„Ich komme aus dem Nichts. Ich habe nicht einmal eine Tour Card“ – Tommy Morris feiert sensationellen ersten PDC-Titel
PDC
Tommy Morris hat bei Players Championship 34 für eine der größten Überraschungen der Darts-Saison gesorgt. Der 34-jährige Engländer bezwang Luke Humphries am Donnerstag im Finale mit 8:5 und sicherte sich damit sensationell seinen ersten PDC-Ranglistentitel. Das Besondere daran: Morris besitzt nicht einmal eine Tour Card und ist erst der sechste Spieler in der Geschichte der PDC, dem ohne diese Spielberechtigung ein solcher Triumph gelungen ist. Nachdem er sich über die Challenge Tour die Teilnahme an mehreren Pro-Tour-Turnieren gesichert hatte, krönte der Außenseiter mit diesem Erfolg ein ohnehin außergewöhnliches Jahr.
Schauplatz des letzten Players-Championship-Turniers der Saison war die Mattioli Arena in Leicester. Für zahlreiche Profis ging es dort noch um entscheidende Preisgelder im Kampf um die Qualifikation für die Players Championship Finals und die Darts WM. Doch während andernorts um die letzten Startplätze gekämpft wurde, stahl Morris mit seinem historischen Premierensieg allen die Show.
„Ich komme aus dem Nichts“ – Morris kann sein Glück kaum fassen
Nach seinem überraschenden Triumph fiel es dem Engländer sichtlich schwer, seine Emotionen in Worte zu fassen. „Ich komme aus dem Nichts. Ich habe nicht einmal eine Tour Card“, erklärte Morris gegenüber der PDC. „Dass ich hierherkommen und so etwas leisten kann, bedeutet mir unglaublich viel. Ich vertrete meine Heimat und tue das für meine Familie. Ich bin überglücklich.“

Luke Humphries musste sich im Finale von Players Championship 34 überraschend Tommy Morris geschlagen geben. Der Engländer feierte ohne Tour Card seinen ersten PDC-Ranglistentitel.
Eine ganz besondere Bedeutung erhielt der Erfolg für Morris durch seinen Finalgegner. Schließlich stand ihm mit Luke Humphries ausgerechnet einer jener Spieler gegenüber, die er selbst seit Langem bewundert. „Luke ist einer der Spieler, zu denen ich wirklich aufblicke. Letztes Jahr habe ich ihn noch im Fernsehen gesehen und mir gesagt: ‚Das kann ich auch.‘“
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Dass er sein großes Vorbild nun tatsächlich auf der Pro Tour bezwingen konnte, verlieh seinem ersten Titelgewinn eine zusätzliche emotionale Dimension. „Dass ich Luke auf diese Weise schlagen konnte, macht mich unglaublich stolz auf mich selbst“, schwärmte der frischgebackene Turniersieger.
Dabei hatte Morris die Saison ursprünglich mit einem deutlich bescheideneren Ziel begonnen. Sein großer Traum war es, sich erstmals einen Startplatz bei der Darts WM zu sichern. „Das ist mein Traum. Zu Beginn des Jahres war mein Ziel, mich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren“, erinnerte sich der Engländer an seine ursprünglichen Ambitionen.
Von Rob Cross bis Luke Humphries: Morris bezwingt die Stars der Darts-Elite
Auf dem Weg zu seinem historischen Titelgewinn musste Morris am Donnerstag gleich eine ganze Reihe namhafter Gegner aus dem Weg räumen. Bereits zum Auftakt setzte er mit einem 6:3-Erfolg gegen den Weltmeister von 2018, Rob Cross, ein deutliches Ausrufezeichen. Anschließend ließ er Ricky Evans beim souveränen 6:0 nicht den Hauch einer Chance und versetzte dessen ohnehin gefährdeten WM-Hoffnungen einen weiteren Rückschlag.
