Die nächste Ausgabe der Premier League Darts ist zwar noch einige Monate entfernt, doch die Diskussionen über das mögliche Teilnehmerfeld für 2027 laufen bereits auf Hochtouren. Welche Stars dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf eine Einladung der PDC machen? Für wen könnte der Traum von einem der acht begehrten Startplätze dagegen erneut platzen?
Unser niederländischer Kollege Bram Coenen wagt für Dartsnews.de eine ausführliche Prognose. Dafür schlüpft er gedanklich in die Rolle der PDC-Verantwortlichen und nimmt sowohl die sportlichen Leistungen als auch die Popularität und kommerzielle Zugkraft der potenziellen Kandidaten unter die Lupe. Welche Spieler können bereits fest mit ihrer Teilnahme rechnen, wer muss in den kommenden Monaten noch entscheidende Argumente liefern und welche Außenseiter könnten sich überraschend ins Rampenlicht spielen?
Premier League Darts 2027: Acht Startplätze und zahlreiche Anwärter
Zunächst gilt es, eine Besonderheit der Premier League Darts zu berücksichtigen: Obwohl das prestigeträchtige Event kein Ranglistenturnier ist, winkt dem Sieger ein Preisgeld von 350.000 Pfund. Damit ist die Premier League nach der Weltmeisterschaft das lukrativste Turnier im Darts-Kalender. Über die Vergabe der acht Startplätze entscheidet die PDC in Abstimmung mit dem übertragenden Fernsehsender Sky Sports. Während die vier bestplatzierten Profis der Weltrangliste in der Regel automatisch qualifiziert sind, werden die übrigen vier Teilnehmer über Einladungen bestimmt.
Gerade diese vier Wildcards sorgen Jahr für Jahr für reichlich Diskussionsstoff. Denn bei der Auswahl zählt längst nicht nur das sportliche Abschneiden. Auch die Popularität eines Spielers, seine Bühnenpräsenz und sein kommerzieller Wert fließen in die Entscheidung ein. Eine starke Weltranglistenposition allein ist deshalb noch lange keine Garantie für eine Nominierung. Umgekehrt können sich andere Kandidaten mit herausragenden Leistungen oder einer besonders großen Fangemeinde entscheidende Vorteile verschaffen.
Zur Erinnerung: In der Premier League Darts 2026 gingen Luke Littler, Luke Humphries, Gian van Veen, Michael van Gerwen, Gerwyn Price, Jonny Clayton, Stephen Bunting und Josh Rock an den Start.
Luke Littler und Luke Humphries: An diesen beiden Stars führt kein Weg vorbei
Beginnen wir mit dem Spieler, an dessen Teilnahme nicht der geringste Zweifel besteht: Luke Littler. „The Nuke“ krönte sich in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in seiner noch jungen Karriere zum Premier-League-Champion. In einem hochdramatischen Endspiel setzte sich der erst 19-jährige Engländer mit 11:10 gegen seinen Landsmann Luke Humphries durch.
Doch nicht nur in der Premier League unterstreicht Littler seine Ausnahmestellung. Auch auf den anderen großen Bühnen der Dartswelt dominiert der Youngster nahezu nach Belieben. Mit Ausnahme der World Series of Darts Finals und des World Grand Prix gewann er in diesem Jahr sämtliche Major-Turniere. Darüber hinaus thront er mit einem komfortablen Vorsprung auf seine engsten Verfolger an der Spitze der Weltrangliste.
Dass Littler auch 2027 wieder zum Teilnehmerfeld der Premier League Darts gehören wird, steht deshalb außer Frage. Der Engländer vereint sportliche Extraklasse mit einer enormen Anziehungskraft auf das Publikum und hat sich längst zu einem der größten Aushängeschilder des gesamten Dartsports entwickelt. Seine erneute Teilnahme darf als hundertprozentig sicher gelten.
Luke Littler ist das Gesicht der neuen Darts-Generation: Der 19-jährige Engländer dominiert die Weltspitze und gilt als sicherer Teilnehmer der Premier League Darts 2027.
