ZEITREISE MIT | Ronnie Baxter: Zweimal im WM-Finale, niemals Weltmeister – bittere Niederlagen gegen van Barneveld und Hankey

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durch Nic Gayer
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In unserer Rubrik „ZEITREISE“ erinnern wir regelmäßig an Dartsprofis vergangener Tage, die heute ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Diesmal steht Ronnie Baxter im Mittelpunkt. Der Engländer entwickelte sich in den 1990er-Jahren und zu Beginn der 2000er-Jahre zu einem der bekanntesten Gesichter des professionellen Dartsports. Der aus Blackpool stammende Spieler zeichnete sich durch eine auffallend schnelle, beinahe roboterhafte Wurfbewegung aus, die ihm den Spitznamen „The Rocket“ einbrachte. Baxter spielte über viele Jahre auf höchstem Niveau, erreichte Endspiele auf den größten Bühnen und besiegte dabei unter anderem Phil Taylor. Doch ein bedeutender Erfolg blieb ihm während seiner gesamten Karriere verwehrt: der Gewinn eines großen TV-Titels.

Erfolge in der BDO

Ronnie Baxter wurde am 5. Februar 1961 in Blackpool geboren. Bevor er sich vollständig auf die PDC konzentrierte, machte er sich zunächst innerhalb der BDO einen Namen. Bereits in den 1980er-Jahren war er auf der nordamerikanischen Darts-Tour aktiv. Als er anschließend bei der BDO antrat, zeigte sich schnell, dass er regelmäßig bis in die entscheidenden Runden großer offener Turniere vordringen konnte.
Seine Erfolgsbilanz aus dieser Zeit umfasst unter anderem drei Siege bei den Isle of Man Open und zwei Titel bei den Welsh Open. Darüber hinaus gewann Baxter die Syracuse Open, German Open, Denmark Open, Swiss Open, Finnish Open und Welsh Classic.
Bei der Weltmeisterschaft musste er sich zunächst allerdings in Geduld üben. Baxter gab 1991 sein WM-Debüt und gewann dabei sein Auftaktspiel gegen den Belgier Bruno Raes. In der zweiten Runde erwies sich jedoch die schottische Darts-Legende Jocky Wilson als zu stark.
Ein Jahr später bewies Baxter bereits, dass er über die nötige Scoringstärke verfügte, um mit der Weltspitze mitzuhalten. Bei der BDO-Weltmeisterschaft 1992 erzielte er den zweithöchsten Average der ersten Runde. Für den Einzug in die nächste Runde reichte das allerdings nicht, denn Bob Anderson setzte sich mit 3:1 Sätzen gegen ihn durch.
Nachdem Baxter die Weltmeisterschaft 1993 verpasst hatte, kehrte er 1994 als Nummer zwei der Setzliste zurück. Seiner hohen Platzierung konnte er jedoch nicht gerecht werden. Bereits in der ersten Runde schied er gegen John Part aus, der sich im weiteren Turnierverlauf zum Weltmeister krönen sollte.
Auch 1995 war Baxter bei der Weltmeisterschaft nicht vertreten, doch 1996 zeigte er sich wieder in starker Verfassung. Erstmals in seiner Karriere erreichte er das Viertelfinale einer Weltmeisterschaft. Dort musste er sich Richie Burnett geschlagen geben.
Bei der Weltmeisterschaft 1997 ging Baxter als Nummer sieben der Setzliste an den Start. Allerdings kam er nicht über die zweite Runde hinaus, in der er gegen Mervyn King den Kürzeren zog. Später im selben Jahr gelang ihm jedoch ein bedeutender Meilenstein: Baxter erreichte das Finale der Winmau World Masters und stand damit erstmals im Endspiel eines großen Turniers. Dort erwies sich allerdings Graham Hunt als zu stark.
1998 war Baxter erneut an Position zwei für die BDO-Weltmeisterschaft gesetzt. Wie schon vier Jahre zuvor konnte er seiner Favoritenrolle jedoch nicht gerecht werden. Diesmal war Peter Johnstone für sein Ausscheiden in der ersten Runde verantwortlich.
Ronnie Baxter in Aktion.
Ronnie Baxter gehörte in den 1990er-Jahren zu den bekanntesten Spielern der BDO. 1997 erreichte „The Rocket“ bei den Winmau World Masters erstmals das Finale eines großen Turniers.

