Dirk van Duijvenbode hat sich mit einem unguten Gefühl von den
World Series of Darts Finals verabschiedet. Im Viertelfinale in Amsterdam unterlag der Niederländer seinem Landsmann Gian van Veen mit 8:10, obwohl er lange die besseren Karten hielt. Van Duijvenbode führte zwischenzeitlich mit 8:6 und hatte sogar die Chance, auf 9:6 zu stellen.
Zusätzlich machte ihm während der Partie eine schmerzende Hand zu schaffen. „Jeder Pfeil, den ich werfe, tut weh“, berichtete Van Duijvenbode im Anschluss bei Viaplay. „Mal merke ich es, und dann werfe ich wieder eine 180. Ich konnte mir das selbst nicht erklären. Eigentlich hatte ich die Schmerzen das ganze Wochenende über.“ Auf die Nachfrage, woher genau die Beschwerden kämen, benannte er klar seine Hand. Eine Ausrede wollte er daraus aber ausdrücklich nicht machen: „Schmerzen in der Hand, ich raff's nicht, Mann. Ich bringe das auch nicht als große Ausrede, denn Chancen hatte ich genug. Ich habe es überhaupt nicht verstanden. Dann tut's weh, und du wirfst wieder gar nichts Gescheites.“
Große Leistungsschwankungen
Van Duijvenbode erwischte einen zähen Start und musste Van Veen zunächst klar den Vortritt lassen. Im Laufe des Matches drehte sich das Bild jedoch. „Am Anfang war ich wirklich deutlich schlechter als er. Danach wurde er auch schwächer. Es war nicht einmal so, dass ich plötzlich viel besser wurde, aber er ließ etwas nach.“ Von diesem Formtief profitierte der 30-Jährige: Nach der zweiten Pause stand es 6:6, ehe er zwei Legs in Serie holte und mit 8:6 in Führung ging.
Dirk van Duijvenbode zog im niederländischen Viertelfinale gegen Gian van Veen den Kürzeren
Trotzdem blieb sein Niveau aus eigener Sicht viel zu wechselhaft. „Es war 140, 180 oder 46, 58, 23, 3. Das war echt sehr schlecht. In den Momenten, in denen es drauf ankam, habe ich es auch nicht gemacht. Dann kann ich sagen, dass die Schmerzen eine Rolle spielen, aber das ist auch nicht der Grund. Offenbar steckt da ein bisschen Unsicherheit drin.“ Gerade deshalb ärgerte sich Van Duijvenbode besonders über die Niederlage: „Sehr unnötig, finde ich, denn ich denke, wir waren beide nicht gut. Ich fühlte mich nicht als der Schwächere von uns beiden.“
Kritische Chance zum 9:6
Der Schlüsselmoment fiel beim Stand von 8:6. Über ein 123-Finish erspielte sich Van Duijvenbode die Möglichkeit, auf 9:6 zu stellen, verfehlte die Bull jedoch knapp. „Diese Chance kam nach einem unglaublich schlechten Leg, und dann triffst du mit dem Bull noch den Draht. Wenn der fällt, steht es 9:6, und dann glaube ich nicht, dass ich verliere.“
Stattdessen schöpfte Van Veen neue Kraft. „So gibst du ihm Vertrauen, denn er breakt, darf danach anwerfen, und schon steht es wieder gleich. Darüber bin ich nicht mehr hinweggekommen.“ In der Schlussphase entschied Van Veen die Partie endgültig für sich. Van Duijvenbode zollte dem Auftritt seines Landsmanns dennoch Respekt: „Im letzten Leg wirft er 180, 180, und dann verfehle ich. Danach spielt er einen Zwölf-Darter. Das ist auch fantastisch von ihm. Das macht er einfach gut.“
Ausflüchte suchte Van Duijvenbode am Ende keine. Trotz eigener Fehler erkannte er den Sieg seines Kontrahenten an: „Natürlich bin ich sauer auf mich, aber ich denke, er wird auch nicht zufrieden mit seinem Spiel sein. Wir waren es beide nicht. Am Ende war er einfach der Bessere. Punkt. Und weiter geht's.“