Tochter bricht sich den Arm: Dimitri Van den Bergh reist ab – jetzt drohen WM-Aus und Tour-Card-Verlust

PDC
Mittwoch, 23 September 2026 um 20:30
Dimitri Van den Bergh (2)
Dimitri Van den Bergh ist der erfolgreichste belgische Dartspieler, der je auf PDC-Ebene gespielt hat hat. Van den Bergh siegte bei den UK Open 2024, triumphierte auch beim World Matchplay 2020 und stand in zwei weiteren Majorfinals. Keiner seiner Landsmänner konnte diese Erfolge bisher aufweisen. Dass der Belgier zeitnah wieder an alte Erfolge anknüpfen kann, ist unwahrscheinlich. Inzwischen steht hinter seiner Zukunft ein Fragezeichen. Seine Formkrise hält an, die Tour Card ist in Gefahr und die Zeit wird knapp.
Die beiden Players-Championship-Events in Den Bosch sollten die Wende bringen. Seit knapp zwei Jahren steckt Dimitri Van den Bergh in einer Formkrise. Die leise Hoffnung der Dimi-Fans, nach dem schockierenden WM-Aus in Runde eins gegen Debütant Darren Beveridge 2026 einen wiedererstarkten „Dreammaker“ zu sehen, ist vermutlich erloschen.

Formkrise trotz Auszeit

Auch bei Players Championship Event 29 bleibt alles beim Alten. Drei Monate lang hatte der Belgier auf ein Pro Tour Match warten lassen.
Dimitri Van den Bergh mit seinen Darts in der Hand.
Dimitri Van den Bergh droht die WM zu verpassen und seine Tour-Card zu verlieren
Anfang Juli teilte Van den Bergh via Social Media mit, dass er für die beiden kommenden ProTour Turniere aus gesundheitlichen Gründen absagen muss. Aber auch für die nächsten beiden Blöcke meldete er nicht.
Somit war das erste Turnier nach der Pause für Van den Bergh der Host-Nation-Qualifier für die Flanders Darts Trophy. In seinem Geburtsort Antwerpen wollte er auf die European-Tour-Bühne zurückkehren. Er scheiterte.
Andy Baetens verhinderte das Comeback und siegte in der Runde der letzten 32 mit 6:2.
Blieb der Players-Championship Doppelblock in den Niederlanden. Aber auch in Den Bosch lief es nicht besser:
Van den Bergh unterlag in seiner Auftaktpartie gegen Kai Gotthardt. Gegen den Deutschen gelang ihm kein Leggewinn. Er spielt einen Average von 75,56 Punkten.
Bereits 15-mal schied der 32-Jährige in dieser Players-Championship-Saison in der ersten Runde aus. Seit fünf Turnieren ist er sieglos auf dem Floor.
Diese Serie wird vorerst nicht unterbrochen. Denn für das Players Championship Event 30 musste Van den Bergh absagen. Seine älteste Tochter brach sich den Arm. Er reiste zur familiären Unterstützung nach Hause. Mit der Absage verpasste Van den Bergh allerdings eine weitere wichtige Chance, Preisgeld im Kampf um die WM-Qualifikation zu sammeln.

Comeback nötig, um zur WM zu fahren

Insgesamt stehen noch vier Players-Championship Turniere an. Zweimal wird in den Niederlanden, zweimal in England gespielt. Neben den beiden European-Tour-Qualifern sind die vier verbleibenden Players-Championship-Turniere seine einzigen Chancen, sich noch über die Pro Tour für die Darts WM zu qualifizieren.
Die besten 40 Spieler der Pro Tour 2026 sind im Dezember bei der WM startberechtigt. Eine Qualifikation über diese Rangliste ist für Van den Bergh inzwischen jedoch unrealistisch. Der Belgier hat in diesem Jahr erst 16.750 Pfund eingespielt und befindet sich somit auf Platz 76. 12.500 Pfund fehlen ihm auf den letzten vorläufigen Qualifizierten Raymond van Barneveld (29.250 Pfund).
In den ausstehenden Turnieren müsste Van den Bergh also fast so viel Geld einspielen wie in der gesamten Saison.
Sollte er es nicht schaffen, das benötigte Geld einzuspielen, bliebe ihm lediglich der Tour Card-Qualifier für die WM. Der sogenannte Last-Chance-Qualifier bietet Spielern, die sich bislang nicht für die WM qualifiziert haben, eine letzte Möglichkeit auf einen Startplatz.
Aktuell ist der Belgier noch die Nummer 46 der Order of Merit und damit beispielsweise vor Gabriel Clemens positioniert. Da er bei der WM vor zwei Jahren die dritte Runde erreicht hatte, wird dieses Preisgeld im Winter jedoch aus der Rangliste gestrichen. Der „Dreammaker“ würde dadurch aus den Top-64 der Order of Merit herausrutschen.
Das würde den sofortigen Tour-Card-Verlust bedeuten. Van den Bergh wäre also nicht mehr berechtigt, an den Pro Tour Turnieren oder den European-Tour-Qualifiern teilzunehmen. Will Van den Bergh seine Karriere fortsetzen, müsste er im Januar erneut bei der Q-School antreten.
Noch hat Van den Bergh vier Players-Championship-Turniere und zwei European-Tour-Qualifier, um das Blatt zu wenden. Viel Zeit bleibt dem „Dreammaker“ allerdings nicht.
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