Radio-DJ Dylan Boet hat versucht, sich für die neue Netflix-Show „Beat
Luke Littler“ zu qualifizieren, doch die Erfahrung lief völlig anders als erhofft. Der Hobby-Dartspieler reiste für ein Casting nach Manchester, wo er mit maximal 24 Darts ein Leg ausmachen musste. Boet kam nicht einmal in die Nähe davon.
„Es war eigentlich ein Desaster. Ich habe wirklich sämtlichen Selbstrespekt verloren“, erzählt Boet mit reichlich Selbstironie gegenüber Sportnieuws. Der Tag begann zudem sehr früh. „Ich kam um 07:15 Uhr an, weil die Türen um 08:00 Uhr aufgingen. Ich dachte: Dann bin ich rechtzeitig da und muss nicht so lange warten. Ich habe einfach dreieinhalb Stunden im strömenden Regen gestanden, bevor ich rein durfte.“
„Nach 24 Darts stand ich nicht einmal auf einer Finish-Region“
Drinnen ging dann alles blitzschnell. Boet bekam eine Nummer und durfte sich zunächst fünf Minuten einwerfen, an einem Board, das er mit jemandem teilen musste. Danach folgte der Moment, an dem er zeigen musste, was er draufhat.
Am 30. Oktober findet die Netflix-Show "Beat Luke Littler" statt. Schafft es einer der 20 Amateure, ein Leg gegen den Weltmeister zu gewinnen, winken 501.000 Pfund Preisgeld.
„Ich bekam neun Darts zum Einwerfen und musste dann innerhalb von 24 Darts 501 checken. Ich stand nach 24 Darts nicht einmal im Finish-Bereich“, lacht er. Mehr noch: Nach 21 Pfeilen wusste Boet bereits, dass der Versuch aussichtslos war. „Ich dachte: Lass gut sein. Die letzten drei Pfeile habe ich einfach weggeworfen. Ich werde irgendwo bei rund 200 gestanden haben.“
Auch scoringmäßig lief gar nichts. Auf die Frage, ob er überhaupt ein Triple getroffen habe, musste Boet lange überlegen. „Nein. Vielleicht eine Triple 1, aber ich kann mich nicht einmal erinnern. Es ist alles eine große Nebelwand. Es war wirklich eines der schlechtesten Darts-Spiele, die ich je geworfen habe.“
Laut Boet zeigte das Casting deutlich, wie wichtig ein solides Basisniveau ist. „Da kommen natürlich viele Jungs, die so ein gutes Basisniveau haben, dass sie, auch wenn sie nicht gut eingeworfen sind, noch etwas anderes treffen als 26 und 11. Das hat bei mir gar nicht funktioniert.“
Der Radio-DJ beschreibt das Casting zudem als Fließbandarbeit. Seiner Einschätzung nach kamen vermutlich tausende Kandidaten. „Man geht zu acht rein, und alles muss schnell, schnell, schnell gehen. Du bekommst kurz die Erklärung, dann musst du ans Board. Dort gibt es neun Darts zum Einwerfen. Nach 24 Darts schalten sie einfach das Tablet aus, sagen ‚Danke fürs Kommen‘, und du darfst deine Sachen packen und gehen.“
Boet hatte zuvor angedeutet, dass er eigentlich nicht nach Manchester reisen wollte. Am Ende gab sein Arbeitgeber Radio 538 den entscheidenden Schub, indem er Reise und Hotel bezahlte. „Hätte ich das selbst zahlen müssen, wäre ich wohl 800 bis 900 Euro los gewesen, alles in allem. Davon waren 300 Euro im Pub, die musste ich natürlich selbst zahlen“, witzelt er.
Von seiner Bekanntheit als Radio-DJ profitieren, um trotzdem eine Runde weiterzukommen, sei laut Boet völlig ausgeschlossen gewesen. Dafür war sein Auftritt schlicht zu schwach. „Das Niveau war so niedrig, das willst du in so einer Sendung gar nicht haben. Mehr noch: So möchte ich mit diesen Pfeilen nicht einmal auf Netflix erscheinen.“
Ganz umsonst war die Reise dennoch nicht. Nach dem missglückten Darts-Versuch ging Boet in den Pub, besuchte ein Fußballspiel und machte am Ende einfach ein schönes Wochenende in Manchester daraus. Die Luke Littler Show muss vorerst jedoch ohne ihn auskommen.