Luke Humphries hat trotz seiner Finalniederlage bei den
Czech Darts Open 2026 einmal mehr seine herausragende Form unter Beweis gestellt. Der Engländer musste sich am Sonntag zwar
Luke Littler geschlagen geben, kann jedoch auf ein außergewöhnlich starkes Wochenende in Prag zurückblicken. Wie sich anschließend herausstellte, war es dabei keineswegs selbstverständlich, dass Humphries überhaupt am Oche stehen würde.
Der ehemalige Weltmeister eröffnete sein Turnier mit einem beeindruckenden Sieg über Beau Greaves. Mit einem Average von knapp 109 Punkten pro Aufnahme setzte Humphries auf Anhieb ein deutliches Ausrufezeichen. Anschließend schaltete der 31-Jährige nacheinander Andrew Gilding, William O'Connor und Gerwyn Price aus und spielte sich damit bis ins Endspiel.
„Ich wollte mich zurückziehen“ – Humphries kämpft sich trotz Verletzung ins Finale
Dort wartete mit seinem Landsmann Luke Littler die denkbar größte Herausforderung. Die Nummer eins der Welt setzte sich letztlich durch und verhinderte damit, dass Humphries zum vierten Mal in seiner Karriere den Titel in Prag gewann. Als Finalist durfte „Cool Hand Luke“ dennoch 15.000 Pfund Preisgeld verbuchen. Vor allem aber setzte er seinen beeindruckenden Lauf fort. „Es ist eine großartige Serie für mich gewesen, mit vier Finals in fünf Turnieren“, bilanzierte Humphries anschließend.
Luke Humphries spielte sich trotz Verletzungsproblemen bis ins Finale der Czech Darts Open und setzte damit seine beeindruckende Serie von vier Finals in fünf Turnieren fort.
Umso bemerkenswerter erscheint diese Leistung angesichts der Probleme, mit denen Humphries zu Beginn der Woche zu kämpfen hatte. Eine Verletzung machte dem Engländer derart zu schaffen, dass er noch am Donnerstag ernsthaft daran zweifelte, überhaupt antreten zu können. Ein Rückzug stand unmittelbar im Raum. „Ich wollte mich am Donnerstag zurückziehen und am Ende habe ich das Finale erreicht. Ich kann also nicht allzu enttäuscht von mir sein, denn ich habe es wirklich gut gemacht“, erklärte Humphries.
Humphries schwärmt von den Fans in Prag
Großes Lob hatte die Nummer zwei der Welt zudem für das tschechische Publikum übrig. Humphries genießt die besondere Atmosphäre bei den
Czech Darts Open sichtlich und hat über die Jahre eine enge Verbindung zu den Fans in Prag aufgebaut. „Ich bin froh, dass ich einen guten Run hatte und zurückgekommen bin, um diese großartigen Menschen und Fans zu sehen. Sie sind wirklich fantastisch. Deshalb werde ich jedes Jahr hier sein. Das ist mein Lieblingsturnier auf der Euro Tour im Kalender. Die Fans sind so respektvoll, es ist großartig.“
Auch im Finale gegen Littler wehrte sich Humphries bis zum Schluss gegen die drohende Niederlage. Der Engländer ließ sich nicht abschütteln, musste jedoch einige entscheidende Momente verkraften, in denen sein Kontrahent seine außergewöhnliche Klasse demonstrierte. Vor allem Littlers 130er-Finish erwies sich aus Humphries' Sicht als einer der Knackpunkte der Partie. „Ich gebe niemals auf, schon gar nicht in Finals. Ich weiß, dass Luke natürlich alles auf mich abfeuern wird. Dieser 130er-Finish war ein wichtiger Wurf.“
Kampfansage an Littler: „Dann muss er es auf die harte Tour tun!“
Humphries richtet seinen Blick bereits auf die kommenden Aufgaben. Das Duell der beiden englischen Topstars an der Spitze des Weltdarts dürfte in den nächsten Monaten weiter an Brisanz gewinnen. Littler befindet sich derzeit in der besseren Ausgangsposition, doch Humphries ist fest entschlossen, seinen Landsmann weiter unter Druck zu setzen. „Hoffentlich kann ich ihn in den nächsten vier Monaten weiter pushen. Wenn er den ‚clean sweep‘ (alle Majortitel im selben Jahr gewinnen, Anm. d. Red.) schaffen will, muss er es auf die harte Tour tun!“
Damit unterstreicht Humphries, dass er sich im Kampf mit Littler keineswegs geschlagen gibt. Auch wenn ihm die nächste Trophäe in Prag verwehrt blieb, dürfte „Cool Hand Luke“ aus seinem Wochenende reichlich Selbstvertrauen mitnehmen. Vier Finalteilnahmen bei seinen vergangenen fünf Turnieren sprechen eine deutliche Sprache und machen den ehemaligen Weltmeister erneut zu einem der absoluten Blickfänge auf dem PDC-Circuit.