Auch in den folgenden Runden präsentierte sich Morris in beeindruckender Verfassung. Drei weitere Siege mit jeweils 6:3 brachten ihn bis ins Halbfinale. Zunächst musste sich Rob Owen geschlagen geben, anschließend erwischte es den topgesetzten Wessel Nijman und schließlich Jermaine Wattimena. Besonders gegen Nijman unterstrich der Engländer seine außergewöhnliche Tagesform und spielte einen Average von mehr als 102 Punkten.
Im Halbfinale wartete mit Cristo Reyes die nächste Herausforderung. Doch auch der Spanier fand kein Mittel gegen Morris, der sich mit 7:4 durchsetzte und damit innerhalb kürzester Zeit bereits sein zweites Players-Championship-Finale erreichte. Erst in der Vorwoche hatte er bei Players Championship 32 in Den Bosch erstmals im Endspiel gestanden, dort allerdings gegen Chris Dobey den Kürzeren gezogen.
Nun bot sich ihm gegen Luke Humphries die nächste Gelegenheit, seinen ersten Titel auf der PDC Pro Tour zu gewinnen. Allerdings erwischte die Nummer drei der Weltrangliste den deutlich besseren Start und erspielte sich zunächst eine 2:0-Führung. Morris ließ sich von diesem frühen Rückstand jedoch nicht aus dem Konzept bringen.
Stattdessen drehte der Außenseiter die Partie eindrucksvoll. Er entschied fünf der folgenden sechs Legs für sich und verwandelte den 0:2-Rückstand in eine 5:3-Führung. Dabei nutzte er auch mehrere vergebene Chancen seines prominenten Gegners auf die Doppelfelder konsequent aus. Den Schlusspunkt setzte Morris schließlich auf spektakuläre Weise: Mit einem herausragenden 161er-Finish besiegelte er den 8:5-Erfolg und machte die Sensation perfekt.
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„Das öffnet mir definitiv Türen“ – Morris träumt von einer Tour Card
Mit seinen beeindruckenden Leistungen hat sich Morris inzwischen gleich für drei bedeutende Turniere qualifiziert. Sowohl beim Grand Slam of Darts als auch bei den Players Championship Finals und der Darts-Weltmeisterschaft wird der Engländer erstmals an den Start gehen. Darüber hinaus beendete er die Challenge Tour-Saison auf dem dritten Platz der Rangliste und unterstrich damit seine starke Entwicklung.
Doch nach seinem ersten PDC-Ranglistentitel hat Morris bereits das nächste große Karriereziel ins Visier genommen: Er möchte sich eine Tour Card sichern, um künftig dauerhaft auf der professionellen Tour antreten zu können. „Mein nächstes Ziel ist es, eine Tour Card zu holen und Vollzeit mit diesen Jungs mitzuspielen. Sie haben mich alle unglaublich herzlich aufgenommen“, erklärte der 34-Jährige. „Es ist eine große Erleichterung, mit diesen Spielern auf der Bühne zu stehen. Dass ich jetzt ein PDC-Turnier gewinne, ist wirklich überwältigend für mich.“
Besonders stolz ist Morris darauf, dass er sich in den vergangenen Wochen wiederholt gegen etablierte Größen des Dartsports behaupten konnte. Der Finalsieg gegen Humphries bildete dabei den vorläufigen Höhepunkt seiner bemerkenswerten Erfolgsserie. „In den vergangenen Wochen habe ich einige großartige Spieler geschlagen. Die Krönung war der Sieg gegen Luke.“
Mit seinem ersten Ranglistentitel im Gepäck kann der Engländer den anstehenden Höhepunkten des Darts-Kalenders nun mit entsprechendem Selbstvertrauen entgegensehen. Für Morris eröffnen sich nach seinem überraschenden Durchbruch völlig neue Perspektiven. „Das öffnet mir definitiv Türen. Ich fühle mich sehr geehrt und freue mich riesig auf den Rest des Jahres.“
MORRIS WINS PC34! 🏆 Tommy Morris becomes the sixth non-Tour Card holder to win a ranking title, as he beats Luke Humphries 8-5 with a brilliant 161 checkout to win! 📺 https://t.co/Dogi6ykEH5 #PC34 https://t.co/1kQByFCdAw
— PDC Darts (@OfficialPDC) November 5, 2026

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