Ebenso wenig Anlass für Spekulationen gibt es bei Luke Humphries. „Cool Hand Luke“ sicherte sich 2025 den Titel in der Premier League und behauptet weiterhin den zweiten Platz der Weltrangliste. Zudem setzte der Engländer zuletzt mit seinem Triumph beim World Grand Prix ein eindrucksvolles Ausrufezeichen. Mit diesem Erfolg beendete der ehemalige Weltmeister eine Durststrecke von mehr als einem Jahr ohne Major-Titel.
Zwar ist Humphries inzwischen nicht mehr jener nahezu unantastbare Dominator, der die Dartswelt zwischenzeitlich nach Belieben beherrschte. Diese Rolle hat ihm mittlerweile der entfesselt aufspielende Luke Littler abgenommen. An den außergewöhnlichen Qualitäten von Humphries ändert das jedoch nichts. Der frühere Weltmeister zählt nach wie vor zur absoluten Elite und bringt sowohl die Erfahrung als auch die spielerische Klasse mit, um bei jedem großen Turnier ernsthaft um den Titel mitzukämpfen.
Sein zweiter Platz in der Weltrangliste, der Premier-League-Triumph von 2025 und sein jüngster Major-Erfolg beim World Grand Prix ergeben ein Gesamtbild, das keinerlei Zweifel zulässt. Auch Luke Humphries wird 2027 wieder auf der Premier-League-Bühne stehen.
Gian van Veen: Trotz titelloser Saison ein sicherer Kandidat
Auch Gian van Veen dürfte seiner erneuten Teilnahme an der Premier League Darts gelassen entgegensehen. Der 24-jährige Niederländer feierte 2026 sein Debüt in dem prestigeträchtigen Wettbewerb und beendete die Saison auf dem siebten Tabellenplatz. Dabei verlief das bisherige Jahr 2026 für van Veen keineswegs reibungslos. Im Frühjahr wurde der junge Niederländer von Nierensteinproblemen ausgebremst, die ihn sogar zur Absage eines Premier-League-Spieltags zwangen. Auch nach seiner Rückkehr fand „GVV“ zunächst nur schwer zu seiner gewohnten Form zurück und hatte über einen längeren Zeitraum mit Leistungsschwankungen zu kämpfen. Zuletzt deutete jedoch vieles darauf hin, dass der 24-Jährige allmählich zu alter Stärke zurückfindet. Dank seines beeindruckenden Durchbruchs im Jahr 2025 und der über zwei Jahre geführten Weltrangliste zeigt seine Entwicklung trotz der zwischenzeitlichen Rückschläge weiterhin klar nach oben.
Inzwischen hat sich van Veen fest unter den besten vier Spielern der Weltrangliste etabliert. Nach der kommenden Weltmeisterschaft könnte er sogar bis auf den zweiten Rang vorrücken und damit den nächsten Meilenstein seiner noch jungen Karriere erreichen. Sein rasanter Aufstieg zu einem der stärksten Spieler der Welt ist selbstverständlich auch den Verantwortlichen der PDC nicht verborgen geblieben.
Es erscheint daher äußerst unwahrscheinlich, dass die PDC bei der Vergabe der Premier-League-Startplätze für 2027 auf „GVV“ verzichten wird. Auch ohne Ranglistentitel hat van Veen mit seiner Entwicklung in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er zur absoluten Elite des Dartsports gehört. Sein junges Alter, sein sportlicher Werdegang und sein stetig wachsendes Ansehen machen ihn darüber hinaus zu einem besonders interessanten Gesicht für die Zukunft der Premier League.
Gian van Veen hat sich mit konstant starken Leistungen unter den besten vier Spielern der Welt etabliert und darf fest mit einer erneuten Einladung zur Premier League Darts rechnen.
