Martin Schindler hat bei der
European Championship in Dortmund die Hoffnungen der deutschen Fans am Leben gehalten. Der Strausberger setzte sich in der ersten Runde mit 6:5 gegen Wessel Nijman durch und entschied das packende Duell erst im letzten Leg.
Niko Springer verabschiedete sich dagegen mit einem 3:6 gegen Jonny Clayton aus dem Turnier.
Auch abseits der deutschen Partien bot der zweite Turnierabend in den Westfalenhallen viel Spektakel.
Luke Littler startete mit einem klaren Sieg, während Michael van Gerwen die nächste bittere Niederlage kassierte.
Schindler dreht den Krimi mit 180 und 177 im Decider
Schindler erwischte einen Traumstart. Mit einem 14-Darter und einem Break über 66 Rest auf Doppel 16 führte er schnell mit 2:0, kurz darauf mit 3:0. Doch Nijman kämpfte sich zurück. Der Niederländer holte drei Legs in Folge zum 3:3, kassierte dann jedoch einen 10-Darter von Schindler zum 4:3 aus deutscher Sicht. Schindler legte nach mit einem 12-Darter, in dem er 121 Rest über Doppel 8 checkte, und ging mit 5:4 in Führung. Nijman glich in 14 Darts auf Doppel 14 zum 5:5 aus.
Schindler mit einem wichtigen Sieg für das Selbstvertrauen
Im entscheidenden Leg bewies der deutsche Spitzenspieler Nervenstärke. Er eröffnete mit einer 180 und einer 177, checkte 80 Rest über Doppel 20 und beendete das Match nach 15 Darts. Nijman wartete zu diesem Zeitpunkt auf 72 Rest und kam nicht mehr zum Wurf. Die Fans in Dortmund feierten ihren Helden mit lautstarken „Martin Schindler Ole”-Rufen.
Springer findet gegen Clayton kein Mittel
Springer erlebte einen schwierigen Abend. Schon im ersten Leg ließ er eine Breakchance auf Doppel 16 liegen, und Clayton checkte 46 Rest zur 1:0-Führung. Der Waliser breakte im zweiten Leg in zwölf Darts, bestätigte das Break und zog auf 3:0 davon. Springer, der seit dem Grand Slam of Darts 2025 kein Fernsehmatch mehr gewonnen hatte, verkürzte mit einem nervenstarken 74er-Checkout auf 1:3 und mit einem 12-Darter über 81 Rest auf 2:4.
Clayton ließ sich davon nicht beeindrucken. Bei eigenem Anwurf checkte er 28 Rest in 14 Darts zum 5:2. Springer hielt noch einmal seinen Anwurf zum 3:5, doch Clayton machte mit 25 Rest auf Doppel acht den 6:3-Sieg perfekt. Er erzielte einen Average von 96,81 Punkten, Springer kam auf 95,76. Der Unterschied lag auf den Doppeln, wo der Waliser eiskalt blieb.
Littler und Doets überzeugen, Van Gerwen steckt in der Krise
Luke Littler startete mit einem 6:3 gegen William O’Connor in sein Turnier. Der Weltmeister begann mit einem 11-Darter, breakte direkt und spielte einen 105er-Average, obwohl er elf Darts auf die Doppel vergab. O’Connor, der erstmals seit 2020 wieder in Dortmund antrat, holte zwar zwei Legs in Folge, doch Littler beendete die Partie nach 15 Darts über Doppel 15. Der EM-Titel fehlt dem 19-Jährigen noch.
Für Michael van Gerwen setzt sich die Krise fort. Der vierfache Europameister verlor 3:6 gegen seinen Landsmann Kevin Doets und damit sein viertes Match in Folge. Doets feierte sein EM-Debüt mit einem 97er-Average, einer Doppelquote von 54 Prozent und zwei Highfinishes über 106 und 132 Rest. Van Gerwen droht nun, die Top 10 der Weltrangliste zu verlassen.
Nathan Aspinall drehte gegen Cristo Reyes einen 2:3-Rückstand in ein 6:3. Ein 134er-Checkout über Triple 17, Triple 17 und Doppel 16 leitete die Wende ein, vier Legs in Folge sicherten den Sieg. Krzysztof Ratajski schlug Dave Chisnall mit 6:2 bei einem 91er-Average. Für Chisnall war es das vierte Erstrunden-Aus in Serie bei dieser EM. Jermaine Wattimena setzte sich mit 6:3 gegen Ryan Joyce durch, dessen Gepäck nicht in Dortmund ankam. Den Abend beendete Josh Rock mit einem 6:1 gegen Chris Dobey bei einem Average von 100,74. Ein 154er-Checkout auf Doppel 20 brachte ihn auf 5:1.
Für Schindler geht es nun in der zweiten Runde weiter. Die Fans in Dortmund dürfen auf mehr hoffen.