Josh Rock erlebt in dieser Saison seine Premiere in der
Premier League Darts. Nach drei Spieltagen wartet der Nordire zwar noch auf seinen ersten Erfolg, dreimal endete sein Auftritt bereits im Viertelfinale. Doch wer glaubt, der 23-Jährige gerate deshalb ins Grübeln, irrt. Rock strahlt Ruhe aus – und bleibt seiner Linie treu.
Am vergangenen Donnerstag unterlag er am dritten Spieltag der
Premier League Darts in Glasgow im Viertelfinale mit 2:6 gegen Luke Humphries. Sportlich lief nicht alles nach Plan, doch für Gesprächsstoff sorgte vor allem ein Nebenschauplatz. Vor dem Abend hatte Rock erklärt, er hoffe auf viele Fans der Rangers FC in der Halle, während Stadtrivale Celtic parallel in der Europa League spielte. Rock bekennt sich offen zu den Rangers – und bekam die Reaktion prompt zu spüren.
Zwischen Pfiffen und Provokation: Rock bleibt sich treu
In der Arena dominierte ein anderer Ton. Zahlreiche Celtic-Anhänger quittierten Rocks Einlauf mit Pfiffen. Der Nordire nahm es mit einem Schulterzucken. „Wir haben letzte Woche noch darüber gelacht“,
berichtete er nüchtern. Kurz vor seinem Gang auf die Bühne schrieb er seinen Kindern sogar noch scherzhafte Nachrichten. Für ihn gehörte die Situation zum Geschäft – und bot eher Anlass für Humor als für Ärger.
Josh Rock debütiert dieses Jahr in der Premier League Darts
Rock kennt den Druck großer Bühnen, und er weiß, wie schnell Nebengeräusche zum Thema werden. Doch er verweilt nicht bei negativen Momenten. „Solche Dinge berühren mich nicht. Ich bleibe nicht bei etwas Schlechtem stehen“, stellte er klar. Meistens vergesse er Rückschläge schneller als alle anderen. Gerade in der Premier League, in der jede Aufnahme, jedes verpasste Doppel analysiert wird, verschafft ihm diese Haltung einen klaren Vorteil.
Sportlich sieht Rock ebenfalls mehr Licht als Schatten. Auch wenn die Ergebnisse bislang fehlen, bewertet er sein eigenes Niveau positiv. In zwei der drei Wochen präsentierte er sich spielstark und konkurrenzfähig. „Ich spiele solide in dieser Premier League“, erklärte er selbstbewusst. „Nur habe ich die Resultate noch nicht bekommen. Aber das wird sich drehen.“ Zweifel klingen anders.
Eine besondere Herausforderung für Debütanten stellt die Atmosphäre in den riesigen Arenen dar. Tausende Zuschauer, grelle Lichter, laute Walk-ons – nicht jeder findet sich sofort zurecht. Rock hingegen blüht auf. „Das Publikum? Ich liebe es“, betonte er. Wer seine Einmärsche verfolgt, erkennt das breite Lächeln auf seinem Gesicht. Rock genießt den Weg zur Bühne, er weiß um die Bedeutung dieses Moments. Für ihn verkörpert die Premier League genau das, wovon er als Kind träumte.
Vor dem Spiel in Glasgow stand er bereits vor dem offiziellen Einlass auf der Bühne, um ein paar Pfeile zu werfen. Er ließ den Blick durch die Arena schweifen und sog die Atmosphäre auf. Große Hallen, große Abende – Rock zeigt sich dankbar, Teil dieses Spektakels zu sein.
Für zusätzliche Schlagzeilen sorgte in Glasgow seine viel diskutierte 4:1-Geste in Richtung Publikum – eine Anspielung auf Celtics 1:4-Niederlage gegen Stuttgart. Rock suchte die Interaktion, spielte bewusst mit der Provokation. „Reue? Keine Sekunde“, stellte er klar.
Am kommenden Donnerstag reist die Premier League nach Belfast. Dort trifft Rock im Viertelfinale auf Gian van Veen. Vor heimischem Publikum will er nicht nur sein Niveau bestätigen – sondern endlich auch den ersten Sieg einfahren.