Gerwyn Price: Auch ohne Major-Titel ein sicherer Kandidat
Das Quartett der nahezu sicheren Teilnehmer komplettiert Gerwyn Price. „The Iceman“ erreichte in der diesjährigen Premier League Darts das Halbfinale, in dem er sich Luke Littler nur knapp geschlagen geben musste. Bereits 2023 hatte der Waliser das Endspiel des prestigeträchtigen Wettbewerbs erreicht und damit unter Beweis gestellt, dass er auf dieser besonderen Bühne zu Höchstleistungen fähig ist.
Price bringt gleich zwei Eigenschaften mit, die ihn für die Premier League besonders wertvoll machen: eine enorme Scoring-Power und eine unverwechselbare Bühnenpräsenz. Mit seinem emotionalen, temperamentvollen Auftreten sorgt der Weltmeister aus dem Jahr 2021 regelmäßig für Gesprächsstoff und elektrisierende Momente. Kaum ein anderer Spieler versteht es so gut, das Publikum zu polarisieren und gleichzeitig für beste Unterhaltung zu sorgen. Genau diese Mischung aus sportlicher Klasse und großen Emotionen macht einen wesentlichen Teil der Faszination der Premier League aus.
Ähnlich wie Gian van Veen wartet auch Price im Jahr 2026 noch auf seinen ersten Major-Triumph. Sein bislang letzter großer Titelgewinn datiert sogar aus dem Jahr 2022. Für seine Chancen auf eine erneute Premier-League-Nominierung muss das allerdings kein entscheidender Nachteil sein. Schließlich überzeugt der Waliser über die gesamte Saison hinweg mit konstant starken Leistungen und hat sich dadurch fest unter den besten vier Spielern der Weltrangliste etabliert.
Damit spricht vieles dafür, Price als vierten sicheren Teilnehmer der Premier League Darts 2027 einzustufen. Seine sportliche Qualität, seine langjährige Erfahrung und sein hoher Unterhaltungswert machen „The Iceman“ zu einem Spieler, auf den die PDC bei der Zusammenstellung ihres Teilnehmerfeldes kaum verzichten dürfte.
Michael van Gerwen: Droht dem Rekordsieger das Premier-League-Aus?
Vierzehn Teilnahmen in Folge, sieben Gesamtsiege und damit alleiniger Rekordchampion – dazu erreichte er bis auf drei Ausnahmen bei jeder seiner bisherigen Teilnahmen mindestens das Halbfinale. Michael van Gerwens Erfolgsbilanz in der Premier League Darts sucht ihresgleichen. Doch ausgerechnet 2027 könnte diese beeindruckende Serie ein Ende finden. Erstmals seit vielen Jahren steht hinter einer erneuten Nominierung von „Mighty Mike“ ein ernsthaftes Fragezeichen.
Der 37-jährige Niederländer belegt aktuell lediglich den neunten Platz der Weltrangliste. Noch besorgniserregender gestaltet sich der Blick auf die virtuelle Rangliste nach der kommenden Weltmeisterschaft: Dort droht van Gerwen sogar bis auf Position 19 abzurutschen. Für einen Spieler, der den Dartsport über Jahre hinweg nahezu nach Belieben dominierte und bei praktisch jedem Major-Turnier automatisch zum engsten Favoritenkreis gehörte, wäre das ein bemerkenswerter Absturz.
Sollte van Gerwen dennoch eine Einladung zur Premier League Darts 2027 erhalten, dürfte er diese in erster Linie seiner außergewöhnlichen Vergangenheit und seiner ungebrochenen Strahlkraft als einer der größten Stars des Sports verdanken. Auch seine enorme Popularität bei den Fans bleibt ein gewichtiges Argument. Rein sportlich fällt seine Bewerbung auf Grundlage der Ergebnisse aus dem Jahr 2026 allerdings deutlich schwächer aus als in früheren Spielzeiten. Bei mehreren Major-Turnieren war für den Niederländer bereits spätestens im Achtelfinale Endstation.
