Englandreise fast abgesagt, jetzt im Junioren-WM-Finale: Wie ein Dartshopbesitzer Jan Schmidts Darts-Märchen möglich machte

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Jan Schmidt stand vergangene Woche kurz davor, seine Reise nach Wigan abzusagen. Seine ursprünglich geplante Begleitung fiel aus, weshalb der Deutsche kurzfristig über Instagram nach Ersatz suchte. Wenige Tage später steht er sensationell im Finale der PDC Jugendweltmeisterschaft 2026. Möglich machte die Teilnahme auch ein Dartshopbesitzer aus dem Westerwald, der spontan einsprang.
Daniel Zadach sah Schmidts Story und fuhr ihn nach England. Damit begann eine Reise, die dem Deutschen neben dem Finaleinzug auch einen Startplatz beim Grand Slam of Darts bescherte.

„Jan Schmidt und früh planen, das passt irgendwie nicht“

Sein Reiseproblem hatte Schmidt mit einer Portion Selbstironie öffentlich gemacht. „Jan Schmidt und früh planen, das passt irgendwie nicht“, schrieb er in seiner Instagram-Story.
Anschließend wurde er konkret: „Aber gibt es jemanden, der sowohl einen Führerschein, also auch einen Reisepass sowie Zeit und Lust hat, mit mir von Samstag bis Dienstag nach England zu fahren? Meine eigentliche Begleitung ist leider ausgefallen.“
Sollte sich niemand finden, hätte Schmidt auf seine Teilnahme verzichtet. Einen dramatischen Weltuntergang wollte er daraus allerdings nicht machen: „Falls nicht, wäre WYC für mich dieses Jahr Geschichte, aber wäre jetzt kein Weltuntergang.“
Was er damals noch gelassen als möglicherweise verpasstes Turnier beschrieb, entwickelte sich kurz darauf zu seinem bislang größten sportlichen Erfolg.

Ein Bundesligaspieler übernahm die Fahrt

Auf den Aufruf reagierte Daniel Zadach. Der Dartshopbesitzer aus dem Westerwald erklärte sich bereit, Schmidt nach England zu fahren.
Zadach kennt den Dartsport auch als aktiver Spieler. Er tritt bei Olympia Koblenz gemeinsam mit Leon Weber in der DDV-Bundesliga an und spielt dort mit dem PDC-Profi Doppel. Diesmal half er einem anderen deutschen Nachwuchsspieler abseits des Boards.
Mit seiner spontanen Unterstützung löste Zadach das entscheidende Reiseproblem. Schmidt konnte in Wigan antreten und bekam die Gelegenheit, sich mit den besten Nachwuchsspielern der PDC zu messen. Wie eindrucksvoll er diese nutzen würde, zeigte sich im weiteren Turnierverlauf.

Zwei überstandene Matchdarts und der große Triumph gegen Manby

Nach der Gruppenphase besiegte Schmidt zunächst Owen Roelofs mit 6:2. Gegen Daniel Korbæk stand er anschließend unmittelbar vor dem Aus. Der Däne vergab im Entscheidungsleg zwei Matchdarts, ehe Schmidt 40 Punkte checkte und weiterkam.
Im Achtelfinale schlug er Sebastian Białecki deutlich mit 6:2. Danach setzte er sich im Viertelfinale gegen Henry Coates mit 6:5 durch. Gegen Charlie Manby machte Schmidt schließlich mit einem 6:3 seinen sensationellen Finaleinzug perfekt.
Als dritter Deutscher nach Max Hopp und Martin Schindler erreichte er damit das Endspiel der PDC Junioren-WM. Dort trifft er auf Cam Crabtree, der Luke Littler im anderen Halbfinale mit 6:5 ausschaltete. Außerdem sicherte sich Schmidt einen Startplatz beim Grand Slam of Darts.
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Besagte Instagramstory von Jan Schmidt letzte Woche. 

Jetzt stehen die nächsten Reisen an

Nach seinem Erfolg muss Schmidt nun zwei weitere Englandreisen planen: am 14. November nach Wolverhampton zum Grand Slam of Darts und am 29. November nach Minehead zum Finale der Junioren-WM.
Sollte er dort auch den Titel gewinnen, wartet Ende Dezember die nächste Reise nach London zur Darts WM im Alexandra Palace. Hoffentlich klappt es mit der Planung diesmal ein bisschen besser.
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