Beau Greaves hat in Milton Keynes Sportgeschichte geschrieben: Die Engländerin gewann als erste Frau überhaupt ein Players-Championship-Turnier der PDC und krönte damit einen historischen Turniertag auf der Pro Tour. In einem hochklassigen und dramatischen Finale setzte sich die 22-Jährige gegen Michael Smith durch und sorgte mit einem spektakulären 142er-Checkout im Decider für einen der größten Momente der jüngeren Darts-Geschichte.
Aus deutscher Sicht verlief
Players Championship 11 zunächst wechselhaft, ehe sich vor allem Max Hopp und
Leon Weber in den Fokus spielten. Während Martin Schindler bereits zum Auftakt trotz ordentlicher Leistung mit 3:6 gegen den stark scorenden Christian Kist ausschied und auch
Kai Gotthardt gegen einen über 103 Punkte starken
Danny Noppert unterlag, gelangen mehreren Deutschen solide Starts in den Turniertag.
Hopp und Weber sorgen für deutsche Highlights
Unter anderem überzeugten Gabriel Clemens mit einem 6:2 gegen Ryan Joyce sowie Ricardo Pietreczko (6:4 gegen Tytus Kanik), Arno Merk (6:3 gegen Tommy Lishman) und Niko Springer (6:3 gegen Rusty-Jake Rodriguez). Ein echtes Ausrufezeichen setzte zudem Lukas Wenig mit einem Whitewash gegen Martin Lukeman. In Runde zwei war für viele deutsche Akteure jedoch Endstation: Clemens und Merk scheiterten jeweils knapp im Decider, während Pietreczko und Springer deutliche Niederlagen hinnehmen mussten.
Max Hopp sorgte mit seinem Decider-Sieg über Luke Humphries für das deutsche Highlight des Tages und erreichte bei Players Championship 11 das Achtelfinale
Stark präsentierte sich dagegen Max Hopp, der nach einem überzeugenden 6:1-Auftaktsieg gegen Stefan Bellmont auch Dave Chisnall mit 6:3 bezwang und damit als erster Deutscher das Boardfinale erreichte. Dort gelang dem Maximiser ein echtes Highlight: Mit einem nervenstarken 80er-Finish im Decider setzte er sich gegen den Weltranglistenzweiten Luke Humphries durch und zog ins Achtelfinale ein. Parallel bestätigte Development-Tour-Champion Weber seine starke Form der vergangenen Tage, schlug zunächst Ryan Searle und später auch Jeffrey de Graaf und Adam Leek im Entscheidungsleg.
In der Runde der letzten 16 war für beide Deutschen jedoch Endstation: Weber unterlag dem formstarken Wessel Nijman klar mit 1:6, Hopp musste sich ebenfalls deutlich mit 1:6 gegen Kevin Doets geschlagen geben. Dennoch markierten die Achtelfinalteilnahmen die besten deutschen Resultate des Tages in Milton Keynes.
In der entscheidenden Turnierphase übernahmen anschließend internationale Topspieler das Kommando. Besonders spektakulär präsentierte sich Gary Anderson, der sein Achtelfinale gegen Alexander Merkx mit einem 9-Darter eröffnete und die Partie mit einem 110er-Average souverän gewann. Im Viertelfinale setzte sich Anderson zudem mit 6:3 gegen Nijman durch, während Beau Greaves mit einem Decider-Erfolg über Rob Cross erstmals in ihrer Karriere ein Players-Championship-Halbfinale erreichte. Komplettiert wurde die Vorschlussrunde durch Doets und Michael Smith, die sich gegen William O’Connor beziehungsweise Andrew Gilding durchsetzten.
Im Halbfinale setzte Greaves ihren historischen Lauf eindrucksvoll fort und ließ Anderson beim klaren 7:1-Erfolg keine Chance – inklusive eines starken 105er-Averages zog sie erstmals in ein Players-Championship-Finale ein. Wenig später folgte ihr Smith ins Endspiel, nachdem sich der Weltmeister von 2023 mit 7:4 gegen Doets durchgesetzt hatte. Damit stand am Ende eines langen Turniertags ein bemerkenswertes Finale zwischen der erfolgreichsten Spielerin der Geschichte des Frauen-Darts und einem der Stars des Sports.
Greaves schreibt Sportgeschichte
Das Endspiel begann zunächst mit Vorteilen für Smith, der sich mit Checkouts von 90 und 124 Punkten früh eine 2:0-Führung erspielte. Greaves antwortete jedoch eindrucksvoll, meldete sich zunächst mit einem starken 121er-Finish zurück und glich wenig später zum 2:2 aus. Zwei aufeinanderfolgende 13-Darter brachten die Engländerin anschließend erstmals klar in Front, ehe sie ihre Führung mit sicherem Scoring weiter auf 5:2 ausbaute.
Für ein echtes Highlight sorgte Greaves beim Stand von 5:3, als sie auf das spektakuläre 157er-Checkout ihres Gegners direkt mit einem 170er-Bigfish konterte und damit auf 6:3 davonzog. Smith zeigte jedoch große Moral, verkürzte mit einem 115er-Break sowie einem 17-Darter auf 6:6 und zwang die Partie damit in die entscheidende Phase.
Auch im Endspurt blieb das Finale hochklassig: Greaves ging mit einem 16-Darter erneut in Führung, Smith glich noch einmal aus – doch im Entscheidungsleg folgte der große Moment der Engländerin. Nachdem sich Smith mit einem starken 142er-Setupshot auf 20 Rest gestellt hatte, checkte Greaves unglaubliche 142 Punkte zum Titelgewinn und vollendete damit einen historischen Triumph. Mit diesem Erfolg sicherte sich die 22-Jährige nicht nur ihren ersten Pro-Tour-Titel, sondern zugleich einen Meilenstein für den gesamten Dartsport.