Den siebenmaligen Premier-League-Champion deshalb schon jetzt abzuschreiben, wäre jedoch voreilig. Mit der European Darts Championship, dem Grand Slam of Darts und den Players Championship Finals warten noch mehrere hochkarätige Turniere, bei denen van Gerwen seiner bislang enttäuschenden Saison eine entscheidende Wendung geben könnte. Hinzu kommt die Weltmeisterschaft im Alexandra Palace, die bei der Vergabe der Premier-League-Tickets traditionell eine besonders wichtige Rolle spielt. Ein überzeugender Auftritt oder gar ein Titelgewinn bei einem dieser Events könnte seine Chancen auf eine erneute Einladung erheblich verbessern.
Die aktuelle Ausgangslage spricht zweifellos nicht für „Mighty Mike“. Doch wer die Karriere des Niederländers über die vergangenen Jahre verfolgt hat, weiß, dass van Gerwen immer wieder imstande war, auf Kritik und Zweifel mit außergewöhnlichen Leistungen zu antworten. Mehr als einmal hat er bewiesen, dass es ein Fehler sein kann, ihn vorzeitig abzuschreiben. Ob ihm auch diesmal rechtzeitig die sportliche Wende gelingt, gehört zu den spannendsten Fragen im Kampf um die Premier-League-Startplätze für 2027.
Michael van Gerwens Bilanz in der Premier League Darts: Alle Ergebnisse im Überblick
Jahr
Endplatzierung / Ergebnis
2013
Sieger
2014
Finale verloren
2015
Finale verloren
2016
Sieger
2017
Sieger
2018
Sieger
2019
Sieger
2020
Platz 6 – Play-offs nicht erreicht
2021
Halbfinale
2022
Halbfinale
2023
Sieger
2024
Halbfinale
2025
Platz 5 – Play-offs nicht erreicht
2026
Platz 6 – Play-offs nicht erreicht
Die „Class of 2026“: Wer darf bleiben, wer muss seinen Platz räumen?
Mit Luke Littler, Luke Humphries, Gian van Veen, Gerwyn Price und Michael van Gerwen haben wir bereits fünf Spieler aus dem Teilnehmerfeld der Premier League Darts 2026 genauer unter die Lupe genommen. Doch wie stehen die Chancen der drei übrigen Profis, die in diesem Jahr ebenfalls auf der großen Bühne vertreten waren? Während Jonny Clayton gute Argumente für eine erneute Nominierung liefert, gestaltet sich die Ausgangslage für Stephen Bunting und Josh Rock deutlich komplizierter.
Von diesem Trio dürfte Jonny Clayton die besten Aussichten auf eine weitere Premier-League-Saison besitzen. „The Ferret“, der sich 2021 zum Champion des prestigeträchtigen Wettbewerbs krönte, überzeugte 2026 mit einer insgesamt stabilen Spielzeit. Dabei stellte der Waliser einmal mehr unter Beweis, dass er auf unterschiedlichen Bühnen in der Lage ist, bis in die entscheidenden Turnierphasen vorzudringen und um Titel mitzuspielen.
Sowohl auf der Players Championship Tour als auch auf der European Tour erreichte Clayton Endspiele. Auch bei den meisten Major-Turnieren stand er mindestens im Viertelfinale und untermauerte damit seine bemerkenswerte Konstanz. Hinzu kommt seine langjährige Premier-League-Erfahrung: Der ehemalige Champion kennt die besonderen Anforderungen des Wettbewerbs und weiß genau, was es braucht, um sich Woche für Woche mit der Weltelite zu messen.
Sollte Clayton in den verbleibenden Monaten keinen massiven Leistungseinbruch erleben, spricht deshalb vieles für seine erneute Berücksichtigung im Jahr 2027. Der Waliser steht zwar nicht immer so sehr im Rampenlicht wie einige seiner Konkurrenten, doch seine kontinuierlich starken Ergebnisse liefern überzeugende Argumente für einen weiteren Startplatz.
Jonny Clayton überzeugt auch 2026 mit konstant starken Leistungen und darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine erneute Teilnahme an der Premier League Darts machen.
