Die jüngste European Tour lieferte Schlagzeilen aus erfreulichen wie unerfreulichen Gründen.
Jonny Clayton überzeugte und
sicherte sich seinen vierten European-Tour-Titel. Luke Humphries knüpfte mit einer herausragenden Leistung an seinen Triumph beim World Grand Prix an.
Mensur Suljovic dagegen musste für sein Verhalten auf der Bühne reichlich Kritik einstecken.
Für die Topspieler rücken die European Championship und der Grand Slam of Darts näher. Deshalb dreht sich die Diskussion auch um Claytons
umstrittene Äußerungen zum Major-Turnier. Nach den ereignisreichen Tagen in Basel hielt sich das Mitleid mit Suljovic alias „The Gentle” zudem in Grenzen.
Die Ergebnisse der Swiss Darts Trophy im Überblick
Achtelfinale
| Spieler | Ergebnis | Spieler |
| Karel Sedláček | 6–2 | Josh Rock |
| Jonny Clayton | 6–4 | Rob Cross |
| Bradley Brooks | 6–3 | Jeffrey de Graaf |
| Gian van Veen | 6–4 | Tom Bissell |
| Mensur Suljović | 6–5 | Ross Smith |
| Dirk van Duijvenbode | 6–3 | Michael Smith |
| Cristo Reyes | 6–4 | Damon Heta |
| Luke Humphries | 6–0 | Krzysztof Ratajski |
Viertelfinale
| Spieler | Ergebnis | Spieler |
| Karel Sedláček | 2–6 | Jonny Clayton |
| Bradley Brooks | 5–6 | Gian van Veen |
| Mensur Suljović | 6–1 | Dirk van Duijvenbode |
| Cristo Reyes | 3–6 | Luke Humphries |
Halbfinale
| Spieler | Ergebnis | Spieler |
| Jonny Clayton | 7–4 | Gian van Veen |
| Mensur Suljović | 4–7 | Luke Humphries |
Finale
| Spieler | Ergebnis | Spieler |
| Jonny Clayton | 8–4 | Luke Humphries |
Suljovic sollte für sein Verhalten Konsequenzen tragen
Theo Stodiek, Redakteur bei DartsNews.DE, räumt ein, dass Mensur Suljovics starker Lauf in Basel hinter seinem umstrittenen Verhalten und seinen Äußerungen zurückstand.
Die
Swiss Darts Trophy bot sportlich einiges. Jonny Clayton gewann verdient seinen vierten Titel auf der European Tour. Im Finale bezwang er Luke Humphries, nachdem er zuvor Rob Cross, Karel Sedláček und Gian van Veen aus dem Turnier geworfen hatte. Besonders beeindruckte sein Auftaktmatch gegen Maik Kuivenhoven: Er beendete es mit einem Average von 108,8 und spielte damit den besten Wert seiner Karriere auf der European Tour.
Clayton bewies am gesamten Wochenende ein hervorragendes Timing. Gegen Humphries lag er phasenweise im Scoring zurück, bestrafte die Fehler des Engländers aber konsequent. Nach dem 4:4 gewann er die letzten vier Legs in Folge und traf acht seiner 13 Doppelversuche. Humphries hatte zuvor mit Averages von über 110 und einer starken Checkout-Quote überzeugt, fand im Finale jedoch kein Mittel gegen den Waliser.
Für Humphries blieb es trotzdem ein erfolgreiches Wochenende, nachdem er eine Woche zuvor seinen zweiten World Grand Prix gewonnen hatte. Die größte sportliche Überraschung lieferte Suljovic. Der Österreicher erreichte erstmals seit fünf Jahren wieder ein Halbfinale auf der European Tour. Dort schaltete er zuvor Ross Smith, Dirk van Duijvenbode und zum vierten Mal in Folge Michael van Gerwen aus. Mit 18.000 Pfund Preisgeld verschaffte er sich im Rennen um die European Championship wichtigen Spielraum und verbesserte seine Ausgangslage im Kampf um eine Tour Card.
Mensur Suljovic erreichte seine beste European-Tour-Platzierung seit 2021, doch Kontroversen überschatteten seinen Lauf.
Doch Suljovic stand sich selbst im Weg. Im Spiel gegen Smith heizte er das Publikum an, während der Engländer mit Matchdarts am Oche stand. Später soll er in einem Interview gesagt haben, sich zu beschweren sei „Frauensache”. Diese Aussage ist sexistisch und völlig inakzeptabel, erst recht vor laufenden Fernsehkameras. Die PDC sollte mit einer angemessenen Strafe reagieren.
Van Gerwen steckt derweil weiter in einer schwierigen Phase. Trotz mehrerer knapper Matches und einiger unglücklicher Momente scheidet er immer früher aus. In dieser Saison erreichte er noch kein Viertelfinale bei einem Major. Es ist zu früh, sein Comeback für gescheitert zu erklären, doch die Entwicklung zeigt klar in die falsche Richtung.
„Du kannst zu den besten Spielern der Welt gehören, musst es aber beweisen und diesem Anspruch gerecht werden”
Lucas Michael, Redakteur bei DartsNews.com, vertrat zur Qualifikation für den Grand Slam of Darts eine andere Ansicht als Jonny Clayton.