Der verpasste Weltmeistertitel von 1999

Das Jahr 1999 sollte schließlich zu einem der bedeutendsten in Baxters Karriere werden. Erneut gehörte er zu den hoch eingeschätzten Spielern, doch diesmal wurde er den Erwartungen vollauf gerecht. Nach Siegen über Richie Burnett, Kevin Painter, Roland Scholten und Andy Fordham erreichte Baxter das Finale der BDO-Weltmeisterschaft.
Dort wartete Raymond van Barneveld auf ihn. Lange Zeit sah es so aus, als würde Baxter den Weltmeistertitel gewinnen. Er ging mit 3:1 Sätzen in Führung und lag später auch mit 5:4 vorne. Doch Van Barneveld gelang es, die Partie noch vollständig zu drehen. Der Niederländer gewann die entscheidenden Legs und sicherte sich mit einem 6:5-Erfolg den Weltmeistertitel.
Für Baxter war es eine der schmerzhaftesten Niederlagen seiner Karriere. Der Weltmeistertitel war zum Greifen nah gewesen, doch am Ende musste er mitansehen, wie ihm die begehrte Trophäe noch entglitt.
Ein Jahr später erhielt Baxter eine weitere Chance. Erneut stand er im Finale der BDO-Weltmeisterschaft. Diesmal nahm die Partie allerdings wesentlich schneller einen bitteren Verlauf. Ted Hankey dominierte das Endspiel und setzte sich mit sage und schreibe 6:0 Sätzen durch. Das Finale dauerte lediglich 46 Minuten und ging damit als kürzestes WM-Finale in die Geschichte des Turniers ein.
2001 erhielt Baxter seine letzte Chance auf einen WM-Titel im Lakeside. Er erreichte erneut das Viertelfinale, doch dort beendete Wayne Mardle seinen Turnierlauf.
Neben seinen individuellen Erfolgen feierte Baxter auch als Nationalspieler große Triumphe. Mit der englischen Nationalmannschaft gewann er fünf WDF World Cups und fünf WDF Europe Cups. Darüber hinaus nahm er zehnmal an den British Internationals teil und konnte alle zehn Ausgaben gewinnen.

Der Wechsel zur PDC

Im Jahr 2001 wechselte Baxter zur PDC. Es war eine Zeit, in der sich der professionelle Dartsport stark veränderte und immer mehr Spieler den Schritt zur neuen Dartsorganisation wagten.
Baxter bewies nahezu auf Anhieb, dass er auch bei der PDC auf höchstem Niveau mithalten konnte. Bei seinem Debüt bei der PDC-Weltmeisterschaft 2002 erreichte er das Viertelfinale. Bis heute ist dies sein bestes Ergebnis bei einer PDC-WM.
Seinen wohl bekanntesten Auftritt bei einem PDC-Turnier hatte er allerdings bereits einige Jahre zuvor, als er noch BDO-Spieler war. Beim World Matchplay 1998 hinterließ Baxter einen gewaltigen Eindruck. Im Viertelfinale traf er auf Titelverteidiger Phil Taylor. Baxter lag bereits mit 5:9 Legs zurück, kämpfte sich jedoch auf beeindruckende Weise zurück und besiegte Taylor schließlich mit 13:10. Spätestens damit hatte sich Ronnie Baxter auch auf der großen TV-Bühne endgültig einen Namen gemacht.
Baxter zog anschließend ins Finale ein, in dem Rod Harrington auf ihn wartete. Was folgte, war ein echter Klassiker. Baxter lag über weite Strecken der Partie in Führung, doch Harrington ließ sich nicht abschütteln. Am Ende setzte sich Harrington mit 19:17 durch. Baxter hatte sogar einen Matchdart auf die Doppel-20, konnte diesen jedoch nicht verwandeln.
Damit hatte Baxter erneut ein großes Finale erreicht und war einem bedeutenden Titelgewinn zum Greifen nah gekommen. Doch wieder einmal entglitt ihm die begehrte Trophäe im entscheidenden Moment.