Deutlich schwieriger stellt sich die Situation für Stephen Bunting dar. Zwar schloss „The Bullet“ die diesjährige Premier League auf dem fünften Tabellenplatz ab, doch bereits seine Nominierung für die Ausgabe 2026 war im Vorfeld nicht unumstritten. Hinzu kommt, dass der Engländer gemessen an seinen eigenen hohen Ansprüchen auf eine ausgesprochen enttäuschende Saison zurückblickt.
Besonders deutlich wird diese Entwicklung beim Blick auf die Weltrangliste. Dort ist Bunting mittlerweile bis auf den 14. Platz abgerutscht. Damit wird es zunehmend schwieriger, überzeugende sportliche Argumente für eine weitere Premier-League-Einladung vorzubringen. Will der Engländer auch 2027 wieder zum exklusiven Teilnehmerfeld gehören, muss er in den kommenden Monaten dringend beweisen, dass er weiterhin mit den besten Spielern der Welt mithalten kann.
Ein einzelnes herausragendes Ergebnis könnte dabei den entscheidenden Unterschied machen. Insbesondere ein Titelgewinn bei einem der noch ausstehenden Major-Turniere würde Buntings Bewerbung erheblich stärken. Bleibt ein solcher Befreiungsschlag allerdings aus, dürfte es für „The Bullet“ äußerst schwierig werden, die Verantwortlichen der PDC und von Sky Sports von einer erneuten Nominierung zu überzeugen. Nach aktuellem Stand spricht deshalb eher wenig für eine weitere Premier-League-Teilnahme im Jahr 2027.
Auch Josh Rock muss um seine Zukunft in der Premier League bangen. Der Nordire feierte 2026 sein Debüt in dem prestigeträchtigen Wettbewerb, konnte die hohen Erwartungen jedoch nicht vollständig erfüllen. Am Ende belegte „Rocky“ den achten und damit letzten Platz der Abschlusstabelle – ein ernüchterndes Resultat für den ambitionierten Youngster.
Allerdings wäre es falsch, Rocks gesamte Saison ausschließlich anhand seines Premier-League-Abschneidens zu bewerten. Abseits des wöchentlichen Einladungsturniers zeigte der Nordire mehrfach sein enormes Potenzial und erreichte bei zwei Major-Turnieren das Halbfinale. Damit bewies er eindrucksvoll, dass er auch auf den größten Bühnen mit der absoluten Weltspitze konkurrieren kann.
Was Rock bislang allerdings fehlt, ist der endgültige Durchbruch bei einem der ganz großen Turniere. Weder der Einzug in ein Major-Finale noch der Gewinn eines bedeutenden Titels ist ihm bisher gelungen. Genau das könnte im Kampf um eine erneute Premier-League-Nominierung zum entscheidenden Nachteil werden. Zwar verfügt der Nordire als Nummer acht der Weltrangliste über eine vielversprechende Ausgangsposition, doch eine hohe Platzierung allein garantiert bekanntlich noch keine Einladung.
Für Rock stehen deshalb richtungsweisende Monate bevor. Mit einem weiteren herausragenden Auftritt bei einem großen Turnier könnte er seine Ambitionen auf einen Startplatz 2027 nachdrücklich untermauern. Bleibt ein solcher Erfolg jedoch aus, droht „Rocky“ nach nur einer Saison bereits wieder der Abschied aus der Premier League. In diesem Fall könnte die PDC seinen Platz an einen anderen Kandidaten vergeben.
James Wade: Kehrt „The Machine“ endlich in die Premier League zurück?
Zwölfmal stand James Wade bereits auf der Bühne der Premier League Darts, 2009 krönte sich der Engländer sogar zum Gesamtsieger. Doch seit seiner letzten Teilnahme im Jahr 2022 wartet „The Machine“ vergeblich auf eine erneute Einladung. Könnte diese lange Durststrecke 2027 endlich ein Ende finden? Die Vorzeichen für ein Comeback stehen jedenfalls so gut wie seit Jahren nicht mehr.
