Joyce, der Owen Bates mit 6:0 bezwang und ohne Legverlust in die zweite Runde einzog.
Deutlich umkämpfter verlief dagegen das Duell zwischen Dave Chisnall und Jonas Masalin. Der Finne setzte mit einem spektakulären 142er-Highfinish zum 1:1 früh ein Ausrufezeichen, doch Chisnall verschaffte sich durch ein 100er-Checkout zunächst einen Vorteil.
Masalin kämpfte sich zurück und stellte auf 3:3, später sogar auf 4:4. Doch „Chizzy“ behielt in der Schlussphase die Nerven. Mit einem 52er-Finish brachte er sich erneut in Führung und nutzte schließlich seinen fünften Matchdart auf der Doppel-6 zum 6:4-Sieg. Der Engländer beendete die Partie mit einem Average von 90,83 Punkten, Masalin kam auf 81,63.
Damit ist die erste Nachmittagssession der
Dutch Darts Championship 2026 abgeschlossen. Während die deutschen Hoffnungen mit den knappen Niederlagen von Pietreczko und Hopp einen Dämpfer erhielten, dürfen sich insbesondere Sedlacek, de Graaf und van Duijvenbode über einen gelungenen Start in das letzte European-Tour-Wochenende des Jahres freuen.