„The Rocket“ als feste Größe auf der TV-Bühne

Auch bei der PDC blieb Baxter über viele Jahre ein Spieler, mit dem die Weltspitze bei großen Turnieren rechnen musste. 2002 erreichte er das Finale der Las Vegas Desert Classic. Erneut hieß sein Gegner Phil Taylor, und erneut blieb Baxter der Gewinn eines großen TV-Titels verwehrt.
Seine hohe Platzierung in der Weltrangliste bescherte ihm 2006 zudem einen Startplatz in der Premier League Darts. Dort belegte Baxter den fünften Platz.
Allerdings gab es in seiner Karriere auch Phasen, in denen es ihm schwerfiel, konstant sein bestes Niveau abzurufen. So schied er beispielsweise bei den PDC-Weltmeisterschaften 2006 und 2007 überraschend früh aus. Seinem Ruf tat dies jedoch keinen Abbruch. Baxter verfügte über die nötige Scoringstärke, Erfahrung und Geschwindigkeit, um jeden Gegner vor Probleme zu stellen.
Bemerkenswert ist außerdem, dass Baxter im Laufe seiner Karriere vier Neun-Darter unter Wettkampfbedingungen in Qualifikationsrunden oder Turnieren spielte. Der letzte gelang ihm 2008 bei der Desert Classic. Allerdings wurde keiner dieser vier Neun-Darter im Fernsehen übertragen.
Ronnie Baxter auf der Bühne.
Ronnie Baxter war über viele Jahre eine feste Größe auf der PDC-Tour. Trotz zahlreicher Finalteilnahmen blieb „The Rocket“ ein großer TV-Titel verwehrt.

Ein Thriller gegen Van Barneveld

Eines der denkwürdigsten Spiele in Baxters PDC-Karriere fand bei der Weltmeisterschaft 2009 statt. Nach Siegen über Marko Kantele und Denis Ovens erreichte er die dritte Runde, in der Raymond van Barneveld auf ihn wartete.
Die Partie entwickelte sich zu einem echten Thriller. Die Entscheidung musste schließlich in einem Sudden-Death-Leg des siebten Satzes fallen.
Baxter traf beim Ausbullen das Bullseye und durfte deshalb das entscheidende Leg beginnen. Anschließend erspielte sich der Engländer zwei Matchdarts auf die Doppel-8, konnte jedoch keinen davon verwandeln. Van Barneveld nutzte seine Chance und beendete damit Baxters WM-Traum.
Einige Monate später erlebte Baxter einen weiteren Höhepunkt seiner Karriere – diesmal vor heimischem Publikum. Beim World Matchplay 2009 in den Winter Gardens von Blackpool wurde er von den Zuschauern lautstark angefeuert.
Baxter besiegte zunächst Jelle Klaasen und anschließend Alan Tabern. Im Viertelfinale wartete James Wade. Baxter zeigte eine überragende Leistung und setzte sich mit 16:10 gegen seinen englischen Landsmann durch.
Im Halbfinale traf er auf Terry Jenkins. Diesmal konnte Baxter seinen Überraschungserfolg nicht wiederholen und verlor mit 12:17. Dennoch gehörte der Halbfinaleinzug zu den schönsten Erfolgen seiner Karriere.

