„Es gibt überhaupt keine Krise“ – Luke Littler hat nach einer Reihe überraschender Niederlagen keinen Grund zur Panik
PDC
Luke Littler hat erstmals seit Langem zwei große Turniere nacheinander ohne Titel beendet. Beim World Grand Prix in Leicester verlor der 19-jährige Engländer in der ersten Runde gegen Luke Woodhouse. Zuvor hatte er bereits bei den World Series of Darts Finals in Amsterdam den Titel verpasst. Darts-Kommentator Dan Dawson sorgt sich trotzdem nicht um die Form der Nummer eins der Welt. Seiner Meinung nach muss sich „The Nuke” gar nicht rehabilitieren.
Littler war mit dem Ziel nach Leicester gereist, seine Serie bei den großen TV-Turnieren fortzusetzen. Seit seinem Sieg beim Grand Slam of Darts 2025 hatte er sechs Ranking-Majors in Folge gewonnen. Den vorläufigen Höhepunkt setzte er im vergangenen Sommer beim World Matchplay. Nur Michael van Gerwen und Phil Taylor haben bei den großen PDC-Turnieren längere Siegesserien geschafft. Van Gerwen gewann sieben Titel in Folge, Taylor sogar 15.
„Ich weiß nicht einmal, ob er sich rehabilitieren muss”
Damit platzte Littlers Traum, alle großen Titel innerhalb eines Kalenderjahres zu gewinnen. Zunächst unterlag er in Amsterdam Jonny Clayton, anschließend warf Woodhouse ihn in Leicester schon in der ersten Runde aus dem Turnier. Dawson hält es für übertrieben, sofort von Wiedergutmachung zu sprechen, wenn ein Spieler von Littlers Format ein paar Partien verliert.
Luke Littler schied beim World Grand Prix überraschend bereits in der ersten Runde aus
„Es kommen noch genügend Turniere, bei denen er sich rehabilitieren könnte, etwa der Grand Slam und die Europameisterschaft”, sagte Dawson. „Aber ich weiß nicht einmal, ob er sich überhaupt rehabilitieren muss. Er hat ein Spiel verloren. Er hat ein paar Spiele verloren.”
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Der Kommentator stellt die Leistungen des Weltmeisters nicht infrage. Littler hat in dieser Saison bereits Außergewöhnliches gezeigt. „Er wird nicht diese verrückte Serie hinlegen, bei der er alle Rekorde bricht und alles gewinnt. Aber es ist noch immer eines der besten Jahre, die jemand im Dartsport jemals erlebt hat.” Außerdem läuft die Saison noch. Dawson sieht für Littler weiterhin genug Gelegenheiten, seine Titelsammlung zu erweitern. „Es kann sogar noch besser werden. Er kann noch sehr viel gewinnen. Ich finde überhaupt nicht, dass er sich von irgendetwas erholen muss.”
Niederlage gegen Woodhouse kam nicht überraschend
Littlers Aus gegen Woodhouse überraschte Dawson nicht. Er hatte die Niederlage sogar ein Stück weit vorhergesagt. Woodhouse präsentierte sich in starker Form und hatte zuvor schon gezeigt, dass er dem amtierenden Weltmeister gefährlich werden kann. „Überhaupt nicht. Ehrlich gesagt hatte ich es sogar ein wenig vorhergesagt. Ich dachte, Luke Woodhouse hätte wirklich gute Chancen, ihn zu schlagen”, sagte Dawson. „Woodhouse spielt derzeit fantastischen Darts. Außerdem hat man beim vorherigen großen Turnier, den World Series Finals, gesehen, dass Littler nicht ganz auf seinem besten Niveau war.”
Trotzdem hebt Dawson Littlers Niveau über die gesamte Saison hervor, vor allem den Auftritt beim World Matchplay. „Er ist spektakulär. Was er im vergangenen Sommer beim World Matchplay gezeigt hat, war die beste World-Matchplay-Kampagne, die jemals ein Spieler gespielt hat.” Auch den Vergleich mit den größten Namen des Sports scheut er nicht: „Phil Taylor, Michael van Gerwen – nennen Sie sie alle. Littler hat dort unglaublich gut gespielt. Aber er wird einfach nicht alles gewinnen.”
Der World Grand Prix ist immer ein tückisches Turnier
Nach Dawsons Einschätzung spielte auch das besondere Format eine wichtige Rolle. Beim World Grand Prix müssen die Spieler jedes Leg mit einem Double beginnen und mit einem Double beenden. Selbst die besten Dartspieler der Welt geraten dann in Schwierigkeiten, wenn ihnen der Start in ein Leg nicht gelingt. Ein verpatzter Auftakt kann ein Match schnell kippen lassen. „Der World Grand Prix ist immer ein tückisches Turnier. Besonders in der ersten Runde ist das Doppel-in-Format ein Albtraum”, erklärte Dawson.
Er erinnert daran, dass auch andere große Champions in Leicester früh scheiterten. „Das ist den allergrößten Spielern der Geschichte schon passiert. Auch sie sind manchmal früh ausgeschieden.” Littler erlebte laut Dawson dasselbe. Die Niederlage gegen Woodhouse muss deshalb nicht bedeuten, dass mit dem Spiel des jungen Engländers grundsätzlich etwas nicht stimmt.
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Es gibt keine Krise und kein großes Problem
Dawson erwartet, dass Littler in den kommenden Monaten wieder um die wichtigsten Titel mitspielt. Für eine schwächere Phase der Weltranglistenersten sieht er keinen Anhaltspunkt. „Ich denke, er wird wieder voll dabei sein. Ich erwarte, dass er noch mehr Titel gewinnt.” Auch eine neue Siegesserie würde ihn nicht überraschen, obwohl er weiß, wie schwer es ist, jedes Turnier zu gewinnen. „Ich glaube nicht, dass er alle gewinnen wird. Aber es würde mich auch nicht überraschen, wenn er es doch schafft.”
Sein Fazit fällt klar aus: „Es gibt keine Krise. Es gibt kein großes Problem. Das Einzige, was passiert ist, ist, dass das, was er in diesem Jahr erreichen wollte, nicht gelingen wird.”
Dawson schließt nicht aus, dass Littler künftig erneut versucht, alle großen Titel in einer Saison zu gewinnen. „Vielleicht gelingt es ihm im nächsten Jahr. Vielleicht im Jahr danach. Es bleibt eines der besten Jahre, die jemand im Dartsport jemals erlebt hat, und es kann noch besser werden.” Für den Rest der Saison erwartet er weitere Erfolge: „Ich erwarte, dass er noch mehr gewinnen wird.”

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