„Parallel lief wieder ein European-Tour-Turnier, doch viele Gespräche drehten sich gefühlt um den Grand Slam of Darts. In dieser Phase geht es immer hoch her, weil die Spieler unbedingt einen Startplatz im Major ergattern wollen. Auch Jonny Clayton gehörte dazu.
„Er ist mit dem Qualifikationsmodus persönlich nicht zufrieden. Mit seinem
Turniersieg bei der Swiss Darts Trophy hat er sich seine Teilnahme im November trotzdem gesichert. Seine Einschätzung zum Grand Slam teile ich überhaupt nicht. Man kann zu den besten Spielern der Welt gehören, muss das aber regelmäßig beweisen und diesem Anspruch gerecht werden. Dann wird man dafür belohnt. Der Qualifikationsmodus ist ungewöhnlich, aber ich bin ein großer Befürworter. ‚The Ferret’ spielte 2026 sehr stark, doch ein PDC-Ranglistentitel fehlte ihm bislang. Das änderte sich am vergangenen Wochenende mit herausragenden Auftritten. Im weiteren Jahresverlauf sollte man ihn im Auge behalten.
Jonny Clayton sicherte sich mit seinem Sieg bei der Swiss Darts Trophy seinen Platz beim Grand Slam of Darts.
„Auch Luke Humphries gehört auf die Rechnung. Er ist endgültig zurück. Clayton holte den Titel, doch Humphries war am Wochenende der beste Spieler. In einem Jahr, das Luke Littler prägt, haben wir endlich einen Profi, der am Oche mit ihm mithalten kann. Der Sieg beim World Grand Prix war ein klares Statement. Sein Lauf in Basel bewies, dass es kein Zufall war und er noch weitere Gänge hochschalten kann.
„Von den positiven zu den negativen Eindrücken: Mensur Suljovics Halbfinaleinzug rückt für viele in den Hintergrund. Sein Verhalten gegen Ross Smith war kein schöner Anblick. Beim Wurf viel Zeit zu lassen und in langsamem Tempo zu spielen, ist in Ordnung. Dagegen gibt das Regelwerk nichts her. Doch den Zuschauer hörbar anzustacheln, während der Gegner auf ein Doppelfeld zielt, geht zu weit und bringt ihm hinter den Kulissen kaum Sympathien ein. An guten Tagen ist er ein großartiger Spieler. Es gibt keinen Grund, das Spiel des Gegners zu stören.
„Der Kampf um die Qualifikation für Dortmund fällt für viele erst kurz vor Schluss. Cristo Reyes hat sich seinen Platz nach weiteren starken Auftritten offenbar gesichert. Martin Schindler und Stephen Bunting müssen in Maastricht noch einmal überzeugen. Vor allem Bunting steht unter Druck: Er liegt auf Rang 32 und hat nur 2.000 Pfund Vorsprung auf Karel Sedláček. ‚The Bullet’ trat in diesem Jahr bei elf European-Tour-Turnieren an. Sein bestes Ergebnis war das Viertelfinale in Polen. Bei mehr als der Hälfte seiner Turniere schied er bereits in Runde zwei aus. Das reicht bei Weitem nicht und könnte der Beginn eines schmerzhaften Absturzes für den ehemaligen Masters-Sieger sein.”
Suljovic stand im Mittelpunkt – allerdings nicht wegen seiner Darts
Pieter Verbeek, Redakteur bei DartsNews.com, sprach über das „ereignisreiche” Wochenende von Mensur Suljovic und forderte zugleich, dass Gian van Veen künftig häufiger um Titel mitspielen sollte.
Die Swiss Darts Trophy bot in Basel beste Unterhaltung, mit Jonny Clayton im Mittelpunkt. Der Waliser holte nach Monaten starker Leistungen endlich seinen ersten Ranglistentitel des Jahres 2026. Trotz einer starken Saison war ein World-Series-Titel bislang sein einziger Erfolg.
In der Schweiz änderte sich das: „The Ferret” bezwang mit zwei herausragenden Auftritten Gian van Veen (7:4) und Luke Humphries (8:4). Zugleich sicherte er sich den dringend benötigten Startplatz beim Grand Slam of Darts, einem Turnier, bei dem ein Spieler seiner Klasse unbedingt dabei sein sollte.
Auch Suljovic sorgte für Gesprächsstoff, mit seinen Leistungen ebenso wie mit seinem Verhalten. Der Österreicher besiegte Michael van Gerwen, Ross Smith und Dirk van Duijvenbode, geriet im Duell mit Smith aber in die Kritik. Er forderte das Publikum wiederholt auf, Lärm zu machen, während der Engländer warf. Smith vergab daraufhin Matchdarts, verlor das Match und bezeichnete seinen Gegner anschließend in den sozialen Medien als „
absoluten Vollpfosten”. Suljovic reagierte wütend und schrieb damit ein weiteres Kapitel in ein ohnehin ereignisreiches Wochenende.
Aus niederländischer Sicht überzeugten Van Veen und Van Duijvenbode mit dem Einzug ins Halbfinale beziehungsweise Viertelfinale. Besonders Van Veen bleibt interessant. Seine Leistungen schwanken weiterhin, seine Ergebnisse bleiben aber bemerkenswert konstant. Zwei Halbfinals in Folge auf der European Tour und ein Viertelfinale beim World Grand Prix belegen das. Findet der Europameister zu seiner Bestform zurück, kann er bald wieder regelmäßig um Titel mitspielen.