„Ich weiß, dass ich mich gegen jeden auf der Welt behaupten kann“ – 15-jähriger Mitchell Lawrie bereitet sich mit einem klaren Ziel auf die Q-School vor

PDC
Dienstag, 22 September 2026 um 14:00
Mitchell Lawrie (3)
Mitchell Lawrie zählt zu den Nachwuchstalenten, die Dartsfans in den kommenden Jahren im Blick behalten sollten. Der Schotte ist erst fünfzehn Jahre alt, kann aber schon jetzt beachtliche Erfolge vorweisen. Trotzdem muss er sich noch etwas gedulden, denn sein 16. Geburtstag markiert für ihn den nächsten wichtigen Schritt in seiner Dartkarriere.
Im Gespräch mit Oche180 machte Lawrie keinen Hehl daraus, dass ihm das Warten zunehmend zu schaffen macht. Er möchte sich so schnell wie möglich mit stärkeren Gegnern messen und hofft, im kommenden Jahr sein Glück bei der Q-School zu versuchen.

Lawrie hofft auf die Q-School

„Es ist eigentlich ziemlich frustrierend“, gesteht Lawrie. „Ich will einfach sechzehn werden und den nächsten Schritt im Darts machen. Aber man muss es aussitzen. Am Ende geht jeder seinen eigenen Weg. Ich bin bei der WDF geblieben und hoffe, nächstes Jahr zur Q-School zu gehen. Dann schauen wir, was passiert.“
Gary Anderson und Peter Wright lachen
Wird Mitchell Lawrie nach Gary Anderson und Peter Wright der nächste schottische Major-Sieger?
Bis dahin sitzt Lawrie keineswegs untätig herum. Der junge Schotte sammelt weiter Titel und hat bereits einen Neundarter geworfen. „Es läuft weiterhin sehr gut. Ich trainiere viel und spiele noch alle meine WDF-Turniere. Ich habe mich jetzt für Lakeside bei den Männern und bei der Jugend qualifiziert. Gegen Ende des Jahres wird es daher etwas ruhiger. Ich muss nicht mehr jedes Wochenende unterwegs sein, bleibe aber im Wettkampfmodus, um meinen Rhythmus zu halten.“

Eine Auszeit vom Board

Zwischen all den Turnieren nahm Lawrie kürzlich bewusst Abstand vom Board. Er verzichtete auf ein Event, um mit Freunden und seinem Vater in den Urlaub zu fahren. Diese Entscheidung erwies sich als willkommene Unterbrechung, auch wenn die Reise nicht ganz reibungslos verlief.
„Es hat sich absolut gelohnt, abgesehen davon, dass mir das Handy gestohlen wurde“, lacht er. „Ansonsten war es ein wirklich großartiger Urlaub. Ich war mit meinen Freunden und meinem Vater dort. Es war wahrscheinlich einer der besten Urlaube, die ich je hatte. Einfach mal abschalten, nicht an Darts denken und Spaß haben wie ein ganz normaler Junge.“
Ab dem nächsten Jahr will Lawrie den Fokus wieder voll auf den Sport legen. Sein großes Ziel steht fest: eine Tour Card erobern. Sollte das bei der Q-School nicht sofort gelingen, hält er bereits einen Alternativplan bereit.
„Dann spiele ich auf jeden Fall die Development Tour und die Challenge Tour und versuche, mich Richtung ProTour vorzuarbeiten. Ich möchte am Ende Profidarter werden. Die WDF ist großartig und die Verantwortlichen dort waren immer sehr gut zu mir, aber der nächste Schritt heißt PDC.“
Einen gescheiterten Anlauf bei der Q-School würde Lawrie deshalb nicht als Beinbruch werten. „Ich wäre absolut nicht enttäuscht. Wenn ich meine Tour Card nicht hole, will ich auf jeden Fall noch einmal Lakeside spielen, sofern sich die Möglichkeit bietet. Wir werden sehen, wie es läuft.“

