Vincent van der Voort hat das Verhalten von
Mensur Suljovic bei der
Swiss Darts Trophy in Basel scharf kritisiert. Der Österreicher erreichte am vergangenen Wochenende das Halbfinale, sorgte aber vor allem während seines Viertelfinals gegen
Ross Smith für Aufsehen.
Suljovic versuchte, das Publikum deutlich auf seine Seite zu ziehen, als sein Gegner Matchdarts hatte. Damit ging er laut van der Voort zu weit.
Unfaires Spiel von "The Gentle"
Suljovic gewann das Duell mit Smith mit 6:5, doch danach stand vor allem sein Verhalten auf der Bühne im Mittelpunkt. Der Österreicher forderte die Zuschauer auf, sich bemerkbar zu machen, während Smith auf seine Matchdarts zielte.
Im Interview nach seinem gewonnenen Viertelfinalspiel machte sich Suljovic keine Freunde: Er meinte, Smith solle sich nicht so beschweren, und äußerte sich dabei über Frauen. Auch van der Voort stieß diese Bemerkung sauer auf.
„Er weiß selbst, dass man so etwas nicht machen sollte“
Im
Podcast Darts Draait Door sprachen Van der Voort und Moderator Damian Vlottes über Suljovics viel diskutierten Auftritt. Van der Voort ist überzeugt, dass der Österreicher bewusst eine Grenze überschritten hat.
„Danach kann er zwar sagen, Smith solle nicht so herumheulen, aber er weiß selbst, dass man so etwas nicht machen sollte. Damit überschreitet er eine Grenze. Das ist doch einfach unsportlich. Natürlich kann man das Publikum nicht kontrollieren, das weiß ich auch. Aber wenn man es so anstachelt … Dann begründet er sein Verhalten damit, dass er das Publikum brauche, um zu gewinnen. Das ist ja schön und gut, aber die Fans sollten dich von sich aus unterstützen. Nicht, weil du es ihnen sagst.“
Laut dem ehemaligen Profidarter liegt das Problem nicht allein darin, die Zuschauer anzustacheln. Vor allem Suljovics Versuch, sein Verhalten im Nachhinein zu rechtfertigen, stößt ihm sauer auf.
Van der Voort kritisiert Suljovics Reaktion nach dem Spiel
Smith ließ nach seiner Niederlage wissen, dass ihm Suljovics Verhalten missfallen hatte. Der Engländer betonte, er wolle seine Niederlage nicht damit erklären, kritisierte seinen Gegner aber deutlich.
Van der Voort findet, Suljovic hätte danach offen zugeben sollen, dass er das Publikum bewusst zu beeinflussen versucht hatte.
„Wenn er einfach gesagt hätte, dass er das Publikum ordentlich angeheizt hat, weil Smith danebenwerfen sollte, wäre das in Ordnung. Aber dann darf man nicht sagen, Smith solle nicht herumheulen. Dann muss man einfach sagen, dass man alles versucht hat und einem egal ist, was Smith davon hält. Das spielt keine Rolle.“
Der ehemalige Profi glaubt außerdem nicht, dass Smith viel davon hat, darauf zu hoffen, dass Suljovic sein Verhalten irgendwann selbst zu spüren bekommt. „Das glaube ich überhaupt nicht, denn dann wäre es längst passiert. Er macht das schon seit 30 Jahren.“
„Dann muss man auch sagen, dass einem alles egal ist“
Van der Voort bezeichnet Suljovics Aktion zwar als unsportlich, macht aber zugleich deutlich, dass er nicht erwartet, dass sich jeder Dartspieler unter allen Umständen vorbildlich verhält. Wer bewusst Grenzen austestet, muss anschließend auch Verantwortung dafür übernehmen.
„Das war einfach nicht in Ordnung. Wenn du das alles machst, bitte. Aber dann musst du auch sagen, dass dir alles egal ist und du tust, worauf du Lust hast. Alles, um zu gewinnen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass er es macht, denn wenn er nicht dafür belangt wird, ist es offenbar erlaubt.“