Mit inzwischen 43 Jahren hat sich Wade bis auf den fünften Platz der Weltrangliste zurückgekämpft. Zwar liegt sein letzter großer Titelgewinn bereits einige Zeit zurück, doch seit mehr als zwei Jahrzehnten beweist der Routinier immer wieder, dass er zur absoluten Weltklasse gehört. Vor allem seine außergewöhnliche Erfahrung und seine bemerkenswerte Konstanz machen ihn weiterhin zu einem gefährlichen Gegner. Gerade in der Premier League, wo neben hohen Scores auch mentale Stärke und Nervenfestigkeit gefragt sind, könnten diese Qualitäten zu entscheidenden Erfolgsfaktoren werden.
Dass Wade noch längst nicht zum alten Eisen gehört, stellte er auch 2026 mit mehreren beeindruckenden Auftritten bei großen Turnieren unter Beweis. Bei den UK Open kämpfte er sich bis ins Endspiel vor, ehe er zuletzt beim World Grand Prix das Halbfinale erreichte. Damit untermauerte „The Machine“ einmal mehr, dass er auch im fortgeschrittenen Stadium seiner Karriere mit den besten Spielern der Welt mithalten und auf den größten Bühnen um Titel kämpfen kann.
Zwar gehörte Wade bei der Vergabe der Premier-League-Startplätze in den vergangenen Jahren offenbar nicht zu den bevorzugten Kandidaten von PDC und Sky Sports, doch seine jüngsten Ergebnisse lassen sich mittlerweile kaum noch übersehen. Als Nummer fünf der Weltrangliste befindet er sich unmittelbar hinter den automatischen Qualifikationsplätzen und hat mit seinen starken Major-Auftritten zusätzliche Argumente für eine Rückkehr gesammelt.
Eine erneute Einladung zur Premier League Darts wäre nach mehreren Jahren Abwesenheit deshalb alles andere als überraschend. Natürlich können die verbleibenden Turniere die Ausgangslage noch einmal erheblich verändern. Schon jetzt zählt Wade jedoch zu den aussichtsreichsten Anwärtern auf einen der vier Wildcard-Plätze. Für „The Machine“ könnte 2027 tatsächlich das Jahr seiner langersehnten Premier-League-Rückkehr werden.
Danny Noppert und Wessel Nijman: Zwei weitere Kandidaten mit unterschiedlichen Aussichten
Neben Gian van Veen und Michael van Gerwen dürfen sich mit Danny Noppert und Wessel Nijman zwei weitere Spieler Hoffnungen auf eine Einladung zur Premier League Darts 2027 machen. Allerdings könnten die Voraussetzungen für die beiden Niederländer kaum unterschiedlicher sein.
Noppert belegt aktuell den siebten Platz der Weltrangliste und gehört damit weiterhin zu den bestplatzierten Profis der PDC. Dennoch wirken seine Auftritte derzeit etwas weniger überzeugend als noch im vergangenen Jahr. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass „The Freeze“ trotz seiner herausragenden Saison 2025 bei der Vergabe der Premier-League-Startplätze für 2026 übergangen wurde.
Diese Entscheidung dürfte seine Aussichten auf eine Nominierung für 2027 nicht unbedingt verbessern. An der spielerischen Qualität und Erfahrung des Niederländers bestehen zwar keinerlei Zweifel, doch seine überwiegend soliden Ergebnisse allein werden vermutlich nicht ausreichen, um die Verantwortlichen von PDC und Sky Sports von einer Einladung zu überzeugen. Ein Major-Titel bei einem der verbleibenden großen Turniere könnte seine Chancen schlagartig erhöhen. Ohne einen solchen herausragenden Erfolg erscheint eine erstmalige Premier-League-Teilnahme allerdings eher unwahrscheinlich.