Erneut auf dem Weg in die Weltspitze

Bei der Weltmeisterschaft 2010 gelang Baxter erneut ein starker Turnierlauf. Zunächst besiegte er Haruki Muramatsu, bevor er Gary Anderson mit 4:0 Sätzen bezwang. In der dritten Runde war Colin Lloyd chancenlos: Baxter setzte sich mit 4:1 durch.
Im Viertelfinale wartete erneut Raymond van Barneveld. Diesmal war der Niederländer allerdings deutlich überlegen und gewann mit 5:0.
Dennoch hatte Baxter mit seinen Leistungen genug erreicht, um auf den sechsten Platz der Weltrangliste vorzurücken. Damit qualifizierte er sich automatisch für die Premier League 2010.
Auch dort sorgte er für Überraschungen. Baxter hielt sich über weite Strecken der Saison unter den besten vier Spielern und hatte gute Chancen auf einen Platz in den Play-offs. Letztlich verpasste er diese jedoch denkbar knapp. Eine 2:8-Niederlage gegen Van Barneveld führte dazu, dass Baxter die Saison auf dem fünften Platz beendete – punktgleich mit dem viertplatzierten Mervyn King.

Ein erneuter Aufschwung im Jahr 2012

2012 schien Baxter erneut eine starke Phase seiner Karriere zu erleben. Im Juni gewann er das siebte Players Championship der Saison. Im Finale besiegte er den amtierenden Weltmeister und damaligen Weltranglistenzweiten Adrian Lewis mit 6:3. Für Baxter war es der erste Ranglistentitel seit zehn Monaten.
Wenig später erreichte er erneut das Finale eines Players Championship. Diesmal erwies sich Dave Chisnall als zu stark. Seine guten Leistungen bescherten Baxter einen Startplatz beim World Matchplay. Obwohl er inzwischen aus den Top 16 der Weltrangliste gefallen war, konnte er sich über die ProTour dennoch für das Turnier qualifizieren.
In Blackpool schrieb Baxter anschließend ein weiteres bemerkenswertes Kapitel seiner Karriere. Er besiegte Chisnall, Dean Winstanley und Justin Pipe und erreichte damit das Halbfinale. Dort stand er erneut Phil Taylor gegenüber. Baxter erwischte einen katastrophalen Start und geriet mit 0:6 Legs in Rückstand. Doch er gab sich nicht geschlagen. Er kämpfte sich auf 6:8 heran und brachte die Spannung vollständig zurück in die Partie. Letztlich erwies sich Taylor jedoch als zu stark und gewann mit 17:10. Dank seines starken Turnierverlaufs kletterte Baxter in der Weltrangliste wieder auf den 14. Platz.
Zum Ende des Jahres 2012 qualifizierte er sich außerdem für die Players Championship Finals. In der ersten Runde besiegte er Paul Nicholson knapp mit 6:5. In der nächsten Runde zeigte Simon Whitlock allerdings keine Gnade. Der Australier gewann mit 10:1 und spielte dabei einen beeindruckenden Average von 110 Punkten.

