Daryl Gurney hält unbeirrt an seinem Vertrauen in
Josh Rock fest – trotz dessen schwieriger Phase in der
Premier League Darts. Aus Sicht des Nordiren könnte ausgerechnet Rocks erster Sieg in Berlin zum entscheidenden Wendepunkt seiner Saison werden.
Die aktuelle Nummer sieben der Welt hatte am achten Spieltag endlich ein Erfolgserlebnis: Nach sieben Niederlagen in Serie setzte sich Rock im Viertelfinale souverän mit 6:3 gegen Jonny Clayton durch. Für Gurney war dieser Erfolg weit mehr als nur ein Schritt auf Rocks Punktekonto.
„Das prallt an ihm ab“
„Er wird es definitiv schaffen“, erklärte der zweifache Major-Sieger im Gespräch mit Oche180 mit Blick auf die verbleibende Saison. „Wir sind erst bei der Hälfte der Saison. Der harte Spielplan liegt hinter ihm — er hat inzwischen jeden einmal erwischt. Ich habe das Gefühl, dass sein nächster Schritt bevorsteht.“
Gurney und Rock gewannen im vergangenen Jahr gemeinsam den World Cup of Darts für Nordirland
Gurney, der selbst zwischen 2018 und 2020 in der Premier League antrat, hebt vor allem Rocks mentale Stärke hervor. Der rasante Aufstieg seines Landsmanns in Richtung Weltspitze habe ihn besonders widerstandsfähig gegenüber Rückschlägen gemacht.
„Für mich ist Josh jemand, der mental unglaublich stark ist. Er hat sich in kurzer Zeit enorm entwickelt. Solche Ergebnisse werden ihn nicht beeinflussen.“
Seine Unterstützung beschränkt sich dabei nicht auf öffentliche Worte. Regelmäßig meldet sich Gurney auch persönlich bei Rock – allerdings ohne sportliche Ratschläge zu erteilen. „Ich schreibe ihm jede Woche, um ihm viel Erfolg zu wünschen. Donnerstags bekomme ich meist eine kurze Antwort: ‚Thanks, D.‘ Ich gebe ihm keinen Rat — es ist Josh Rock. Er gehört zu den besten Spielern der Welt, das braucht er nicht.“
Gurney sieht klare Unterschiede zwischen seinem eigenen Spielertyp und dem seines World-Cup-Teamkollegen. „Ich bin jemand, der es von harter Arbeit und Kampf um jedes Leg leben muss. Josh ist viel mehr ein Naturtalent. Das macht ihn so besonders.“
Wie gut sich diese Kombination ergänzt, zeigte sich im vergangenen Jahr eindrucksvoll beim gemeinsamen Triumph beim PDC World Cup of Darts. „Du musst deinen Partner unterstützen — das ist mein Partner. Wenn ich ihn nicht unterstütze, wer dann? Ich halte sein Selbstvertrauen hoch mit Blick auf den World Cup.“
Entsprechend richtet Gurney seinen Fokus klar auf die Titelverteidigung. Individuelle Erfolge ordnet er diesem Ziel derzeit unter. „Ich kann es kaum erwarten, bis wir wieder zusammen den World Cup spielen. Hoffentlich können wir den Titel verteidigen. Ehrlich gesagt gewinne ich lieber zweimal in Folge den World Cup als ein Einzelturnier.“
Kein Drang zur Premier-League-Rückkehr
Eine eigene Rückkehr in die Premier League strebt Gurney aktuell nicht an – trotz früherer Teilnahmen und weiterhin vorhandener Nachfrage. „Ich war in Belfast dabei, als Josh gespielt hat. Sie wollen mich in der Premier League zurücksehen, aber ich brauche die Premier League nicht. Das ist das Letzte, woran ich denke. Um überhaupt in Frage zu kommen, musst du ein Major gewinnen — und dann reden wir über die WM oder das Matchplay.“
Seine Haltung formuliert der Nordire deutlich. „Brauche ich es? Nein. Will ich es? Nein. Ich brauche dieses Chaos nicht in meinem Leben.“ Ganz ausschließen möchte er eine Rückkehr allerdings nicht: „Wenn sie mich morgen anrufen und fragen, ob ich spielen will, sage ich aber nicht von vornherein nein.“