Deutlich vielversprechender gestaltet sich dagegen die Ausgangslage für Wessel Nijman. Der 26-Jährige erlebt eine außergewöhnliche Saison und hat sich 2026 endgültig zu einem der auffälligsten Akteure auf der PDC-Tour entwickelt. Gleich sechs Titel auf der Players Championship Tour sowie zwei Turniersiege auf der European Tour stehen bereits auf seinem Konto. Eine beeindruckende Bilanz, mit der Nijman seine Ambitionen auf einen Platz unter den besten Spielern der Welt eindrucksvoll untermauert.
Auch der Blick auf die virtuelle Weltrangliste liefert weitere Argumente für den aufstrebenden Niederländer. Berücksichtigt man die Preisgelder, die nach der kommenden Weltmeisterschaft aus der Zwei-Jahres-Wertung fallen, würde Nijman derzeit bis auf den siebten Platz vorrücken. Damit könnte er sich auch im Ranking in eine hervorragende Ausgangsposition für die kommenden Jahre bringen.
Hinzu kommt, dass Nijman gleich mehrere Eigenschaften vereint, die ihn für die Premier League besonders interessant machen. Er ist jung, verfügt über eine enorme Scoring-Power und hat innerhalb eines Jahres einen bemerkenswerten Entwicklungssprung vollzogen. Seine zahlreichen Triumphe bei den Floor-Turnieren und auf der European Tour belegen eindrucksvoll, dass er längst nicht mehr nur gelegentlich für Überraschungen sorgt, sondern regelmäßig in der Lage ist, Turniere für sich zu entscheiden.
Allerdings gibt es einen entscheidenden Schwachpunkt in Nijmans bislang so beeindruckender Saisonbilanz: Bei den Major-Turnieren konnte der Niederländer seine herausragenden Leistungen von der Players Championship Tour und der European Tour noch nicht in vergleichbare Erfolge ummünzen. Bei keinem der großen Ranglistenturniere gelang ihm 2026 bislang der Sprung über das Achtelfinale hinaus. Genau diese fehlenden Spitzenresultate auf den größten Bühnen könnten bei der Vergabe der Premier-League-Startplätze durch PDC und Sky Sports zu einem entscheidenden Nachteil werden.
Will Nijman seine Chancen auf ein Premier-League-Debüt im Jahr 2027 entscheidend verbessern, dürfte ein herausragender Auftritt bei einem der noch ausstehenden Majors von großer Bedeutung sein. Insbesondere der Einzug in ein großes Finale oder gar der Gewinn eines Major-Titels würde seiner Bewerbung zusätzlichen Nachdruck verleihen. Schon jetzt kann der 26-Jährige auf eine außergewöhnliche Saison zurückblicken. Um sich jedoch tatsächlich einen Platz im exklusiven Kreis der acht Premier-League-Teilnehmer zu sichern, muss er möglicherweise noch den letzten, entscheidenden Schritt machen.
Major-Ergebnisse von Wessel Nijman in der Saison 2026
PDC-Major (2026)
Erreichte Runde
Ausgeschieden gegen
Ergebnis
World Masters
Erste Runde
Jonny Clayton
1:3 in Sätzen
UK Open
Letzte 32
Gerwyn Price
5:10
World Matchplay
Zweite Runde
Gian van Veen
12:14
World Series of Darts Finals
Letzte 16
James Wade
7:10
World Grand Prix
Letzte 16
Jonny Clayton
1:3 in Sätzen
Nathan Aspinall, Ross Smith und Gary Anderson: Diese Außenseiter hoffen auf ihre Chance – oder auch nicht
Neben den bereits genannten Kandidaten gibt es noch einige weitere Spieler, die im Kampf um die begehrten Startplätze für die Premier League Darts 2027 eine Rolle spielen könnten. Einer davon ist Nathan Aspinall. „The Asp“, der 2020 das Finale des prestigeträchtigen Wettbewerbs erreichte, musste in diesem Jahr erstmals nach vier aufeinanderfolgenden Teilnahmen wieder zuschauen. Eine Entscheidung, die den Engländer persönlich schwer enttäuschte, angesichts seiner sportlichen Entwicklung allerdings durchaus nachvollziehbar war. Nach einer schwierigen Phase, in der ihn immer wieder Verletzungsprobleme zurückgeworfen hatten, stand Aspinall vor der Aufgabe, seine Zugehörigkeit zur absoluten Weltspitze erneut unter Beweis zu stellen.