Die letzten Jahre auf höchstem Niveau

Auch 2013 blieb Baxter konkurrenzfähig. Bei der Weltmeisterschaft traf er in der zweiten Runde auf Kevin Painter. Baxter kämpfte sich nach einem 1:3-Satzrückstand auf 3:3 zurück. Doch als er im entscheidenden Satz kurz davorstand, die Partie zu gewinnen, schlug Painter zurück.
Auch bei den UK Open Qualifiers zeigte Baxter in diesem Jahr starke Leistungen. Dreimal scheiterte er im Viertelfinale und einmal im Halbfinale. Damit belegte er den neunten Platz der UK Open Order of Merit.
Beim Hauptturnier besiegte er nacheinander Ken MacNeil, Lee Palfreyman und Jelle Klaasen. Im Viertelfinale stand ihm einmal mehr Raymond van Barneveld gegenüber.
Baxter kämpfte sich sogar von einem 0:3-Rückstand zurück und ging mit 7:4 in Führung. Doch erneut gelang es dem Niederländer, die Partie zu drehen. Van Barneveld ging mit 9:8 in Führung, ehe Baxter ein Entscheidungsleg erzwang. Der Engländer erspielte sich einen Matchdart, verfehlte jedoch sein Ziel. Van Barneveld traf anschließend die Doppel-8 und entkam damit erneut einer Niederlage gegen Baxter.
Danach machte sich allmählich ein Abwärtstrend bemerkbar. 2014 erreichte Baxter noch das Halbfinale der German Darts Championship, in dem er Gary Anderson mit 4:6 unterlag. Außerdem stand er in diesem Jahr fünfmal im Viertelfinale eines Players Championship, kam jedoch bei keinem dieser Turniere über diese Runde hinaus.
Bei der Weltmeisterschaft 2015 gewann Baxter zunächst noch gegen Daryl Gurney, konnte gegen Robert Thornton jedoch nicht mehr sein bestes Niveau abrufen. Seine Doppelquote lag bei lediglich 17 Prozent, und Thornton setzte sich mit 4:0 Sätzen durch.
Im selben Jahr verpasste Baxter erstmals seit langer Zeit das World Matchplay. Damit endete eine beeindruckende Serie von 17 aufeinanderfolgenden Teilnahmen an diesem prestigeträchtigen Turnier. Noch schmerzhafter war allerdings, dass sich Baxter nicht für die Weltmeisterschaft 2016 qualifizieren konnte. Zum ersten Mal seit 1995 fehlte sein Name bei einer Weltmeisterschaft – sowohl bei der BDO als auch bei der PDC.

Der Versuch eines Comebacks

Baxter versuchte jedoch weiterhin, auf das höchste Niveau zurückzukehren. 2016 erreichte er das Halbfinale des achten Players Championship der Saison. Auf dem Weg dorthin besiegte er unter anderem Kim Huybrechts und Simon Whitlock. Erst Gerwyn Price beendete im Halbfinale seinen Turnierlauf.
Dank dieses Ergebnisses qualifizierte sich Baxter noch für die Players Championship Finals, musste sich dort allerdings bereits in der ersten Runde Daryl Gurney geschlagen geben.
Nach der Weltmeisterschaft 2017 belegte Baxter nur noch den 73. Platz der Order of Merit. Deshalb musste er bei der Q-School antreten, um sich seine PDC Tour Card zurückzuholen. Am letzten Tag verlor er in der Finalrunde mit 0:5 gegen Kirk Shepherd. Seine Leistungen über die gesamte Q-School hinweg reichten jedoch aus, um den dritten Platz der Q-School Order of Merit zu belegen. Damit sicherte er sich doch noch eine Tour Card für zwei weitere Jahre.
Die darauffolgende Saison verlief schwierig. 2017 gehörten das Erreichen der vierten Runde bei den UK Open und die Qualifikation für die German Darts Masters zu den wenigen Höhepunkten. 2018 schränkte Baxter seinen Turnierkalender zudem ein. Er nahm lediglich an zwölf der insgesamt 22 Players-Championship-Turniere teil.
Ende 2018 lag er außerhalb der Top 64 der Weltrangliste und verlor damit seine PDC Tour Card.

Kurzes Comeback bei den Senioren

2022 kehrte Baxter aus seinem Darts-Ruhestand zurück, um beim World Seniors Darts Matchplay anzutreten. Allerdings musste er sich gleich in seinem Auftaktspiel Terry Jenkins geschlagen geben. Ein Jahr später nahm er auch an der Senioren-Weltmeisterschaft teil. Doch auch dort war bereits in der ersten Runde Endstation, nachdem er gegen Kevin Painter eine 0:3-Niederlage kassiert hatte.
In beiden Partien kam Baxter lediglich auf einen Average von rund 75 Punkten. Anschließend entschied er, es dabei zu belassen. Es sollten seine letzten Auftritte bei offiziellen Darts-Turnieren bleiben.

