Cam Crabtree hat mit großer Anerkennung darüber gesprochen, wie
Luke Littler nach ihrem Duell bei der
PDC World Youth Championship reagierte. Crabtree sorgte für eine gewaltige Überraschung, als er die Nummer eins der Welt im Halbfinale mit 6:5 ausschaltete. Anschließend verriet er, dass Littler sich ausgesprochen sportlich verhalten hatte.
Der 23-jährige Crabtree erzielte einen Average von 97,91 und beendete nach elf Legs Littlers Traum vom Titel. Durch diesen Sieg zog „Shazam“ ins Finale ein, in dem er am 29. November im Butlin's Minehead Resort auf Jan Schmidt trifft.
Nach dem entscheidenden Moment brach Crabtree in Jubel aus. Kurz darauf fühlte er sich damit jedoch nicht ganz wohl. Weil er seinen Sieg in Littlers Sichtweite feierte, beschloss er, sich zu entschuldigen.
„Ich drehte mich um und schüttelte ihm die Hand. Danach gaben wir auch den Schreibern die Hand, und er ging weg“, erzählt Crabtree im
Weekly Dartscast. „Anschließend feierte ich mit meinem Vater und meinem Bruder. Danach ging ich zu Luke und sagte: ‚Tut mir leid, es ist natürlich nicht schön, wenn jemand direkt vor einem so feiert.‘“
Obwohl Littler zu diesem Zeitpunkt bereits wieder an seinem eigenen Tisch stand, hielt Crabtree eine Entschuldigung für angebracht. „Es passierte schließlich mehr oder weniger direkt vor seiner Nase. Also ging ich zu ihm und sagte: ‚Tut mir leid, Kumpel, entschuldige, dass ich so gefeiert habe.‘ Er sagte sofort: ‚Mach dir keinen Kopf.‘“
Dabei blieb es nicht. Littler gratulierte seinem Gegner zum Sieg und wünschte ihm viel Erfolg für das Finale in Minehead. „Er sagte: ‚Gut gemacht, viel Erfolg in Minehead‘ und etwas in der Art von: ‚Gut gespielt.‘ Er reagierte wirklich sehr respektvoll.“ Auch später am Abend meldete sich Littler noch. „Er war sehr freundlich. An diesem Abend postete er auch noch etwas Schönes auf Instagram. Luke war großartig.“
Crabtree wollte unbedingt gegen Littler spielen
Für Crabtree kam das Duell mit Littler nicht überraschend. Schon vor dem Turnier wusste er, dass die beiden bei guten Ergebnissen im Halbfinale aufeinandertreffen könnten. Littler war als Nummer eins gesetzt, während Crabtree als Nummer vier ins Turnier ging.
„Ich sah, dass er an Position eins gesetzt war und ich an vier, also wusste ich, dass ich im Halbfinale auf ihn treffen konnte. Eigentlich fand ich das spannend“, erklärt Crabtree.
Der Engländer wollte dem Duell mit Littler außerdem keinesfalls aus dem Weg gehen. Im Gegenteil: Wenn er die World Youth Championship gewinnen wollte, hätte er den besten Spieler im Teilnehmerfeld am liebsten auf dem Weg zum Titel besiegt.
„Ich dachte: Wenn du das Turnier gewinnen willst, dann möchtest du … Natürlich wäre es mir egal, wie ich gewinne, aber es ist doch schöner, wenn du gewinnst und der beste Spieler, der teilnehmen kann, ebenfalls dabei ist.“
Am Turniertag selbst versuchte Crabtree jedoch, nicht zu weit vorauszublicken. „Am Montag wusste ich natürlich, dass wir auf derselben Seite des Turnierbaums standen, aber ich dachte nur: Sorge erst dafür, dass du das Halbfinale erreichst, und mach dir danach Gedanken darüber.“
Als klar wurde, dass auch Littler den Weg unter die letzten vier geschafft hatte, freute sich Crabtree sogar darüber. „Eigentlich hoffte ich, dass er dort stehen würde. Wie ich schon sagte: Wenn du das Turnier gewinnst, macht es den Sieg meiner Meinung nach etwas schöner, wenn du ihn besiegt hast.“
Crabtree trifft im Finale der World Youth Championship auf den Deutschen Jan Schmidt.
Endlich ein Sieg gegen Littler
Bemerkenswerterweise verspürte Crabtree kaum zusätzlichen Druck, als das Duell tatsächlich bevorstand. Er versuchte vor allem, die Partie wie jedes andere Match anzugehen.
„Als man mir sagte, dass ich an Board vier, oder an welchem Board auch immer, spielen sollte und Luke dort stand, war ich eigentlich begeistert. Ich war nicht wirklich nervös. Ich dachte nicht: ‚Oh nein, ich muss gegen Luke Littler spielen.‘ Aber ich dachte auch nicht: ‚Ich werde Luke Littler einfach schlagen.‘ Ich dachte nur: Lass uns spielen, Spaß haben und sehen, was passiert. Es war gut.“
Der Sieg schmeckte umso süßer, weil Crabtree in der Vergangenheit keineswegs gute Ergebnisse gegen Littler erzielt hatte. Nach Angaben des Finalisten hatte er ungefähr neun frühere Duelle gegen die aktuelle Nummer eins der Welt verloren.
„Das war mein erster Sieg gegen Luke. Ich glaube, davor hatte ich ungefähr neunmal auf der Development Tour und der European Tour gegen ihn verloren. Ich habe auch bei den British Open gegen ihn gespielt und konnte ihn auch dort nicht besiegen.“
Gerade deshalb hätte sich Crabtree kaum einen besseren Moment für seinen ersten Sieg gegen Littler wünschen können. „Das war also das erste Mal. Wahrscheinlich war es auch gleich das beste Match, in dem ich ihn hätte besiegen können.“
Nach seinem sensationellen Sieg wartet auf Crabtree nun noch eine letzte Aufgabe. Am 29. November trifft er in Minehead im Finale der World Youth Championship auf Schmidt. Neben dem Titel erhält der Sieger ein Preisgeld von 15.000 Pfund.