Beim World Grand Prix lieferte der ehemalige Premier-League-Finalist nun ein eindrucksvolles Lebenszeichen. Mit seinem Vorstoß ins Halbfinale zeigte Aspinall, dass er auf der großen Bühne weiterhin mit den besten Spielern der Welt konkurrieren kann. Gleichzeitig verlieh er seinen Ambitionen auf eine Rückkehr in die Premier League neuen Schwung. Ein einzelnes starkes Major-Ergebnis dürfte allerdings noch nicht ausreichen, um die Verantwortlichen von PDC und Sky Sports endgültig zu überzeugen. Will „The Asp“ 2027 wieder zum Teilnehmerfeld gehören, muss er in den kommenden Monaten weitere überzeugende Auftritte folgen lassen.
Noch bessere Argumente kann derzeit Ross Smith vorweisen. Zwar rangiert „Smudger“ in der Weltrangliste etwas hinter Aspinall, doch seine Erfolgsbilanz im Jahr 2026 kann sich mehr als sehen lassen. Gleich zweimal triumphierte der Engländer auf der European Tour, hinzu kommen zwei Titel auf der Players Championship Tour. Den bisherigen Höhepunkt seiner Saison markierte jedoch der Gewinn der World Series of Darts Finals, mit dem sich Smith auch bei einem großen TV-Turnier zum Champion krönte.
Mit dieser beeindruckenden Titelausbeute gehört Smith zweifellos zu den auffälligsten Spielern der laufenden Saison. Gerade die Kombination aus regelmäßigen Erfolgen, konstant starken Leistungen und einem großen Triumph vor den Fernsehkameras könnte ihn bei der Vergabe der Premier-League-Wildcards zu einem ernsthaften Kandidaten machen. Sollte der Engländer seine starke Form bis zum Jahresende konservieren und auch bei den verbleibenden Majors für Furore sorgen, dürfte es für die Auswahlverantwortlichen zunehmend schwieriger werden, ihn zu übergehen. Ein erstmaliger Auftritt von Ross Smith in der Premier League Darts 2027 erscheint deshalb keineswegs unrealistisch.
Auch Gary Anderson darf in dieser Diskussion nicht gänzlich außer Acht gelassen werden. Der zweimalige Premier-League-Champion belegt trotz seines vergleichsweise eingeschränkten Turnierkalenders weiterhin den zehnten Platz der Weltrangliste. Mit seiner außergewöhnlichen Erfahrung, seiner beeindruckenden Karrierebilanz und seiner nach wie vor vorhandenen spielerischen Klasse würde „The Flying Scotsman“ zweifellos genügend Argumente für eine weitere Einladung mitbringen. Dennoch erscheint eine Rückkehr des Schotten äußerst unwahrscheinlich. Anderson hat in der Vergangenheit unmissverständlich erklärt, dass er kein Interesse mehr an einer Teilnahme an der Premier League hat. Solange sich an dieser Einstellung nichts ändert, dürfte er bei den Planungen von PDC und Sky Sports kaum eine ernsthafte Rolle spielen.
Premier League Darts 2027: Unsere Prognose für das Teilnehmerfeld
Nach der ausführlichen Analyse der verschiedenen Kandidaten folgt nun unsere Prognose für die acht Spieler, die nach aktuellem Stand die besten Aussichten auf eine Einladung zur Premier League Darts 2027 besitzen. Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Momentaufnahme. Die Ergebnisse der noch ausstehenden Turniere sind in dieser Einschätzung nicht berücksichtigt und könnten das Kräfteverhältnis im Rennen um die begehrten Startplätze noch einmal erheblich verändern.
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.