Begegnungen mit Taylor und Lewis

Trotz seines jungen Alters bewegt sich Lawrie inzwischen regelmäßig zwischen den großen Namen der Dartswelt. So traf er kürzlich unter anderem auf Phil Taylor und Adrian Lewis. Selbst für jemanden, der gerade dabei ist, sich selbst einen Namen zu machen, bleibt das etwas Besonderes.
„Wenn Phil Taylor reinkommt, ist das einfach verrückt. Er redet dann mit dir, als wärst du ein ganz normaler Mensch. Dasselbe gilt für Adrian Lewis. Dann schaust du sie an und denkst: Warum bin ich hier? Warum sitze ich mit euch im selben Raum? Aber harte Arbeit zahlt sich am Ende aus. Es war eine surreale Erfahrung.“
Lewis gehörte zudem zu den Spielern, die Lawrie als Kind nachzuahmen versuchte. „Als ich jünger war, habe ich wirklich versucht, wie Adrian Lewis zu werfen. Ich weiß nicht warum, ich fand ihn einfach großartig. Er hat doch einen der schönsten Würfe der Welt, oder? Am Ende habe ich meinen eigenen Stil gefunden. Gary Anderson war natürlich mein großer Held, aber diese Spieler habe ich früher wahnsinnig gern angeschaut.“

Gary Anderson als großes Vorbild

Anderson bleibt für Lawrie ein besonderer Name. Die beiden haben sich inzwischen persönlich getroffen, und der junge Schotte beschreibt sein Idol als „einen tollen und aufrichtigen Kerl“.
Ein mögliches Duell auf der PDC-Tour wäre entsprechend speziell, doch Lawrie will sich vorab nicht geschlagen geben. „Ich weiß, dass ich gegen jeden auf der Welt bestehen kann, wenn ich gut spiele. Gegen Gary wäre es natürlich sehr schwer, aber das gilt für alle auf dem PDC-Circuit. Gerade jemand wie Gary Anderson spielt in einer anderen Klasse.“

„Ich will meinen eigenen Weg gehen“

Sollte Lawrie im nächsten Jahr tatsächlich eine Tour Card holen, will er sich nicht sofort riesige Ziele setzen. Er betrachtet seine erste Phase bei den Profis vor allem als Investition in seine Entwicklung.
„Ich will vor allem Spaß daran haben. Man hat zwei Jahre auf der ProTour, also kann ich ebenso gut das Maximum herausholen. Ich bin sechzehn. Wenn ich meine Tour Card hole, kann ich vielleicht noch dreißig oder vierzig Jahre darten. Diese ersten zwei Jahre sind vor allem eine Lernerfahrung.“
Das bedeutet laut Lawrie aber nicht, dass er Niederlagen einfach hinnimmt. „Ich will nicht jemand sein, über den alle einfach drübergehen und der 6-0, 6-2 oder 6-4 verliert. Ich will dagegenhalten. Aber was in diesen ersten zwei Jahren passiert, ist für mich nicht das Allerwichtigste. Ich lerne und entwickle mich weiter. Ich bin am Ende einfach ein junger Kerl. Ich habe einen klaren Kopf und gute Leute um mich, also wird das schon werden.“
Unweigerlich fällt dabei der Name Luke Littler, der die Dartszene bereits in sehr jungen Jahren im Sturm eroberte. Lawrie sieht seinen Altersgenossen vor allem als Inspiration, will aber ausdrücklich keine Kopie von ihm sein.
„Er ist eine enorme Inspiration für alle. Ich habe immer gesagt: Wenn ich in meiner ganzen Karriere die Hälfte von dem erreiche, was er erreicht hat, kann ich sehr zufrieden sein. Ich glaube, das gälte für jeden. Er lässt dich glauben, dass es in so jungen Jahren möglich ist.“
Dennoch zieht Lawrie vor allem sein eigenes Ding durch. „Wie ich immer gesagt habe: Ich will nicht er sein. Ich will einfach ich selbst sein und meinen eigenen Weg gehen.“
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading