„Das sind drei Turniere in drei Monaten, das ist nicht viel" – Littlers zurückhaltende Turnierplanung wirft Fragen zu Saisonfinale auf
PDC
Die World Series of Darts Finals in Amsterdam verliefen für Luke Littler enttäuschend. Der Engländer kassierte im Viertelfinale eine deutliche 4:10-Niederlage gegen Jonny Clayton und musste seine Jagd auf eine besondere Titelserie beenden. Im Podcast „Darts Draait Door" analysierten Damian Vlottes und Vincent van der Voort nicht nur diese Pleite, sondern auch das angespannte Verhältnis zwischen Littler und dem niederländischen Publikum.
Bereits früher im Turnier bekam Littler einiges aus dem Saal zu hören. Van der Voort empfand die Zuschauerreaktionen während des Duells mit Clayton als etwas gemäßigter. Er hatte trotzdem den Eindruck, dass die Ereignisse der Vortage den Weltmeister weiter beschäftigten.
Frust nach zwei intensiven Turniertagen
„Es war nicht so schlimm mit dem Auspfeifen wie an den Tagen davor", stellte Van der Voort fest. „Aber er hatte die Nase voll. Ich hatte eher das Gefühl, dass es von Freitag und Samstag nachwirkte als von heute selbst. Für ihn ist das natürlich frustrierend."

Littler wurde in Amsterdam das gesamte Wochenende über vom Publikum ausgebuht und ausgepfiffen.
Auch sportlich fand Littler keinen Zugriff auf sein Spiel. Der Engländer probierte im Match verschiedene Anpassungen, brachte Clayton aber zu keinem Zeitpunkt wirklich unter Druck. „Er hat alles probiert. Aber bei Littler lief gar nichts. Und dann bekommst du am Ende ein 4:10 auf den Deckel."
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Diskussion über Littlers Auftreten
Mit der Niederlage verpasste Littler zugleich seinen angestrebten „Clean Sweep". Im Podcast rückte anschließend sein Verhalten gegenüber dem Publikum in den Mittelpunkt. Littler reagierte am Wochenende mehrfach auf die Zuschauerreaktionen, unter anderem hielt er demonstrativ die Hand hinters Ohr.
Vlottes brachte den Gedanken ein, dass manche Beobachter Littler selbst eine Mitschuld an den Reaktionen geben. Van der Voort widersprach dieser Einschätzung deutlich. „Das ist doch Aktion und Reaktion? Er fängt doch nicht an? Sonst müsste man das nicht machen. Ich verstehe das. Er kommt auf die Bühne und winkt das Publikum nicht weg."
Gleichzeitig räumte der ehemalige Profi ein, dass ein zweifacher Weltmeister auch ein gewisses Maß an Professionalität zeigen sollte. „Natürlich ist es nicht ideal", so Van der Voort. „Ich sage nicht, dass allein das Publikum schuld ist."
Warnung vor langfristigen Folgen
Van der Voort warnte vor allem davor, dass anhaltendes Auspfeifen Konsequenzen für künftige Turniere in den Niederlanden haben könnte. „Es ist auch ein bisschen Nachahmungsverhalten, dass Leute ihn auspfeifen. Wenn er jetzt sagt: ‚Na gut, nächstes Jahr komme ich einfach nicht', und dann sagen noch zwei andere das, dann war's das hier doch?"
„Dann sagt die PDC ganz sicher nicht: ‚Wir gehen noch einmal nach Amsterdam.' Dann verlierst du so ein Turnier. Es geht nicht darum, sich erpressen zu lassen, das wäre absurd. Aber du musst nicht für ihn sein, du musst auch nicht so knallhart gegen jemanden sein."
Als Vergleich zog Van der Voort Gerwyn Price heran, der jahrelang regelmäßig feindselige Publikumsreaktionen erlebte. „Price hatte das auch jahrelang. Wenn du in Form bist, blendest du das aus und es läuft. In dem Moment, in dem du nicht so gut in Form bist, trifft es dich. Er hatte auch eine Phase, in der er deshalb aufhören wollte."
Lob für Clayton trotz Littlers Krise
Van der Voort wollte Littlers Niederlage jedoch nicht ausschließlich den äußeren Umständen zuschreiben. Clayton verdiente aus seiner Sicht ebenfalls großes Lob für seine Leistung. „Wir dürfen Clayton nicht übersehen. Das zeigte sich auch, denn er stand da wie ein Mann und brachte sein Match professionell zu Ende. Clayton ist natürlich jemand, der keine Angst vorm Gewinnen hat."
Littler erreichte in Amsterdam zu keinem Zeitpunkt sein gewohntes Topniveau. „Littler hat das ganze Turnier nicht das geworfen, was er kann. Nicht in die Nähe seines Topniveaus gekommen. Bei der Matchplay haben wir nur darüber gesprochen, wie großartig das war, mit einem Turnier-Average von 111, und was weiß ich noch alles. Jetzt ist er, glaube ich, dieses Turnier nicht über die Hundert gekommen."
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Blick auf Littlers weitere Planung
Van der Voort hält es für spannend, welche Entscheidungen Littler in den kommenden Monaten trifft. Im Podcast diskutierten die beiden Gerüchte, wonach der Engländer vorerst auf ProTours und Euro Tours verzichten und sich stattdessen auf die großen TV-Turniere konzentrieren könnte.
„Wenn man jetzt auf seinen Plan schaut: Es gibt Gerüchte, dass er keine ProTour spielt und keine Euro Tour mehr spielt. Also dass er vor der WM nur noch den Grand Prix, die EM und den Grand Slam spielt. Das sind drei Turniere in drei Monaten. Das ist nicht viel."
Besonders die EM soll nach Van der Voorts Informationen weit oben auf Littlers Wunschliste stehen. „Es scheint ihm wirklich, so wie ich es höre, um die EM zu gehen. Das ist das Einzige, was ihm noch fehlt. Das ist das Hauptziel in diesem Herbst. Und danach natürlich die WM."
Van der Voort setzte jedoch sofort eine wichtige Einschränkung. „Das sind die Gerüchte hier. Vielleicht stimmt das alles gar nicht." Er hofft dennoch, dass Littler genügend Motivation für alle bevorstehenden großen Turniere aufbringt. „Hoffen wir, dass er zumindest den Antrieb findet, diese Turniere mit voller Energie anzugehen."

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