WM-Ergebnisse von Ronnie Baxter

JahrVerbandRundeGegnerErgebnis
1991BDOZweite RundeJocky Wilson1–3
1992BDOErste RundeBob Anderson1–3
1994BDOErste RundeJohn Part0–3
1996BDOViertelfinaleRichie Burnett2–4
1997BDOZweite RundeMervyn King2–3
1998BDOErste RundePeter Johnstone2–3
1999BDOFinalistRaymond van Barneveld5–6
2000BDOFinalistTed Hankey0–6
2001BDOViertelfinaleWayne Mardle3–5
2002PDCViertelfinalePeter Manley2–6
2003PDCDritte RundeKevin Painter3–5
2004PDCVierte RundeKevin Painter2–4
2005PDCVierte RundeBob Anderson2–4
2006PDCErste RundeRay Carver2–3
2007PDCErste RundeAdrian Gray2–3
2008PDCZweite RundeMark Dudbridge2–4
2009PDCDritte RundeRaymond van Barneveld3–4
2010PDCViertelfinaleRaymond van Barneveld0–5
2011PDCZweite RundeMark Webster0–4
2012PDCErste RundeSteve Farmer2–3
2013PDCZweite RundeKevin Painter3–4
2014PDCErste RundeRicky Evans0–3
2015PDCZweite RundeRobert Thornton0–4
2023WSDTErste RundeKevin Painter0–3

Eine Karriere ohne großen TV-Titel, aber mit einem bleibenden Vermächtnis

Ronnie Baxter wird letztlich weder als Weltmeister noch als Sieger eines der größten TV-Turniere in Erinnerung bleiben. Dafür fehlte ihm in den entscheidenden Momenten schlichtweg zu oft das letzte Quäntchen Glück.
Doch das erzählt nur einen Teil seiner Geschichte. Baxter gehörte über viele Jahre zur absoluten Spitze des internationalen Dartsports. Er stand zweimal im Finale der BDO-Weltmeisterschaft, erreichte das Endspiel des World Matchplay sowie der Las Vegas Desert Classic und zog bei großen PDC-Turnieren mehrfach ins Halbfinale ein.
Er besiegte Phil Taylor auf der großen Bühne, lieferte sich legendäre Duelle mit Raymond van Barneveld und beeindruckte gegen Spieler, die später selbst bedeutende Titel gewinnen sollten. Darüber hinaus gelangen ihm mehrere Neun-Darter, und er sammelte zahlreiche internationale Turniersiege.
Seine schnelle Wurfbewegung machte ihn unverwechselbar, sein Spitzname „The Rocket“ passte perfekt zu seinem Spielstil, und seine Heimatstadt Blackpool wurde zum Schauplatz einiger der außergewöhnlichsten Momente seiner Karriere.
Vielleicht ist das Bemerkenswerteste an Baxter jedoch, dass er trotz des fehlenden großen TV-Titels über viele Jahre hinweg immer wieder zurückkam. Nach seinem Wechsel von der BDO zur PDC, nach vergebenen Chancen, schmerzhaften Niederlagen und einem Absturz in der Weltrangliste gelang es ihm mehrfach, erneut den Anschluss an die Weltspitze zu finden.
Seine Karriere ist damit nicht die Geschichte eines Spielers, der alles gewonnen hat. Es ist die Geschichte eines Spielers, der über viele Jahre hinweg den größten Titeln zum Greifen nahekam, sich mit mehreren Generationen von Weltklassespielern maß und immer wieder versuchte, an seine erfolgreichsten Zeiten anzuknüpfen.
Für einen Spieler, der von vielen als einer der besten Dartsprofis angesehen wird, die niemals einen großen TV-Titel gewinnen konnten, ist genau das vielleicht der Grund, weshalb Ronnie Baxter einen so besonderen Platz in der Geschichte des Dartsports einnimmt.
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